Wie erleben Kinder den Verlust ihrer Heimat? Was bedeutet es, nach einer Flucht in einer zerstörten Umgebung neu anfangen zu müssen?
Die Ausstellung ‚Die vertriebenen Kinder‘ an der Universität Bamberg widmet sich diesen Fragen und macht persönliche Erinnerungen an Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg sichtbar. Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 18 Uhr in der Teilbibliothek 4 (TB4) am Heumarkt 2 in Bamberg statt. Sie ist Teil des Semesterauftakts der Europäischen Ethnologie. Im Mittelpunkt stehen fünf Lebensgeschichten von Menschen, die als Kinder nach 1945 aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden.
Fünf Lebensgeschichten in einer Graphic Novel
Die Ausstellung basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel ‚Die vertriebenen Kinder‘. Darin werden die Erinnerungen von fünf Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in gezeichneten Geschichten dargestellt. Der Dokumentarfilmer Jan Blažek und der Schriftsteller Marek Toman haben die persönlichen Erfahrungen gemeinsam mit fünf tschechischen Comiczeichnerinnen und -zeichnern in Bildergeschichten übersetzt. So werden individuelle Erlebnisse aus einer Zeit vermittelt, in der Millionen Menschen ihre Heimat verloren oder gezwungen waren, sie zu verlassen. Der besondere Blickwinkel liegt dabei auf den Erfahrungen der Kinder. Ihre Erinnerungen machen deutlich, wie einschneidend Flucht und Vertreibung das Leben junger Menschen verändern können. Die Graphic Novel verbindet persönliche Berichte mit einer visuellen Erzählform. Dadurch erhalten die Lebensgeschichten einen Zugang, der sowohl die individuellen Erfahrungen als auch die historischen Zusammenhänge in den Blick nimmt.
Podiumsgespräch zur Entstehung der Ausstellung
Im Anschluss an die Eröffnung ist eine Podiumsdiskussion mit Jan Blažek und Marek Toman geplant. Die beiden geben Einblicke in die Entstehung der Graphic Novel und erläutern, wie sich Erfahrungen von Flucht und Vertreibung vermitteln lassen. Dabei geht es um die Frage, wie persönliche Erinnerungen in Interviews erfasst, in Texte übertragen und schließlich in Bilder umgesetzt werden können. Die Veranstaltung bietet damit auch Gelegenheit, über den Umgang mit Zeitzeugenberichten und die Bedeutung unterschiedlicher Formen der Erinnerungskultur zu sprechen. Besonders ist, dass sich auch Zeitzeuginnen angekündigt haben, deren Lebensgeschichten in der Graphic Novel porträtiert werden. Ihre Teilnahme stellt eine direkte Verbindung zwischen den erzählten Erinnerungen und den Menschen her, die diese Erfahrungen selbst gemacht haben.
Ausstellung an der Universität Bamberg bis Dezember
Die Ausstellung wird durch die Initiative von Jana Paulina Lobe und Christina Meinusch an die Universität Bamberg vermittelt. Lobe ist Alumna und ehemalige Mitarbeiterin der Europäischen Ethnologie. Meinusch ist Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und Lehrbeauftragte in der Europäischen Ethnologie. Nach der Eröffnung bleibt die Ausstellung bis zum 20. Dezember 2026 in der Teilbibliothek 4 zu sehen. Ergänzend sind Begleitveranstaltungen vorgesehen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Flucht, Vertreibung und Erinnerungskultur beschäftigen. Der Besuch ist kostenfrei. Die Universität lädt alle Interessierten dazu ein, sich mit den historischen Erfahrungen und den persönlichen Geschichten auseinanderzusetzen.
Termin, Ort und Öffnungszeiten
Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 18 Uhr statt.
- Ausstellung: ‚Die vertriebenen Kinder‘
- Ort: Teilbibliothek 4 (TB4), Heumarkt 2, 96047 Bamberg
- Eröffnung: Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 18 Uhr
- Laufzeit: bis 20. Dezember 2026
- Eintritt: kostenfrei
Die Teilbibliothek 4 ist montags bis freitags von 8.30 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm gibt es auf der Website der Universität Bamberg. Angaben zu den Öffnungszeiten der Teilbibliothek 4 finden sich auf der Website der Universitätsbibliothek.
















