In unmittelbarer Nähe zum Kloster Ebrach wurde eine neue Mobilstation eröffnet, die verschiedene Verkehrsmittel und zusätzliche Services miteinander verbindet. Damit zeigt Ebrach, wie moderne Mobilitätsangebote auch in einem Umfeld mit besonderer Bedeutung für den Denkmalschutz umgesetzt werden können. Die Eröffnung erfolgte durch Bürgermeister Daniel Vinzens gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Holger Dremel sowie Vertreterinnen und Vertretern der Regierung von Oberfranken, des Amtes für Ländliche Entwicklung, des Staatlichen Bauamtes Bamberg und des Landkreises Bamberg.
Mobilität im Landkreis soll attraktiver werden
Der Landkreis Bamberg verfolgt das Ziel, die Mobilität für Einwohnerinnen und Einwohner, Berufspendler sowie Gäste attraktiver und klimafreundlicher zu gestalten. Grundlage dafür ist das 2018 beschlossene Intermodale Mobilitätskonzept. Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Angebote und möglichst einfache Umstiege zwischen Bus, Bahn, Fahrrad und Auto. Ein wichtiger Bestandteil dieses Konzepts sind die Mobilstationen. Sie sollen verschiedene Formen der Mobilität an einem Ort zusammenführen und dadurch den Wechsel zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln erleichtern.
Ebrach ist die achte Mobilstation
Mit der neuen Anlage in Ebrach wächst das Netz im Landkreis weiter. Bereits sieben Mobilstationen wurden zuvor in den Kommunen Baunach, Burgebrach, Gundelsheim, Zapfendorf, Rattelsdorf/Ebing, Litzendorf und Scheßlitz umgesetzt. Ebrach ergänzt dieses Netz nun um eine weitere zeitgemäße Anlage. Dabei geht das Angebot über reine Bushaltestellen hinaus. Neben dem öffentlichen Personennahverkehr werden auch das Fahrrad und weitere Services berücksichtigt. Dadurch entsteht eine zentrale Anlaufstelle für unterschiedliche Nutzergruppen.
Denkmalschutz als besondere Herausforderung
Eine Besonderheit der Ebracher Mobilstation ist ihre Lage direkt an der ehemaligen Zisterzienser-Abtei Ebrach. Bei der Planung musste deshalb nicht nur auf Funktionalität, sondern auch auf die Anforderungen des Denkmalschutzes geachtet werden. Gemeinsam mit den beteiligten Stellen wurde eine Anlage entwickelt, die sich optisch zurücknimmt und gleichzeitig moderne Anforderungen erfüllt. Zum Einsatz kommt eine transparente Stahl-Glas-Konstruktion. Auch die Standorte der einzelnen Elemente wurden bewusst gewählt. Dadurch konnte nach Angaben der Verantwortlichen sogar die Sicht auf den Bereich verbessert werden, der zuvor häufig durch parkende Autos verstellt war.
Zwei barrierefreie Bussteige
Herzstück der neuen Mobilstation sind zwei barrierefreie Bussteige. Sie verfügen über einen komfortablen Fahrgastunterstand. Eine Besonderheit ist die Kombination aus überdachtem Wartebereich und Fahrradparken. Diese Lösung wurde im Landkreis Bamberg erstmals in dieser Form umgesetzt. Die gemeinsame Überdachung war unter anderem aus Platzgründen notwendig. Gleichzeitig konnte damit eine Lösung gefunden werden, die den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht wird.
E-Bike-Laden und Radservice
Die Mobilstation bietet neben den Bushaltestellen weitere praktische Angebote. Dazu gehört ein Schließfachschrank mit Lademöglichkeit für E-Bike-Akkus. Fahrräder können damit nicht nur sicher untergebracht werden, sondern Nutzerinnen und Nutzer können ihre Akkus währenddessen auch aufladen. Eine kostenlose Radservice-Station ergänzt das Angebot. Hinzu kommen Info-Stelen mit Wegweisungen und Umgebungslageplänen. Für Menschen mit Behinderung steht außerdem ein entsprechender Parkplatz direkt an der Bushaltestelle zur Verfügung.
Die wichtigsten Angebote im Überblick
- zwei barrierefreie Bussteige
- überdachter Fahrgastunterstand
- überdachtes Fahrradparken
- Schließfächer mit Lademöglichkeit für E-Bike-Akkus
- kostenlose Radservice-Station
- Info-Stelen mit Wegweisung und Lageplänen
- Behindertenparkplätze
- bessere Vernetzung von ÖPNV und Fahrrad
Sanierung der B22 genutzt
Die neue Mobilstation entstand im Zuge der ohnehin notwendigen Sanierung der B22 durch das Staatliche Bauamt Bamberg. Die laufenden Arbeiten wurden genutzt, um gleichzeitig die Verkehrsinfrastruktur im Bereich der Bamberger Straße und des Marktplatzes weiterzuentwickeln. Dabei wurden nicht nur die neuen Bushaltestellen realisiert. Auch die weiteren Elemente der Mobilstation konnten in die Maßnahme integriert werden. Bürgermeister Daniel Vinzens erklärte, dass dadurch die Möglichkeit genutzt worden sei, zeitgemäße und zukunftsweisende Anlagen zu schaffen.
ÖPNV wieder weitgehend im regulären Betrieb
Mit der Fertigstellung gibt es auch für den öffentlichen Nahverkehr in Ebrach eine wichtige Verbesserung. Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres kehrt der ÖPNV nach der umfangreichen Baustelle wieder weitgehend zum regulären Betrieb zurück. Die neuen barrierefreien Bussteige werden dabei direkt von den Bussen angefahren. Damit soll die Mobilstation nicht nur eine moderne Infrastruktur darstellen, sondern auch im Alltag einen leichteren Zugang zum öffentlichen Nahverkehr ermöglichen.
Angebote für Einheimische und Gäste
Die neue Mobilstation richtet sich nicht ausschließlich an die Bevölkerung von Ebrach. Auch Touristinnen und Touristen, die beispielsweise die ehemalige Abtei besuchen, können von den zusätzlichen Angeboten profitieren. Insbesondere die Schließfächer mit Lademöglichkeit für E-Bike-Akkus können für Menschen interessant sein, die Ebrach mit dem Fahrrad erkunden. Damit verbindet die Anlage die Anforderungen des täglichen Verkehrs mit den Bedürfnissen von Gästen und Ausflüglern.
Landkreis investiert in Mobilstationen
Der Landkreis Bamberg unterstützt die Kommunen beim Ausbau des Mobilstationsnetzes auch finanziell. Seit 2023 wurden dafür insgesamt 800.000 Euro aus dem Kreishaushalt bereitgestellt. Landrat Johannes Maciejonczyk dankte dem Markt Ebrach für die Zusammenarbeit und betonte, dass das Netz der Mobilstationen im Landkreis kontinuierlich wachse. Die Umsetzung in Ebrach sei von einem großen Engagement aller Beteiligten geprägt gewesen.
Mobilstations-Konzept mit Vorbildfunktion
Das Konzept des Landkreises Bamberg findet inzwischen auch über die Region hinaus Beachtung. Nach Angaben des Landkreises erfüllt das Mobilstationskonzept mittlerweile bundesweit eine Vorbildfunktion und stößt auf Resonanz und Nachahmung. Dabei geht es nicht nur um einzelne Haltestellen. Die Mobilstationen sollen unterschiedliche Mobilitätsangebote miteinander verbinden und so den Umstieg zwischen Verkehrsmitteln erleichtern. Mit Ebrach kommt nun ein Standort hinzu, der gleichzeitig zeigt, wie solche modernen Angebote in einem denkmalgeschützten Umfeld umgesetzt werden können.
Moderne Mobilität mit Rücksicht auf historische Orte
Die neue Mobilstation in Ebrach verbindet zwei Themen, die auf den ersten Blick unterschiedliche Anforderungen stellen: moderne Mobilität und Denkmalschutz. Die transparente Gestaltung und die zurückhaltende Platzierung der einzelnen Elemente sollen dafür sorgen, dass die historische Umgebung weiterhin im Mittelpunkt steht. Gleichzeitig stehen den Menschen vor Ort und den Gästen moderne Angebote für Bus, Fahrrad und E-Bike zur Verfügung. Damit wird die Mobilstation zu einem weiteren Baustein für eine klimafreundlichere und besser vernetzte Mobilität im Landkreis Bamberg. Weitere Informationen und Fortschrittsberichte zu den Mobilstationen im Landkreis Bamberg sind auf der Internetseite des Landkreises zu finden.















