Am 14. Oktober 2025 wurde an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg die Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche offiziell eröffnet.
Zur Veranstaltung am Maximiliansplatz im Stadtzentrum kamen zahlreiche Gäste aus der klinischen Versorgungslandschaft sowie der Kinder- und Jugendhilfe der Region. Die neue Einrichtung ist dem Lehrstuhl für Klinische Kinder- und Jugendlichenpsychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Cedric Sachser zugeordnet. Er betont den innovativen Ansatz: „In der Hochschulambulanz verknüpfen wir Forschung, Lehre und Therapie eng miteinander. Sie dient damit als zentrale Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis, Ausbildung zukünftiger Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie der psychotherapeutischen Versorgung junger Menschen.“
Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis
Auch Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach hob in seinem Grußwort den hohen Stellenwert der neuen Einrichtung hervor. Sie stehe „beispielhaft für gelebten Wissenstransfer“. Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen fänden hier nicht nur professionelle Unterstützung, sondern profitierten davon, dass aktuelle Forschungsergebnisse unmittelbar in die therapeutische Arbeit einfließen. Gleichzeitig lieferten die praktischen Erfahrungen der Therapeutinnen und Therapeuten neue Impulse für die wissenschaftliche Forschung. In der Hochschulambulanz arbeiten derzeit neben Prof. Sachser sechs weitere Fachkräfte: Ambulanzleiterin Jenny Eglinsky, vier Lehrtherapeutinnen und -therapeuten sowie eine Mitarbeiterin für Anmeldung und Verwaltung.
Therapieangebot für junge Menschen
Die neue Einrichtung richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre, die psychotherapeutische Unterstützung benötigen – beispielsweise bei emotionalen Problemen, traumatischen Erlebnissen oder Verhaltensauffälligkeiten. Als universitäre Forschungs- und Lehrambulanz ist sie nicht Teil der regulären psychotherapeutischen Versorgung, sondern ergänzt das bestehende System. „Unser Anspruch ist es, neue Ansätze zu erproben und wissenschaftlich fundierte Psychotherapie weiterzuentwickeln“, erklärt Jenny Eglinsky. Behandlungen finden im Rahmen von Forschungsprojekten oder Lehrveranstaltungen statt, was eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis ermöglicht.
Forschungsschwerpunkt: Traumafolgestörungen im Fokus
Ein zentraler Forschungsschwerpunkt der Hochschulambulanz liegt in der Diagnostik und Behandlung von Traumafolgestörungen bei Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler psychologische Testverfahren, die anschließend lizenzfrei zur Verfügung gestellt werden können – ein wichtiger Beitrag für die psychologische Forschungsgemeinschaft. In den laufenden Forschungsprojekten werden neue therapeutische Interventionen erprobt und die Wirkfaktoren von Therapieverläufen untersucht. Die Behandlungsprozesse werden kontinuierlich wissenschaftlich begleitet, wodurch sich wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung moderner Psychotherapie ergeben – ein Gewinn für Wissenschaft und Praxis gleichermaßen.
Lehre und Ausbildung: Lernen am echten Fall
Neben der Forschung spielt auch die Lehre eine tragende Rolle. Die Hochschulambulanz ist ein zentraler Lernort für Studierende des Masterstudiengangs Klinische Psychologie und Psychotherapie. Hier können angehende Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten direkte Praxiserfahrung sammeln, indem sie Therapien begleiten und unter Anleitung erfahrener Lehrtherapeutinnen und -therapeuten aktiv mitarbeiten. „Die Hochschulambulanz ist ein zentraler Lernort für Studierende“, betont Jenny Eglinsky. „Sie erhalten hier die Möglichkeit, Therapieprozesse und moderne evidenzbasierte Behandlungsmethoden unter fachlicher Anleitung in der Praxis kennenzulernen und selbst zu erproben.“ Durch diese enge Verbindung von wissenschaftlicher Ausbildung und therapeutischer Praxis leistet die Universität Bamberg einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung des psychotherapeutischen Nachwuchses in Deutschland.
Ein Ort der Forschung, des Lernens und der Hilfe
Mit der neuen Psychotherapeutischen Hochschulambulanz erweitert die Universität Bamberg ihr Profil als moderne, praxisorientierte Forschungseinrichtung. Sie schafft einen Raum, in dem junge Menschen Unterstützung finden, Studierende praxisnah lernen und Forschungsergebnisse direkt in die therapeutische Arbeit einfließen. Damit entsteht im Herzen Bambergs eine Einrichtung, die Wissenschaft, Ausbildung und Versorgung auf beispielhafte Weise miteinander verbindet – und zugleich ein starkes Signal für die Bedeutung psychischer Gesundheit in der Gesellschaft setzt.















