Die BMA365 Bamberg Baskets haben am dritten Spieltag der Basketball Champions League eine deutliche Heimniederlage kassiert.
Gegen ITELYUM Varese aus Norditalien unterlag das Team von Head Coach Jesús Ramírez am Dienstagabend in der BROSE ARENA mit 61:95 (26:46). Vor 3.637 Zuschauern fanden die Bamberger kaum Mittel gegen die aggressive Verteidigung der Gäste. Varese übernahm bereits in der zweiten Spielminute die Führung und kontrollierte die Partie bis zum Schluss. Für Bamberg ist die Niederlage ein Rückschlag im Kampf um eine bessere Ausgangslage in Gruppe D. Beide Mannschaften waren vor dem Spiel noch ohne Sieg gewesen. Durch den Erfolg zog Varese an den Baskets vorbei, die nun auf dem vierten Tabellenplatz stehen.
Varese setzt Bamberg früh unter Druck
Die Italiener erwischten den besseren Start und machten von Beginn an deutlich, dass sie die Punkte aus Bamberg mitnehmen wollten. Mit einer körperlich robusten, beweglichen und aggressiven Verteidigung störten sie den Spielaufbau der Gastgeber. Die Baskets fanden kaum Lösungen und leisteten sich schon in den ersten Minuten zahlreiche Ballverluste. Nach den ersten Punkten durch Jordan Jones geriet Bamberg schnell ins Hintertreffen. Varese nutzte die Fehler konsequent und kam durch schnelle Gegenangriffe sowie erfolgreiche Abschlüsse am Korb zu einfachen Punkten. Nach knapp vier Minuten lagen die Gäste bereits mit 14:4 vorne. Auch eine frühe Auszeit von Head Coach Jesús Ramírez brachte zunächst keine entscheidende Wende. Die Bamberger fanden offensiv weiterhin nur schwer ins Spiel und konnten den Rückstand bis zum Ende des ersten Viertels nicht verkürzen. Mit 10:22 ging es in die erste Pause.
26:46 zur Halbzeit: Bamberger Fehler werden bestraft
Im zweiten Viertel setzte sich das Bild fort. Varese blieb aggressiv in der Verteidigung und zwang die Gastgeber zu weiteren Fehlern. Die Ballverluste nutzten die Gäste immer wieder für Steals und schnelle Punkte. Nach knapp 14 Minuten stand es bereits 31:12 für die Italiener. Besonders bitter aus Bamberger Sicht: Die Gäste mussten ihre Punkte nicht ausschließlich über aufwendige Angriffe erzielen, sondern profitierten immer wieder von den Fehlern der Gastgeber. Allein in der ersten Halbzeit leisteten sich die Baskets 13 Ballverluste. Varese kam bis zur Pause auf elf Steals und erzielte daraus 19 Punkte. Auch unter den Körben waren die Norditaliener klar überlegen. Während Bamberg zur Halbzeit gerade einmal neun Rebounds gesammelt hatte, kam Varese bereits auf 26. Elf davon waren offensive Rebounds, die den Gästen zusätzliche Wurfchancen ermöglichten. Offensiv lief es für die Baskets ebenfalls nicht rund. Erst nach fast 17 Minuten gelang Jordan Jones mit seinem Distanzwurf der erste erfolgreiche Dreier der Gastgeber. Zu diesem Zeitpunkt lag Bamberg bereits deutlich zurück. Beim Stand von 26:46 ging es in die Kabinen.
Varese entscheidet die Partie nach der Pause
Wer nach dem Seitenwechsel auf eine Bamberger Aufholjagd gehofft hatte, wurde schnell enttäuscht. Varese startete mit einem 11:0-Lauf in die zweite Halbzeit und baute den Vorsprung auf 57:26 aus. Zwei weitere Dreier von Hunter Hale verschärften die Situation für die Gastgeber. Hale war an diesem Abend einer der auffälligsten Spieler der Gäste. Der Guard sammelte bereits bis zum Ende des dritten Viertels 22 Punkte und war von der Bamberger Defensive kaum zu stoppen. Die Baskets fanden weiterhin keine Antwort auf das Tempo und die körperliche Präsenz der Italiener. Positiv fiel aus Bamberger Sicht die Leistung von Jakob Lang auf. Der Youngster nutzte seine Einsatzzeit mit viel Engagement und zeigte sich trotz des deutlichen Rückstands unerschrocken.
Mit 43:75 ging das dritte Viertel zu Ende. Damit war die Begegnung praktisch entschieden. Im Schlussabschnitt verteilte Vareses Trainer Giannis Kastritis die Spielzeit auf seinen gesamten Kader. Die Gäste hielten ihren Vorsprung und brachten den deutlichen Erfolg souverän ins Ziel. Auch auf Bamberger Seite kamen alle aufgestellten Spieler zum Einsatz. Für Musa Abra war die Partie ein besonderer Moment: Nach einem Foul bei einem Dreierversuch verwandelte er zwei Freiwürfe und erzielte damit seine ersten Punkte in der Basketball Champions League.
Jordan Jones bester Bamberger Werfer
Bei den BMA365 Bamberg Baskets ragte Jordan Jones mit 25 Punkten heraus. Er war der einzige Bamberger Spieler, der eine zweistellige Punktausbeute erreichte. Richard Balint kam auf sechs Punkte und drei Steals. Auch Bähre und Wilson steuerten jeweils fünf Zähler bei. Aufseiten der Gäste war Hunter Hale mit 22 Punkten erfolgreichster Werfer. David Duke und Alviti erzielten jeweils 13 Punkte, während Nikolic auf 14 Zähler kam. Das Endergebnis von 61:95 spiegelte die Kräfteverhältnisse an diesem Abend deutlich wider. Varese war nicht nur treffsicherer, sondern setzte sich vor allem bei den Rebounds und den Ballgewinnen entscheidend durch.
Ballverluste und Rebounds als entscheidende Faktoren
Zwei Statistiken verdeutlichen, warum Bamberg an diesem Abend kaum eine Chance hatte. Zum einen waren die Ballverluste ein großes Problem. Die 13 Turnover allein in der ersten Halbzeit ermöglichten Varese zahlreiche einfache Punkte. Die elf Steals der Gäste unterstrichen, wie erfolgreich sie den Bamberger Spielaufbau störten. Zum anderen dominierten die Italiener das Rebound-Duell klar. Am Ende standen 48 Rebounds für Varese lediglich 29 auf Bamberger Seite gegenüber. Besonders groß war der Unterschied vor der Halbzeit, als die Gäste mit 26:9 vorne lagen. Die zusätzlichen Ballbesitze gaben Varese immer wieder neue Chancen und verhinderten, dass Bamberg einen Rhythmus entwickeln konnte. Auch wenn die zweite Halbzeit beim Rebound-Duell deutlich ausgeglichener verlief, war der Rückstand zu diesem Zeitpunkt bereits zu groß.
Ramírez übt deutliche Kritik an der Leistung
Nach dem Spiel fand Head Coach Jesús Ramírez klare Worte. Seine Mannschaft habe nicht die Leistung gezeigt, die nötig gewesen wäre, um die Partie zu gewinnen. In nahezu allen Bereichen hätte Bamberg besser auftreten müssen.
„Entschuldigung an alle, die heute in der Halle waren, um uns spiele zu sehen. Unser Spielplan ist herausfordernd. Wir haben viele Spiele und da kann man auch einmal ein schlechtes Spiel haben und auch verlieren. Heute aber reden wir nicht über Basketball. Wir sollten über springen, rennen und auch darüber sprechen, wie man mit Kontakt umgeht. In all diesen Sachen waren wir heute auch nicht annähernd bereit. Wir gehen die Spiele auf die falsche Art an. In viele Partien in dieser Saison haben wir bereits wirklich tollen Phasen gezeigt, aber es gab auch Spiele, in denen wir einfach verschwunden sind. Die Beschreibung unseres heutigen Spiels ist einfach nur sehr sehr sehr schlecht. Man kann Spiele gewinnen und verlieren, entscheidend ist immer das wie und in dieser Hinsicht bin ich heute ganz einfach richtig verärgert und verwirrt. Auf diese Art und Weise darf man nicht verlieren.“
Vareses Trainer Giannis Kastritis lobte dagegen den geschlossenen Auftritt seiner Mannschaft.
„Wir haben gut als Mannschaft gespielt. Nach der bitteren Heimniederlage zuletzt gegen Peristeri wollten wir hier heute unbedingt gewinnen. Wir wussten, dass Bamberg zu Beginn der Spiele hier in ihrer eigenen Halle immer aggressiv ins Spiel startet. Hier muss ich meinen Spielern ein Kompliment machen, denn es ist ihnen nicht nur gelungen, die Energie der Bamberger zu matchen, sondern sie haben es geschafft, dem Spiel unser Level an Intensität zu geben. Wir haben den Rebound kontrolliert, haben physisch gut gespielt und Bamberg keine einfachen Punkte in Transition gestattet. Ich glaube, dass wir das Spiel von Anfang bis Ende kontrolliert haben und dafür haben sich unsere Spieler ein großes Lob verdient.“
Familienspieltag gegen Science City Jena
Viel Zeit, um die Niederlage aufzuarbeiten, bleibt den Bambergern nicht. Bereits am kommenden Sonntag, 1. November, steht in der easyCredit Basketball Bundesliga das nächste Heimspiel an. Dann empfangen die BMA365 Bamberg Baskets Science City Jena in der BROSE ARENA. Die Partie ist als Familienspieltag geplant. Neben Basketball sollen verschiedene Mitmachangebote für Unterhaltung sorgen. Vorgesehen sind unter anderem eine Hüpfburg, Popcorn, eine Mal-Ecke und weitere Aktionen, bei denen es auch etwas zu gewinnen gibt. Der Tip-off ist für 15 Uhr angesetzt. Die Halle öffnet wie gewohnt 90 Minuten vor Spielbeginn. Tickets sind online sowie im Freak City Store erhältlich. Nach der enttäuschenden Vorstellung gegen Varese wollen die Baskets vor heimischem Publikum eine Reaktion zeigen und sich in der Bundesliga wieder von einer besseren Seite präsentieren.
















