Mit dieser Frage setzten sich Schülerinnen und Schüler der Heidelsteigschule Bamberg in einem Kunstprojekt auseinander. Unter der Leitung des akademischen Bildhauers Thomas Gröhling entstanden fünf gestaltete Kommunikationswürfel, die Kunst, kulturelles Erbe und Begegnung miteinander verbinden.
Hoffmanns Fantasiewelten als Inspiration
E. T. A. Hoffmann war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Komponist und Zeichner. Seine Fantasie, seine Traumwelten und seine vielseitigen künstlerischen Ausdrucksformen bildeten die Grundlage für das Projekt. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit seinem Werk und entwickelten daraus eigene Ideen, die sie gestalterisch umsetzten. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich Hoffmanns künstlerische Gedanken in eine moderne Form übertragen lassen. Die Schülerinnen und Schüler entwarfen zunächst eigene Motive auf Papier. Anschließend wurden die Ideen auf fünf sogenannte Kommunikationswürfel übertragen.
Von der Zeichnung zum plastischen Kunstwerk
Bei der Umsetzung konnten die Jugendlichen verschiedene gestalterische Techniken kennenlernen und praktisch erproben. Die Entwürfe wurden als Reliefs plastisch ausgearbeitet und anschließend farblich gestaltet. So entstanden individuelle Kunstwerke, die Hoffmanns vielseitiges Schaffen aus einer neuen Perspektive aufgreifen. Das Projekt bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, eigene Vorstellungen zu entwickeln und diese gemeinsam in eine konkrete Form zu bringen. Zugleich verband es künstlerische Gestaltung mit handwerklicher Arbeit und gemeinschaftlichem Lernen.
Kunst zum Sitzen und Begegnen
Die fertigen Würfel sind nicht nur als Kunstobjekte gedacht. Sie können auch als Sitzgelegenheiten und Orte der Begegnung genutzt werden. Derzeit stehen sie im Kassenfoyer des ETA Hoffmann Theaters in Bamberg. Dort sollen sie Besucherinnen und Besucher zum Verweilen einladen und Impulse für Gespräche geben. Die Gestaltung kann dazu anregen, sich mit E. T. A. Hoffmann, seinem Werk und der Frage auseinanderzusetzen, wie kulturelle Traditionen in der Gegenwart weiterleben können. Damit verbindet das Projekt Kunst im öffentlichen Raum mit einem praktischen Nutzen. Die Würfel machen kreative Ideen sichtbar und schaffen zugleich einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen können.
Kulturelles Erbe kreativ vermitteln
Das Kunstprojekt zeigt, wie kulturelle Bildung junge Menschen dazu ermutigen kann, sich mit bekannten Persönlichkeiten und ihrem Werk auseinanderzusetzen. Statt Hoffmanns Schaffen ausschließlich aus historischer Perspektive zu betrachten, entwickelten die Jugendlichen eigene Zugänge und übersetzten ihre Eindrücke in eine zeitgemäße Gestaltung. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Referat für Kultur, Welterbe und Tourismus der Stadt Bamberg sowie von der Stiftung der Sparkasse Bamberg zur Förderung von Kunst, Kultur und Denkmalpflege.
Wenn Geschichte neue Formen annimmt
Mit den fünf Kommunikationswürfeln ist ein Projekt entstanden, das die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart sichtbar macht. Die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler bringen Hoffmanns künstlerische Vielseitigkeit in einen neuen Zusammenhang und laden dazu ein, sein Werk aus ungewohnten Blickwinkeln zu entdecken. Im Foyer des ETA Hoffmann Theaters werden die Würfel so zu einem Beispiel dafür, wie kulturelles Erbe durch Kreativität und gemeinschaftliches Gestalten lebendig bleiben kann.
















