Die Täter meldeten sich bei dem Mann und gaben sich als Mitarbeiter seiner Hausbank aus. Mit einer erfundenen Geschichte überzeugten sie den Senior offenbar davon, sensible Zugangsdaten herauszugeben. Die Betrüger nutzten diese Informationen anschließend, um auf das Konto des Mannes zuzugreifen. Inzwischen stellte der Senior fest, dass die Täter auf diesem Weg fast 20.000 Euro erbeuten konnten.
Gefälschte Banknummer auf dem Display
Besonders perfide war die Vorgehensweise der Betrüger: Auf dem Telefondisplay des Seniors erschien tatsächlich der Name seiner Hausbank. Für den Angerufenen konnte dadurch der Eindruck entstehen, dass tatsächlich seine Bank Kontakt mit ihm aufnimmt. Die angezeigte Rufnummer war jedoch technisch manipuliert worden. Die Polizei warnt deshalb ausdrücklich davor, sich bei einem unerwarteten Anruf allein auf die Nummer im Display zu verlassen.
Rufnummer kann manipuliert werden
Das sogenannte Call-ID-Spoofing ermöglicht es Betrügern, eine andere Telefonnummer anzeigen zu lassen. Dadurch können sie den Eindruck erwecken, dass der Anruf beispielsweise von einer Bank oder einer anderen vertrauenswürdigen Stelle stammt. Eine bekannte oder vermeintlich vertraute Nummer ist deshalb kein Beweis für die Echtheit eines Anrufs. Wer Zweifel hat, sollte das Gespräch beenden und die betreffende Bank anschließend selbst über eine bereits bekannte Telefonnummer kontaktieren.
Keine Zugangsdaten am Telefon herausgeben
Die Polizei rät dringend davon ab, am Telefon sensible Informationen preiszugeben. Dazu gehören insbesondere Passwörter, Zugangsdaten, PINs und TANs. Auch wenn der Anrufer glaubwürdig wirkt oder persönliche Informationen kennt, sollten solche Daten nicht telefonisch weitergegeben werden. Bankmitarbeiter fordern ihre Kunden nicht dazu auf, vertrauliche Zugangsdaten am Telefon mitzuteilen.
Polizei und Bank verlangen kein Geld
Die Polizei erinnert außerdem daran, dass weder Polizei noch Bankmitarbeiter am Telefon die Herausgabe von Bargeld, Wertsachen, Passwörtern oder Zugangsdaten verlangen. Auch angebliche Sicherheitsmaßnahmen sollten deshalb kritisch hinterfragt werden. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Im Zweifel gilt: Gespräch beenden und selbstständig Kontakt zur Bank aufnehmen.
Kriminalpolizei Bamberg ermittelt
Nach dem Betrug hat die Kriminalpolizei Bamberg die weiteren Ermittlungen übernommen. Der Fall aus Hirschaid zeigt erneut, wie professionell Telefonbetrüger inzwischen vorgehen. Nicht nur die Gesprächsführung, sondern auch die technische Manipulation der angezeigten Telefonnummer kann darauf ausgerichtet sein, Vertrauen zu schaffen. Umso wichtiger ist es, bei unerwarteten Anrufen von Banken besonders vorsichtig zu sein und keine sensiblen Daten telefonisch herauszugeben.
Wenn der Anruf verdächtig wirkt
Wer Zweifel an der Echtheit eines Anrufs hat, sollte einige einfache Grundregeln beachten:
- Keine Zugangsdaten, Passwörter, PINs oder TANs weitergeben.
- Sich nicht durch den Anrufer unter Zeitdruck setzen lassen.
- Das Gespräch im Zweifel sofort beenden.
- Die Bank anschließend selbst über eine bekannte Telefonnummer kontaktieren.
- Nicht die Rückruffunktion des verdächtigen Anrufs nutzen.
- Auch einer vermeintlich bekannten Rufnummer im Display nicht blind vertrauen.
Vorsicht schützt vor teuren Folgen
Der Fall aus Hirschaid macht deutlich, dass ein kurzer Telefonanruf erhebliche finanzielle Folgen haben kann. Die Täter setzten gezielt auf das Vertrauen ihres Opfers und verstärkten dieses zusätzlich durch die manipulierte Anzeige der Banknummer. Wer bei einem unerwarteten Bankanruf skeptisch bleibt, keine vertraulichen Daten preisgibt und die Bank selbst kontaktiert, kann solchen Betrugsversuchen frühzeitig begegnen.










