Das Erzbistum Bamberg richtet seine Bildungslandschaft neu aus. Um die langfristige Zukunft seiner Schulen zu sichern, werden personelle und finanzielle Ressourcen künftig stärker gebündelt.
Im Zuge dieser Neuausrichtung wird das Erzbischöfliche Abendgymnasium in Bamberg schrittweise eingestellt. Zum Schuljahr 2026/27 werden dort letztmals neue Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Die Entscheidung ist Teil einer umfassenden Strategie, mit der das Erzbistum seine sieben diözesanen Schulen in Bamberg, Nürnberg und Schillingsfürst langfristig stärken und weiterentwickeln möchte.
Deutlich weniger Schülerinnen und Schüler
Ausschlaggebend für die Entscheidung ist die seit Jahren rückläufige Nachfrage nach dem Angebot des Abendgymnasiums. Vor rund zwei Jahrzehnten besuchten noch knapp 50 Erwachsene die Einrichtung. Heute sind es weniger als 20. Gleichzeitig haben sich die Möglichkeiten, die Allgemeine Hochschulreife oder einen Hochschulzugang auf dem zweiten Bildungsweg zu erwerben, in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Viele Interessierte nutzen inzwischen alternative Bildungsangebote, wodurch die Zahl der Anmeldungen kontinuierlich zurückgegangen ist. Mit den sinkenden Schülerzahlen gehen auch geringere staatliche Zuschüsse einher. Dadurch wächst das Defizit, das vom Erzbistum getragen werden muss. Hinzu kommt der Rückgang der Kirchensteuereinnahmen infolge sinkender Mitgliederzahlen, wodurch die finanziellen Spielräume zunehmend eingeschränkt werden.
Eine traditionsreiche Bildungseinrichtung
Das Erzbischöfliche Abendgymnasium wurde im Jahr 1966 gegründet und gehört zu den wenigen Einrichtungen dieser Art in Bayern. Über Jahrzehnte hinweg bot es Erwachsenen die Möglichkeit, neben Beruf und Familie die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben und neue berufliche sowie persönliche Perspektiven zu entwickeln. Rund 400 Absolventinnen und Absolventen haben das Abendgymnasium seit seiner Gründung erfolgreich abgeschlossen. Für viele von ihnen war der zweite Bildungsweg der Schlüssel zu einem Studium oder einer beruflichen Neuorientierung. Generalvikar Georg Kestel würdigte die Bedeutung der Schule: Das Abendgymnasium habe über viele Jahrzehnte hinweg Menschen neue Bildungs- und Lebenschancen eröffnet. Sein Dank gelte insbesondere den Lehrkräften sowie allen Beteiligten, die diese Arbeit ermöglicht hätten.
Laufender Schulbetrieb bleibt gesichert
Für die derzeitigen Schülerinnen und Schüler sowie für den letzten Aufnahmejahrgang im Schuljahr 2026/27 ändert sich zunächst nichts. Das Abendgymnasium bleibt so lange bestehen, bis alle aufgenommenen Jahrgänge ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Schulleiter Stephan Reheuser betont, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Schullaufbahn wie geplant fortsetzen und die Allgemeine Hochschulreife erwerben können. Niemand müsse befürchten, seine Ausbildung aufgrund der Entscheidung vorzeitig beenden zu müssen. Erst nach dem Abschluss des letzten Jahrgangs wird der Schulbetrieb endgültig eingestellt.
Fokus auf die Zukunft der kirchlichen Schulen
Mit der Bündelung der Ressourcen verfolgt das Erzbistum das Ziel, die Qualität seiner verbleibenden Schulen dauerhaft zu sichern. Die frei werdenden personellen und finanziellen Mittel sollen künftig gezielt in die sieben diözesanen Schulen investiert werden. Alexander Pfister, Hauptabteilungsleiter für Schule und Religionsunterricht im Ordinariat, bezeichnet die Entscheidung als Konsequenz einer langfristigen Entwicklung. Durch die Konzentration der Kräfte könne die Zukunftsfähigkeit der kirchlichen Schulen gestärkt und auch künftig hochwertige Bildungsarbeit gewährleistet werden.
Schwierige Entscheidung mit langfristiger Perspektive
Die schrittweise Schließung des Erzbischöflichen Abendgymnasiums markiert das Ende einer traditionsreichen Einrichtung, die über sechs Jahrzehnte Erwachsenen neue Bildungswege eröffnet hat. Gleichzeitig sieht das Erzbistum darin einen notwendigen Schritt, um seine Bildungsangebote an veränderte gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen. Mit der geplanten Neuausrichtung sollen die kirchlichen Schulen im Erzbistum Bamberg langfristig leistungsfähig bleiben und auch künftig ein hochwertiges Bildungsangebot für kommende Generationen sichern.















