Nach dem schweren Geisterfahrerunfall auf der A70 bei Oberhaid im Landkreis Bamberg gibt es neue Erkenntnisse. Ein 46-jähriger Tatverdächtiger befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand soll er bewusst entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn aufgefahren sein und dabei einen folgenschweren Zusammenstoß mit anderen Verkehrsteilnehmern in Kauf genommen haben. Die Kriminalpolizei Bamberg hat die weitere Bearbeitung des Falls übernommen und ermittelt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bamberg. Gesucht werden außerdem Zeugen, die den silberfarbenen Ford vor dem Unfall als Geisterfahrer wahrgenommen haben.
Richter erlässt Haftbefehl gegen 46-Jährigen
Der Unfall ereignete sich am Freitagabend, 16. Oktober, auf der A70 zwischen den Anschlussstellen Bamberg-Hafen und Viereth-Trunstadt. Ein 46-Jähriger war mit seinem Auto in falscher Richtung auf die Autobahn gefahren. Bei dem anschließenden Unfall wurden mehrere Menschen verletzt. Zunächst übernahm die Verkehrspolizei Bamberg die Unfallaufnahme und die ersten Ermittlungen. Dabei ergaben sich neue Erkenntnisse, weshalb die Kriminalpolizei Bamberg den Fall in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft weiterbearbeitet.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ ein Richter am Dienstag einen Untersuchungshaftbefehl. Der Mann steht im Verdacht des versuchten gemeingefährlichen Mordes, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, des vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie der gefährlichen Körperverletzung in drei Fällen. Der Tatverdächtige konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen. Nach der Eröffnung des Haftbefehls am Dienstagnachmittag wurde er in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Vorwürfe sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Verletzte nach dem Unfall auf dem Weg der Besserung
Auch zum Gesundheitszustand der Unfallbeteiligten gibt es neue Informationen. Die Insassen eines Fahrschulautos konnten das Krankenhaus bereits verlassen. Der Fahrer eines Seat befindet sich nach Angaben der Ermittlungsbehörden auf dem Weg der Besserung. Der Unfall hatte sich zwischen den Anschlussstellen Bamberg-Hafen und Viereth-Trunstadt ereignet. Derzeit ist allerdings noch nicht abschließend geklärt, an welcher Stelle der 46-Jährige auf die A70 aufgefahren war.
Kriminalpolizei sucht Zeugen des Geisterfahrers
Um den genauen Ablauf des Geschehens zu rekonstruieren, bittet die Kriminalpolizei Bamberg um Hinweise aus der Bevölkerung. Besonders wichtig sind Beobachtungen von Verkehrsteilnehmern, denen der silberfarbene Ford vor dem Unfall auf der falschen Fahrbahnseite entgegenkam. Als mögliche Auffahrt kommt unter anderem die Anschlussstelle Eltmann vor dem Tunnel Schwarzer Berg infrage. Wo der Fahrer tatsächlich auf die Autobahn gelangte, ist nach bisherigem Ermittlungsstand jedoch noch nicht gesichert. Die Polizei hofft deshalb auf Hinweise von Menschen, die den Wagen auf der A70 gesehen haben oder Angaben zur Fahrt des Tatverdächtigen machen können.
Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Bamberg
Wer den silberfarbenen Ford auf der A70 als Geisterfahrer wahrgenommen hat oder sonstige sachdienliche Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Bamberg zu melden. Telefon: 0951/9129-491. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Bamberg und der Staatsanwaltschaft dauern an.










