Die Naturschutzfachkartierung im Stadtgebiet von Bamberg hat überraschende und erfreuliche Ergebnisse geliefert.
Der nun vorliegende Schlussbericht des Landesamts für Umwelt wurde an Bürgermeister und Umweltreferenten Jonas Glüsenkamp übergeben und schafft eine aktuelle, belastbare Datengrundlage für den kommunalen Naturschutz.
Aktuelle Daten als Grundlage für den Naturschutz
Ziel der Untersuchung war es, die Tierwelt im Stadtgebiet systematisch zu erfassen und damit eine verlässliche Basis für zukünftige Planungen zu schaffen. Die letzte Kartierung in vergleichbarem Umfang lag bereits über 25 Jahre zurück, weshalb eine Aktualisierung dringend erforderlich war. Im Rahmen der Kartierung wurden gezielt ausgewählte Flächen untersucht und die Vorkommen von Vögeln, Reptilien, Amphibien, Libellen, Tagfaltern und Heuschrecken dokumentiert.
Erstmals Kammmolch in Bamberg nachgewiesen
Besonders bemerkenswert ist der erstmalige Nachweis des vom Aussterben bedrohten Kammmolchs im Stadtgebiet. Die Entdeckung zeigt, dass auch urbane Räume wertvolle Rückzugsorte für hochgradig gefährdete Arten bieten können.
Ein weiterer bedeutender Fund gelang mit dem Nachweis der Gelbbauchunke in einem kleinen Teich auf einem Privatgrundstück im Umfeld der Altenburg. Das naturnah gestaltete Gartengrundstück verdeutlicht, wie wichtig auch private Flächen für den Erhalt der biologischen Vielfalt sind.

Spörlein
Über 5.000 Artnachweise dokumentiert
Die Ergebnisse der Kartierung unterstreichen die hohe ökologische Bedeutung Bambergs. Insgesamt wurden 5.343 Artnachweise an 283 Fundorten erfasst. Die untersuchten Flächen umfassten 1.006,5 Hektar und damit rund 18,4 Prozent der Stadtfläche. Bei nahezu allen untersuchten Artengruppen – mit Ausnahme der Heuschrecken – lag die Zahl der neu erfassten Fundorte teilweise deutlich über der bislang bekannten Altdatenlage.
Bamberg als Lebensraum für Mensch und Tier
Thomas Fischer von der Unteren Naturschutzbehörde betont den hohen Stellenwert der Ergebnisse: „Bamberg ist somit nicht nur besonders lebenswert für den Menschen, sondern auch für viele Tierarten.“ Die neuen Daten ermöglichen es, Schutzmaßnahmen gezielter zu planen und naturschutzfachliche Bewertungen deutlich zu beschleunigen. Auch Bürgermeister Jonas Glüsenkamp zeigt sich erfreut: „Der Bericht beschleunigt unsere Verfahren, da wir nun sehr genau über die Vorkommen, auch räumlich, Bescheid wissen. Dadurch sind wir in der Lage, schnell und präzise Auskunft an Dritte zu geben.“
Ergebnisse für die Öffentlichkeit zugänglich
Der vollständige Schlussbericht der Naturschutzfachkartierung steht auf der Website der Stadt Bamberg zum Download bereit. Zudem ist vorgesehen, die Ergebnisse im Frühjahr 2026 einem städtischen Gremium vorzustellen, um sie in die weiteren Planungen einzubeziehen.
















