Der Bamberger Stadtrat folgte damit einstimmig der Empfehlung einer fachkundigen Jury unter Vorsitz von Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar. Die Auszeichnung, die mit 3.000 Euro dotiert ist, wird alle drei Jahre vergeben und zählt zu den wichtigen Förderpreisen für junge Kunstschaffende.
Eine Künstlerin mit internationalem Profil
Silja Beck wurde 1996 in Wasserburg am Inn geboren und hat sich in den vergangenen Jahren eine beeindruckende künstlerische Laufbahn aufgebaut. Ihr Studium führte sie an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, wo sie Kunstpädagogik sowie Interaktive Medien studierte. Im Jahr 2025 schloss sie ihr Masterstudium der Freien Kunst am Royal Institute of Arts in Stockholm erfolgreich ab. Neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit ist sie seit mehreren Jahren auch als Workshop-Leiterin tätig – unter anderem in Berlin, Essen und Norwegen. Heute lebt und arbeitet sie in Nürnberg und ist mit ihren Projekten sowohl national als auch international präsent.
Kunst, die Menschen einbezieht
Im Zentrum von Becks Arbeit stehen gesellschaftliche Fragestellungen, die sie auf besondere Weise zugänglich macht. Ihre Werke zeichnen sich vor allem durch ihren interaktiven und performativen Ansatz aus. Das Besondere: Die Betrachtenden bleiben nicht bloß Zuschauer, sondern werden aktiv Teil des Kunstwerks. Grenzen zwischen Publikum und Kunst verschwimmen bewusst. Viele ihrer Installationen entstehen im öffentlichen Raum und sind so gestaltet, dass sie niedrigschwellig zugänglich sind. Dadurch erreicht Beck ein breites Publikum und schafft neue Zugänge zur zeitgenössischen Kunst.
Vielseitige Materialien und ortsbezogene Arbeiten
Ein weiteres Merkmal ihrer Kunst ist der kreative Umgang mit Materialien. Neben klassischen Werkstoffen wie Keramik und Papier nutzt Beck auch Alltagsgegenstände – etwa Radios oder Fahrzeuge.
Diese ungewöhnliche Kombination sorgt für:
- Überraschende Perspektiven
- Neue Bedeutungszusammenhänge
- Starke visuelle und inhaltliche Wirkung
Zudem sind ihre Arbeiten häufig stark an den jeweiligen Ort gebunden. Sie reagieren sensibel auf bestehende Umgebungen und fügen sich bewusst in diese ein.
Jury würdigt innovativen Ansatz
Die Entscheidung für Silja Beck fiel einstimmig. Laut Ulrike Siebenhaar war insbesondere der innovative Zugang zur Kunst ausschlaggebend: Der performative und interaktive Charakter ihrer Arbeiten ermögliche es, Kunst immer wieder neu zu denken. Nach einer ersten Beobachtung würden die Betrachterinnen und Betrachter selbst zu aktiven Mitwirkenden. Damit hebt sich Beck deutlich von klassischen Präsentationsformen ab und setzt neue Impulse in der Kunstszene.
Ein Preis mit Geschichte und Bedeutung
Der Volker-Hinniger-Preis wurde 1990 von Gretel Hinniger ins Leben gerufen. Er erinnert an ihren Sohn Volker Hinniger, einen Künstler, der 1988 verunglückte. Ziel des Preises ist es, junge bildende Künstlerinnen und Künstler zu fördern und ihnen eine größere Öffentlichkeit zu verschaffen. Die Jury setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Kunst und Wissenschaft zusammen, darunter:
- die Kulturreferentin der Stadt Bamberg
- der Direktor der städtischen Museen
- Mitglieder des Kunstvereins
- sowie Kunstschaffende und Expertinnen und Experten
Diese breite fachliche Expertise sorgt für eine fundierte und ausgewogene Entscheidung.
Bedeutung für die zeitgenössische Kunst
Mit der Auszeichnung von Silja Beck wird eine Künstlerin geehrt, die aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift und in innovative Kunstformen übersetzt.
Ihre Arbeiten zeigen, wie Kunst:
- Menschen verbinden kann
- Diskussionen anstößt
- neue Perspektiven eröffnet
Gerade im öffentlichen Raum entfalten ihre Projekte eine besondere Wirkung und machen Kunst für viele Menschen unmittelbar erlebbar.
Wenn Kunst zum gemeinsamen Erlebnis wird
Die Entscheidung für Silja Beck ist mehr als nur eine Preisvergabe – sie ist ein klares Signal für die Bedeutung interaktiver und gesellschaftsbezogener Kunst. In einer Zeit, in der Austausch und Teilhabe immer wichtiger werden, zeigt Beck, wie Kunst Räume öffnen kann, in denen Menschen nicht nur betrachten, sondern selbst aktiv werden. Damit steht sie exemplarisch für eine neue Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die Kunst als gemeinsames Erlebnis verstehen – nahbar, relevant und mitten im Leben.
















