Zwei Frauen aus Bamberg und dem Landkreis Bamberg sind am Montag Opfer von sogenannten Schockanrufen geworden.
Die Täter täuschten schwere Notlagen von Angehörigen vor und brachten ihre Opfer dazu, Bargeld und Wertgegenstände zu übergeben. Die Beute beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro. Die Kriminalpolizei Bamberg ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.
Betrüger täuschen Krebserkrankung einer Angehörigen vor
Eine über 70-jährige Frau aus Hirschaid erhielt am Montag einen Anruf von Unbekannten. Die Betrüger behaupteten, eine nahe Angehörige sei an Krebs erkrankt und benötige teure Medikamente, die bezahlt werden müssten. Durch diese erfundene Notlage setzten die Täter die Frau offenbar so unter Druck, dass sie Bargeld und Schmuck übergab. Die Übergabe fand gegen 15 Uhr im Hirschaider Gemeindeteil Erlach statt. Ein junger Mann nahm dort ein Kuvert mit den Wertgegenständen entgegen. Der Abholer wird als etwa 18 bis 20 Jahre alt und rund 1,75 Meter groß beschrieben. Er soll extrem schlank sein, kurze blonde Haare haben und zum Tatzeitpunkt ein weißes T-Shirt sowie eine helle Hose getragen haben.
Zweiter Schockanruf mit erfundener Unfallgeschichte
Auch eine 63-jährige Frau wurde am Montag von Betrügern kontaktiert. In diesem Fall behaupteten die Unbekannten, ihr Enkel habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Damit er nicht ins Gefängnis müsse, sei eine Kaution erforderlich. Die Frau glaubte offenbar der Geschichte und stellte Bargeld sowie Wertgegenstände zusammen. Sie verpackte diese in ein Kuvert und übergab es an einen angeblichen Kurier. Die Übergabe erfolgte gegen 20 Uhr auf einem Parkplatz im Bamberger Gewerbegebiet. Der Ort befindet sich in der Dr.-Robert-Pfleger-Straße, unweit der Straße ‚Laubanger‘. Wie hoch der Wert der in diesem Fall erbeuteten Gegenstände genau ist, wurde bislang nicht näher mitgeteilt.
Kriminalpolizei Bamberg ermittelt in beiden Fällen
In beiden Fällen übernahm die Kriminalpolizei Bamberg die weiteren Ermittlungen. Insgesamt erbeuteten die Täter Bargeld und Wertgegenstände im Wert von mehreren zehntausend Euro. Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise von Menschen, die an den Übergabeorten verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Besonders wichtig könnten Beobachtungen am Montagnachmittag in Erlach sowie am Abend im Bamberger Gewerbegebiet sein. Wer Angaben zu den Fällen machen kann, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Bamberg unter der Telefonnummer 0951/9129-491 zu melden.
So schützen Sie sich vor Schockanrufen
Bei sogenannten Schockanrufen versuchen Betrüger, ihre Opfer durch dramatische Geschichten über angebliche Unfälle, Krankheiten oder drohende Haft unter Druck zu setzen. Die Betroffenen sollen möglichst schnell Geld oder Wertsachen übergeben. Um sich vor solchen Betrugsmaschen zu schützen, empfiehlt es sich, bei unerwarteten Notrufen misstrauisch zu bleiben und sich nicht zu überstürzten Entscheidungen drängen zu lassen.
- Ruhe bewahren: Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen.
- Angehörige selbst kontaktieren: Rufen Sie die betreffende Person unter einer Ihnen bekannten Telefonnummer an.
- Keine Wertsachen übergeben: Polizei und andere Behörden verlangen am Telefon keine Geldübergabe zur Abwendung einer Haft.
- Im Zweifel auflegen: Beenden Sie das Gespräch und wenden Sie sich bei einem Betrugsverdacht an die Polizei.
Die aktuellen Fälle zeigen, wie gezielt Täter die Sorge um Familienangehörige ausnutzen. Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen können helfen, die Verantwortlichen zu ermitteln.











