Bamberg hat sich einmal mehr als bedeutender Standort für den internationalen Welterbeschutz präsentiert.
Das Zentrum Welterbe Bamberg war Gastgeber des ersten ‚Urban Living Labs‘ der EU-geförderten COST-Action Go2CHANGE und brachte Fachleute aus ganz Europa zusammen. Mehr als 30 Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Experten diskutierten eine Woche lang über Strategien, mit denen UNESCO-Welterbestätten besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet werden können. Die Veranstaltung machte deutlich: Bamberg übernimmt bei diesem wichtigen Zukunftsthema eine Vorreiterrolle.
Klimawandel stellt Welterbestätten vor neue Herausforderungen
Extreme Hitze, Starkregen, langanhaltende Trockenperioden oder stagnierende Wetterlagen stellen historische Städte und Kulturlandschaften zunehmend vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Frage, wie das UNESCO-Welterbe wirksam geschützt werden kann. Gleichzeitig wurde untersucht, welchen Beitrag historische Städte selbst zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung leisten können. Die Bedeutung dieser Themen wird auch durch den UNESCO-Aktionsplan für Europa und Nordamerika unterstrichen. Darin gelten Resilienz, Klimaanpassung und Katastrophenrisikomanagement als zentrale Bausteine eines zukunftsfähigen Welterbe-Managements.
Wissenschaft trifft Praxis
Die einwöchige Training School verband wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Anwendungsbeispielen. Fachvorträge und Diskussionsrunden widmeten sich unter anderem den Auswirkungen des Klimawandels auf historische Stadtstrukturen, naturbasierten Lösungen sowie der energetischen Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Auch Fragen der Bürgerbeteiligung, Klimagerechtigkeit und nachhaltigen Stadtentwicklung standen auf der Agenda. Besonders wichtig war dabei der direkte Praxisbezug: In interdisziplinären Arbeitsgruppen wurden die gewonnenen Erkenntnisse unmittelbar auf die Situation in Bamberg übertragen.
Fokus auf Berg-, Insel- und Gärtnerstadt
Im sogenannten ‚Urban Lab Bamberg‘ arbeiteten die internationalen Fachleute gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung, des Bamberger Klimabeirats, der Universität Bamberg sowie des Erzbistums an konkreten Lösungsansätzen. Im Mittelpunkt standen die besonderen Herausforderungen und Potenziale der Berg-, Insel- und Gärtnerstadt im Umgang mit dem Klimawandel. Exkursionen und Ortsbegehungen ermöglichten es den Teilnehmern, die örtlichen Gegebenheiten direkt kennenzulernen und in ihre Überlegungen einzubeziehen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden zum Abschluss der Veranstaltung öffentlich vorgestellt.
Hohe Anerkennung für den Welterbestandort Bamberg
Die Bedeutung der Veranstaltung spiegelte sich auch in der hochrangigen Beteiligung wider. Zu den Gästen gehörten Vertreter renommierter Institutionen wie ICOMOS International, Historic England, der Universität Leicester, der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens sowie der Polytechnischen Universität Turin. Auch Friederike Hansell, Focal Point für Welterbe im Auswärtigen Amt, nahm an der Veranstaltung teil und unterstrich damit die nationale Bedeutung des Projekts. Die internationale Aufmerksamkeit zeigt, dass Bamberg zunehmend als Modellstandort für klimaresilienz-orientiertes Welterbe-Management wahrgenommen wird.
Ergebnisse fließen in die Zukunftsplanung ein
Die Erkenntnisse der Training School sollen langfristig in die Weiterentwicklung des Welterbe-Managementplans für die Bamberger Altstadt einfließen. Geplant ist, lokale Klimarisiken künftig noch systematischer zu analysieren und darauf aufbauend konkrete Schutz- und Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wissenschaft, Fachbehörden und Zivilgesellschaft weiter gestärkt werden. Damit verfolgt Bamberg das Ziel, sein UNESCO-Welterbe auch für kommende Generationen zu bewahren und gleichzeitig aktiv zum Klimaschutz beizutragen.
Weitere Veranstaltungen bereits geplant
Das internationale Projekt wird in den kommenden Monaten fortgesetzt. Ein weiterer Expertenworkshop findet vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 erneut in Bamberg statt. Die Gesamtergebnisse der COST-Action Go2CHANGE sollen schließlich am 16. Oktober 2026 im Rahmen einer Abschluss- und Disseminationsveranstaltung präsentiert werden. Mit seinem Engagement zeigt Bamberg eindrucksvoll, wie Welterbestädte den Herausforderungen des Klimawandels begegnen und gleichzeitig ihre historische Identität bewahren können.
















