Ein Seniorenehepaar aus Hallstadt im Landkreis Bamberg ist am Mittwoch Opfer einer raffinierten Telefonbetrugsmasche geworden.
Unbekannte Täter täuschten am Telefon eine dramatische Notlage vor und brachten die Eheleute dazu, einen fünfstelligen Bargeldbetrag an einen fremden Mann zu übergeben. Die Anrufer behaupteten, die Tochter des Ehepaares sei schwer erkrankt und benötige dringend ein besonders teures Medikament aus der Schweiz. Damit die lebenswichtige Behandlung bereits am nächsten Tag beginnen könne, müsse umgehend eine hohe Anzahlung geleistet werden.
Täter trennten das Ehepaar gezielt
Während des Telefonats gaben die Betrüger dem Ehemann die Anweisung, zum Klinikum Bamberg zu fahren. Dadurch befand sich die Ehefrau allein zu Hause, als der angebliche Geldabholer erschien. Zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr suchte der bislang unbekannte Mann die Wohnanschrift des Ehepaares in der Mühlhofstraße auf. Im Glauben, ihrer Tochter zu helfen, übergab die Seniorin dem Abholer einen fünfstelligen Bargeldbetrag, der sich in einer Brotzeitbox befand. Erst später stellte sich heraus, dass es sich um einen perfiden Betrug handelte.
Beschreibung des Geldabholers
Die Kriminalpolizei Bamberg hat folgende Beschreibung des mutmaßlichen Geldabholers veröffentlicht:
- männlich
- etwa 25 bis 30 Jahre alt
- rund 180 Zentimeter groß
- kräftige Statur
- dunkle, leicht gewellte Haare
- schwarze Hose
- weißes T-Shirt mit Aufdruck
Kriminalpolizei bittet um Zeugenhinweise
Die Kriminalpolizei Bamberg hat die Ermittlungen übernommen und bittet nun um die Mithilfe der Bevölkerung. Wer am Mittwoch zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr im Bereich der Mühlhofstraße in Hallstadt verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Bamberg unter der Telefonnummer 0951/9129-491 zu melden.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass Betrüger ihre Opfer häufig mit erfundenen Notlagen unter Druck setzen. Angehörige sollen angeblich dringend Geld für eine Operation, Medikamente oder andere medizinische Maßnahmen benötigen.
Die Polizei rät deshalb:
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
- Beenden Sie das Gespräch und kontaktieren Sie Ihre Angehörigen direkt.
- Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Personen.
- Verständigen Sie im Verdachtsfall sofort die Polizei.
Gerade ältere Menschen geraten immer wieder ins Visier professioneller Betrüger. Eine gesunde Skepsis und die Rücksprache mit Familienangehörigen können helfen, solche Straftaten zu verhindern.









