Während die Bundesregierung derzeit im Zuge geplanter Reformen Gespräche mit Wirtschaftsvertretern und Gewerkschaften führt, vermisst der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Perspektive junger Menschen im politischen Dialog.
„Junge Menschen sind Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft. Doch ihre Stimmen, Bedürfnisse und Perspektiven finden noch immer zu selten Berücksichtigung in politischen Entscheidungen“, erklärt Andreas Hoppe Weick, Vorstand des BDKJ-Diözesanverbands Bamberg. Der Verband vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie der 13 Jugendverbände im Erzbistum Bamberg.
Generationengerechtigkeit als politischer Maßstab
Der BDKJ fordert die Bundesregierung dazu auf, Generationengerechtigkeit als grundlegenden Maßstab politischen Handelns zu etablieren. Grundlage ist ein Beschluss der BDKJ-Hauptversammlung aus dem Mai 2025. Nach Ansicht des Jugendverbands müsse die Politik die Auswirkungen ihrer Entscheidungen stärker auf zukünftige Generationen berücksichtigen. Generationengerechtigkeit solle dabei nicht nur ein einzelnes politisches Ziel sein, sondern als Leitlinie für alle Ressorts und politischen Ebenen dienen.
Kinderrechte im Grundgesetz verankern
Zu den zentralen Forderungen des BDKJ gehört die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz. Damit sollen die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen bei politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. Darüber hinaus setzt sich der Verband für die gesetzliche Einführung eines verpflichtenden Jugend-Checks ein. Dieses Instrument soll künftig bei Gesetzesvorhaben prüfen, welche Auswirkungen politische Entscheidungen auf junge Menschen haben.
Soziale Gerechtigkeit für alle Generationen
Ein weiterer Schwerpunkt der Forderungen betrifft die Sozialpolitik. Der BDKJ spricht sich für Maßnahmen aus, die Armut bekämpfen, Chancengleichheit fördern und die Belastungen zwischen den Generationen fair verteilen. Insbesondere bei der Finanzierung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung müsse darauf geachtet werden, dass junge Menschen nicht dauerhaft strukturell benachteiligt werden.
Wahlalter senken und Klimaschutz stärken
Seit Jahren fordert der BDKJ zudem eine Absenkung des Wahlalters auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Junge Menschen sollten die Möglichkeit erhalten, politische Entscheidungen früher aktiv mitzugestalten. Auch beim Klimaschutz sieht der Jugendverband dringenden Handlungsbedarf. Nach Ansicht des BDKJ sind wirksame Investitionen notwendig, um künftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt zu sichern.
Jugend stärker in politische Entscheidungen einbinden
Mit seinen Forderungen möchte der BDKJ erreichen, dass die Interessen junger Menschen nicht nur in Debatten thematisiert, sondern auch konkret in politische Prozesse eingebunden werden. Der Verband betont, dass Reformen und Zukunftsentscheidungen langfristige Auswirkungen haben und deshalb die Perspektiven derjenigen berücksichtigen müssen, die besonders lange mit den Folgen leben werden. Für den BDKJ steht deshalb fest: Wer über die Zukunft des Landes entscheidet, sollte auch die Jugend aktiv an diesen Entscheidungen beteiligen.















