Ab dem 2. Oktober 2026 steht die Stadt mehrere Wochen lang ganz im Zeichen von Leben, Tod, Erinnerung und Vergänglichkeit. Das Festival verbindet dabei ganz unterschiedliche kulturelle Angebote. Theater, Musik, Literatur, Führungen und Vorträge greifen das Thema aus verschiedenen Perspektiven auf. Gleichzeitig schlägt die Veranstaltung einen besonderen Bogen durch 125 Jahre Bamberger Geschichte. Die Schirmherrschaft übernimmt in diesem Jahr Bambergs Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier. Zahlreiche Kultur-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen beteiligen sich am Festival und machen den Domberg zum Ausgangspunkt einer stadtweiten Auseinandersetzung mit dem Thema.
Drei Theaterabende in der Alten Hofhaltung
Den Höhepunkt des Festivals bilden drei große Theateraufführungen in der Alten Hofhaltung. Sie finden am 30. und 31. Oktober sowie am 1. November statt. Im Mittelpunkt der neuen Inszenierung stehen Ereignisse und Persönlichkeiten, die Bamberg in den vergangenen 125 Jahren geprägt haben. Dafür haben Schülerinnen und Schüler des Franz-Ludwig-Gymnasiums umfangreich recherchiert. Unter der Anleitung von Julia Behr führten sie unter anderem Zeitzeugeninterviews und beschäftigten sich mit Archivmaterial. Auch ihre persönliche Sicht auf die Stadt fließt in die Entwicklung des Theaterstücks ein.
Junge Menschen schreiben Stadtgeschichte
Aus den gesammelten Geschichten entwickelt Autor Martin Beyer eine besondere Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im Stück kommt der Tod mit den Menschen ins Gespräch. Dabei geht es um grundlegende Fragen: Was bleibt? Was vergeht? Und woran wollen wir uns erinnern? Den Tod verkörpert erneut Schauspieler Felix D’Angelo. Regisseurin Nina Lorenz bringt das Stück gemeinsam mit dem Bamberger Bürgerensemble auf die Bühne. Für die musikalische Gestaltung ist erneut Annette Schäfer bei der Chorleitung beteiligt. Neu zum Team hinzugekommen ist der Bamberger Kulturförderpreisträger Jochen Neurath. Er hat eigens für die Inszenierung neue Musik komponiert. So soll die Geschichte Bambergs nicht nur erzählt, sondern auch musikalisch lebendig werden.
Eine ganze Stadt beteiligt sich
Der Totentanz beschränkt sich allerdings nicht auf die drei Theateraufführungen. Für AGIL e. V. hat Michael Hanisch, zweiter Vorsitzender der Europäischen Totentanz-Vereinigung, ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt. Zahlreiche Bamberger Akteurinnen und Akteure sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen beteiligen sich daran. Dazu gehören unter anderem die VHS Bamberg Stadt, das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia und der Hospizverein Bamberg. Das Programm nähert sich dem Thema Vergänglichkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Vorträge und Führungen treffen auf Theater und Musik. Wissenschaftliche und ernste Beiträge stehen neben künstlerischen und poetischen Formaten. Dabei darf auch ein Augenzwinkern nicht fehlen.
Ein ‚Totenbock‘ zum Festival
Passend zur fränkischen Heimat des Festivals gibt es in diesem Jahr eine besondere Premiere. Die Brauerei Weiherer hat eigens für das Totentanz-Festival einen ‚Totenbock‘ gebraut. Damit bekommt das traditionelle Memento mori eine fränkische Note. Die Botschaft dahinter passt zum Grundgedanken des Festivals: Das Wissen um die Vergänglichkeit muss nicht bedeuten, die Freude am Leben zu vergessen. Gerade die Verbindung von Tod und Lebensfreude gehört seit jeher zum Gedanken des Totentanzes. In Bamberg wird dieses Spannungsfeld 2026 auf vielfältige Weise aufgegriffen.
125 Jahre Bamberg im Mittelpunkt
Ein besonderer Schwerpunkt des diesjährigen Festivals liegt auf dem Blick zurück. 125 Jahre Bamberger Geschichte liefern den Stoff für die neue Theaterproduktion und verbinden persönliche Erinnerungen mit historischen Entwicklungen. Die junge Generation setzt sich dabei mit der Frage auseinander, welche Ereignisse und Menschen die Stadt geprägt haben. Gleichzeitig entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Tod wird dabei zum ungewöhnlichen Gesprächspartner. Er stellt die Frage, was von einzelnen Menschen, Ereignissen und Veränderungen bleibt – und was mit der Zeit verschwindet.
Kulturfestival mit vielen Perspektiven
Das Totentanz-Festival 2026 zeigt, dass sich das Thema Tod auf ganz unterschiedliche Weise betrachten lässt. Mal steht die historische Auseinandersetzung im Mittelpunkt, mal die Kunst, Musik oder Literatur. Auch persönliche und gesellschaftliche Fragen spielen eine Rolle. Dadurch richtet sich das Programm an unterschiedliche Besuchergruppen und lädt dazu ein, sich dem Thema ohne Berührungsängste zu nähern. Gerade die Mischung aus Theater, Musik, Geschichte, Vorträgen und Führungen macht den besonderen Charakter des Festivals aus.
Wenn der Tod das Leben sichtbar macht
Der Totentanz kommt nach Bamberg zurück – und mit ihm eine Veranstaltung, die Vergänglichkeit nicht nur als Abschied versteht. Das Festival verbindet die Erinnerung an 125 Jahre Bamberger Geschichte mit Kunst, Kultur und der Frage, was Menschen und eine Stadt nachhaltig prägt. Vom 2. Oktober 2026 an wird Bamberg damit erneut zur Bühne für den Tod. Am Ende soll jedoch eine andere Botschaft stehen: Das Leben zu feiern und bewusst zu erleben.















