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News Bamberg

Uni Bamberg forscht an Europas Kriegsgeschichte

Historische Schadenskarten jetzt digital zugänglich

Leah Von Leah
21.Mai.2026 | 14:59 Uhr
in Bamberg, Campus, Geschichte
Eine der erfassten und nun online zugänglichen Karten stellt einen Entwurf für einen Verkehrsplan für Nürnberg dar. Der Plan wurde direkt auf einer gedruckten Kriegsschadenskarte von Nürnberg gezeichnet.

Eine der erfassten und nun online zugänglichen Karten stellt einen Entwurf für einen Verkehrsplan für Nürnberg dar. Der Plan wurde direkt auf einer gedruckten Kriegsschadenskarte von Nürnberg gezeichnet.

Wie gehen Städte nach Krieg oder Katastrophen mit Zerstörung um? Welche Strategien helfen beim Wiederaufbau?

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Antworten auf diese Fragen liefert das Forschungsprojekt ‚UrbanMetaMapping‘ der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Über fünf Jahre hinweg sammelten und analysierten Forschende historische Kriegsschadenskarten aus Mittel- und Osteuropa aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Ein Teil der Karten ist inzwischen öffentlich digital zugänglich und eröffnet neue Einblicke in die Geschichte von Städten und deren Wiederaufbau.

Karten zeigen Zerstörung und Wiederaufbau

Die historischen Schadenskarten dokumentieren zerstörte Gebäude, beschädigte Stadtviertel und Planungen für den Wiederaufbau. Viele der Karten entstanden bereits während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen der Katastrophenhilfe und wurden später für die Stadtplanung genutzt. Projektleiterin Carmen Enss beschreibt die Karten als „Datenschätze“ und „Datenbanken auf Papier“. Durch die Digitalisierung und offene Bereitstellung würden sie nun für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit nutzbar. Die Forschenden sichteten Kartenmaterial aus zahlreichen europäischen Städten – darunter Nürnberg, Berlin, London, Warschau und Bukarest.

Erkenntnisse für heutige Krisen

Die Untersuchungen zeigen laut den Forschenden, dass Wiederaufbauprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg häufig deutlich planvoller organisiert waren als bislang angenommen. Gerade mit Blick auf heutige Herausforderungen wie Naturkatastrophen oder die Folgen des Klimawandels könnten die historischen Karten wichtige Erkenntnisse liefern. Themen wie Stadtplanung, Denkmalschutz und Katastrophenvorsorge seien heute ebenso relevant wie damals. Die Forschenden sehen darin auch Chancen für zukünftige nachhaltige Wiederaufbaukonzepte.

Digitale Plattform macht Karten sichtbar

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die digitale Plattform MapmyMaps. Dort können ausgewählte Karten öffentlich eingesehen werden. Die historischen Karten wurden dafür georeferenziert und mit heutigen Stadtplänen verknüpft. Nutzerinnen und Nutzer können dadurch verschiedene Zeitebenen miteinander vergleichen – von der Vorkriegszeit über die Kriegsschäden bis hin zu späteren Wiederaufbauplänen. Auch praktische Anwendungen seien denkbar. So könnten die Karten beispielsweise helfen, Bereiche mit möglichem Blindgängerrisiko bei Bauarbeiten besser einzugrenzen.

Internationales Forschungsprojekt mit großer Bedeutung

Das Projekt ‚UrbanMetaMapping‘ wurde mit rund 2,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und vereinte Fachbereiche wie Denkmalpflege, Geschichte, Geoinformatik und Sozialgeografie. Beteiligt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren europäischen Ländern. Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Projekt unter anderem durch die Fachkonferenz ‚Spatial Humanities‘, die 2024 in Bamberg stattfand.

Forschung soll weiter ausgebaut werden

Obwohl das Projekt offiziell Ende 2025 abgeschlossen wurde, arbeitet das Team weiter an der Aufbereitung der historischen Daten. Geplant ist unter anderem, Kriegsschadenskarten aus Nürnberg künftig in den Bayernatlas zu integrieren. Darüber hinaus wollen die Forschenden untersuchen, welche Veränderungen in Städten tatsächlich kriegsbedingt waren – und welche bewusst durch Stadtplanung entstanden. Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter UrbanMetaMapping. Einen Projektfilm stellt die Universität ebenfalls online bereit: Projektfilm UrbanMetaMapping.

Quelle: Universität Bamberg
Leah


Leah

Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.

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