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News Bamberg

Seltene Großkäfer in Bamberg gesucht: aktive Hilfe beim Artenschutz

Naturschutzbehörden starten Erfassung von Hirschkäfer, Eremit und Großem Eichenbock

Leah Von Leah
02.Juni.2026 | 15:34 Uhr
in Bamberg, Buntes
Eremit mit typischen Kotpellets. Quelle: Carmen Fuertes

Eremit mit typischen Kotpellets. Quelle: Carmen Fuertes

In Bamberg läuft in diesem Sommer eine besondere Artenschutzaktion. Die Naturschutzbehörden der Stadt Bamberg und der Regierung von Oberfranken bitten die Bevölkerung um Unterstützung bei der Erfassung seltener Großkäferarten.

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Gesucht werden Sichtungen von Hirschkäfer, Eremit und Großem Eichenbock – drei europaweit geschützten Arten, die zu den seltensten und am stärksten gefährdeten Käfern Europas zählen. Bis Ende August 2026 können Bürgerinnen und Bürger ihre Beobachtungen mit Foto und Standortangabe an die Stadt Bamberg melden. Die gesammelten Daten sollen dabei helfen, die aktuellen Bestände der seltenen Käfer genauer zu erfassen und ihre Lebensräume langfristig zu schützen.

Bamberg zählt zu den wichtigsten Lebensräumen der seltenen Arten

Das Bamberger Stadtgebiet gilt als eines der bedeutendsten Vorkommensgebiete für die drei geschützten Käferarten. Besonders der Bamberger Hain bietet mit seinen zahlreichen alten Bäumen ideale Bedingungen für die Tiere. Im Fokus der aktuellen Kartierung stehen vor allem die Bereiche rund um die Buger Spitze sowie der Musikpavillon. Dort befinden sich viele alte Eichen, die für die Entwicklung der Käfer eine entscheidende Rolle spielen.

Alte Bäume als wertvolle Rückzugsorte

Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp betont die Bedeutung der alten Baumbestände für die Artenvielfalt in der Stadt. „Alte Bäume sind wahre Schatzkammern der Artenvielfalt. Dass mit Hirschkäfer, Eremit und Großem Eichenbock gleich drei europaweit geschützte Käferarten in Bamberg vorkommen, zeigt, wie wertvoll unsere grünen Lebensräume sind“, erklärt Glüsenkamp. Jede gemeldete Sichtung könne dabei helfen, mehr über die Bestände der seltenen Insekten zu erfahren und gezielte Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

So lassen sich die Käfer erkennen

Der wohl bekannteste Vertreter der drei Arten ist der Hirschkäfer. Besonders auffällig sind die geweihartig vergrößerten Oberkiefer der Männchen, die dem Käfer seinen Namen verliehen haben. Weibchen besitzen diese markanten ‚Geweihe‘ nicht und wirken deutlich kompakter. Auch beim Großen Eichenbock unterscheiden sich Männchen und Weibchen leicht. Die Männchen verfügen über außergewöhnlich lange Antennen, die sogar länger als ihr Körper sein können. Bei den Weibchen fallen die Antennen deutlich kürzer aus.

Der Eremit – eine echte Rarität

Besonders selten ist der Eremit, auch Juchtenkäfer genannt. Er lebt verborgen in mulmgefüllten Baumhöhlen und verlässt seinen Lebensraum nur selten. Anders als der Große Eichenbock ist der Eremit nicht ausschließlich auf Eichen angewiesen. Er besiedelt auch alte Linden, Obstbäume und andere Baumarten. Eine Besonderheit: Die Männchen verströmen einen aprikosenähnlichen Duft, um Weibchen anzulocken. Wer einen Eremiten entdeckt, hat daher einen echten Glücksfall für den Artenschutz erlebt.

Beobachten statt anfassen

Die Naturschutzbehörden weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle drei Käferarten unter strengem Schutz stehen. Die Tiere dürfen weder gefangen noch mitgenommen werden. Für die wissenschaftliche Auswertung werden ausschließlich Beobachtungen benötigt. Wichtig sind dabei ein möglichst aussagekräftiges Foto sowie eine genaue Angabe des Fundortes. Meldungen können bis Ende August 2026 per E-Mail an naturschutz@stadt.bamberg.de gesendet werden.

Bürgerbeteiligung ergänzt wissenschaftliche Untersuchungen

Mit der Kartierung wurde ein biologisches Fachinstitut beauftragt. Die Meldungen aus der Bevölkerung stellen eine wertvolle Ergänzung zu den wissenschaftlichen Erhebungen dar und fließen direkt in die Auswertung ein. Auf diese Weise können die Fachleute ein möglichst umfassendes Bild über die Verbreitung der seltenen Großkäfer im Stadtgebiet erhalten.

Grundlage für den zukünftigen Artenschutz

Die Kartierung wird durch Mittel des Freistaats Bayern sowie der Europäischen Union finanziert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig als Grundlage für gezielte Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen dienen. Ziel ist es, die wertvollen Lebensräume der seltenen Käfer langfristig zu erhalten und weiter zu verbessern. Mit jeder gemeldeten Sichtung können die Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen, dass Hirschkäfer, Eremit und Großer Eichenbock auch in Zukunft in Bamberg eine Heimat finden.

Quelle: Stadt Bamberg
Leah


Leah

Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.

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