Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 hat das Zentrum Welterbe Bamberg ein vielfältiges Programm rund um die UNESCO-Welterbestätte ‚Altstadt von Bamberg‘ angeboten.
Im Mittelpunkt stand die Verbindung von Welterbe und Nachhaltigkeit. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über das Thema zu informieren und mit den Mitarbeitenden des Zentrums ins Gespräch zu kommen. Dabei entstand ein lebendiger Austausch über die Bedeutung des Welterbes für Bamberg und seine Bewohnerinnen und Bewohner. Gleichzeitig konnten die Gäste eigene Erfahrungen und Anregungen einbringen.
Historisches Wissen als Impuls für die Gegenwart
Die Ausstellung ‚Welterbe und Nachhaltigkeit – Die Zukunft ist älter als Sie denken‘ machte deutlich, dass nachhaltige Lösungen nicht immer neu erfunden werden müssen. An Beispielen aus Bamberg und UNESCO-Welterbestätten weltweit wurde gezeigt, wie historische Bauweisen, Stadtstrukturen und Formen der Landnutzung bereits Prinzipien aufgreifen, die heute unter dem Begriff Nachhaltigkeit diskutiert werden. Dazu gehören beispielsweise natürliche Kühlung durch Innenhöfe, begrünte Dächer und Windtürme. Auch die Verwendung lokaler Materialien und traditionelle Wassermanagementsysteme spielen eine Rolle.
Kurze Wege und bestehende Gebäude nutzen
Weitere Beispiele sind kurze Wege und vielfältige Stadtquartiere. Auch der Erhalt bestehender Gebäude kann einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten. Statt Gebäude ausschließlich neu zu errichten, können bestehende Bauten repariert und weiterentwickelt werden. Überliefertes Wissen kann damit konkrete Anregungen für den Umgang mit aktuellen Herausforderungen liefern. Die Ausstellung stellte diese Zusammenhänge anschaulich dar und lud die Besucherinnen und Besucher dazu ein, über die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft nachzudenken.
Bamberg im Netzwerk der Mühlen und des Wassers
Passend zum bundesweiten Motto ‚NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur‘ standen bei vier Kurzführungen die historischen Mühlenviertel im Mittelpunkt. Unter dem Titel ‚Bamberg im Netzwerk: Mühlen, Wasser und Welterbe‘ erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte der Unteren und Oberen Mühlenviertel. Dabei wurde erklärt, wie die Mühlen entlang der Regnitz miteinander verbunden waren und welche Bedeutung das Wasser für die Entwicklung Bambergs hatte.
Mühlen prägten die Stadtentwicklung
Die verschiedenen Mühlen erfüllten unterschiedliche Funktionen und waren zugleich Teil eines größeren wirtschaftlichen und sozialen Netzwerks. Gemeinsam prägten sie die historische Stadtstruktur, die heute Bestandteil der UNESCO-Welterbestätte ist. Die Führungen machten deutlich, dass einzelne Gebäude und Anlagen nicht isoliert betrachtet werden können. Vielmehr entstanden Zusammenhänge zwischen Wasser, Mühlen, Wirtschaft und Stadtentwicklung. Diese historischen Verbindungen wurden bei den Führungen sichtbar gemacht.
Geschichte trifft Gegenwart
Die Kurzführungen stellten zugleich Bezüge zum heutigen Bamberg und zu anderen Welterbestätten weltweit her. Damit ging es nicht allein um einen Blick zurück. Vielmehr wurde die Frage aufgegriffen, welche Erkenntnisse aus historischen Strukturen auch für die Gegenwart interessant sein können. Die Teilnehmenden konnten während der Führungen Fragen stellen und eigene Perspektiven sowie Erfahrungen einbringen. So entstand ein direkter Austausch über die Geschichte und ihre Bedeutung für das heutige Stadtleben.
Interaktive Ausstellung lädt zum Mitmachen ein
Ergänzend zu den Führungen war die Ausstellung ‚Welterbe und Nachhaltigkeit‘ im Zentrum Welterbe Bamberg zu sehen. Sie ist in Kooperation mit Studierenden der Europäischen Ethnologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg entstanden. Vier interaktive Stationen zeigen dort, welchen Beitrag Welterbestätten zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können. Dabei werden unterschiedliche Aspekte aufgegriffen. Dazu zählen soziale Begegnung, regionale Kreisläufe sowie historische und ökologische Bauweisen.
Nachhaltigkeit selbst erleben
Die Ausstellung setzt nicht ausschließlich auf Informationen. Mitmachangebote und Experimente geben den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, sich selbst mit den Themen auseinanderzusetzen. Auf diese Weise werden historische und nachhaltige Prinzipien nicht nur erklärt, sondern auch erlebbar gemacht. Das Angebot richtet sich damit an Menschen, die sich für das Bamberger Welterbe interessieren und gleichzeitig der Frage nachgehen möchten, welche Rolle historische Erfahrungen für eine nachhaltige Zukunft spielen können.
Ausstellung noch bis Ende Oktober zu sehen
Wer den Tag des offenen Denkmals verpasst hat, kann die Ausstellung weiterhin besuchen. ‚Welterbe und Nachhaltigkeit – Die Zukunft ist älter als Sie denken‘ bleibt noch bis Ende Oktober im Zentrum Welterbe Bamberg zugänglich. Damit besteht auch nach dem Denkmaltag die Möglichkeit, sich mit den vorgestellten Beispielen und Zusammenhängen zu beschäftigen.
Bamberger Welterbe als Lernort
Der Tag des offenen Denkmals hat gezeigt, wie eng Denkmalschutz, Stadtgeschichte und Nachhaltigkeit miteinander verbunden werden können. Die historischen Mühlenviertel und die Nutzung der Regnitz verdeutlichen dabei, wie Infrastruktur und Stadtentwicklung über Jahrhunderte zusammenwirkten. Die Ausstellung erweitert diesen Blick um Beispiele für nachhaltige und klimaangepasste Gestaltung. So wird das Welterbe nicht nur als schützenswertes Zeugnis der Vergangenheit betrachtet. Es kann zugleich Anregungen liefern, wenn es um die Gestaltung der Zukunft geht.
Vergangenheit liefert Ideen für morgen
Das Programm des Zentrums Welterbe Bamberg machte beim Tag des offenen Denkmals deutlich, dass historische Erfahrungen auch heute relevant sein können. Ob Wassermanagement, lokale Materialien, angepasste Bauweisen, kurze Wege oder der Erhalt bestehender Gebäude: Viele der gezeigten Beispiele beschäftigen sich mit Fragen, die auch für eine nachhaltige Entwicklung wichtig sind. Mit den Führungen zu Mühlen und Wasser sowie der interaktiven Ausstellung konnten Besucherinnen und Besucher diese Zusammenhänge aus unterschiedlichen Perspektiven entdecken. Die Ausstellung im Zentrum Welterbe Bamberg bietet noch bis Ende Oktober Gelegenheit, den Gedanken weiterzuverfolgen: Manchmal liegen Ideen für die Zukunft bereits in der Geschichte.
Leah
Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.
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