Am Samstag, den 28.06, wurde Marco Weis im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Bamberger Dom zum Priester geweiht.
Erzbischof Herwig Gössl spendete ihm das Sakrament der Priesterweihe und nahm die Gelegenheit zum Anlass, über die Rolle und das Wesen des priesterlichen Dienstes zu sprechen.
Der Priester als „Diener der Freude“
In seiner Predigt hob Gössl hervor, dass Priester trotz aller Herausforderungen ihrer Berufung vor allem „Diener der Freude“ sein sollen. Der Glaube sei keine Last, sondern eine Quelle tiefer innerer Freude – und diese Freude wirke ansteckend, sie präge die Begegnungen mit Menschen, so der Erzbischof.
Kritik an freudloser Religiosität
Gössl wandte sich gegen die Vorstellung, dass Frömmigkeit mit Ernst und Strenge einhergehen müsse. Er zitierte Beispiele, wie sie etwa im Roman ‚Der Name der Rose‘ beschrieben werden, wo Lachen als Ausdruck von Disziplinlosigkeit angesehen wird. Diese Haltung sei überholt und widerspreche dem Geist des Evangeliums, betonte der Erzbischof.
Glaubensfreude als Ausdruck von Hoffnung
„Lachen ist erlaubt“, sagte Gössl wörtlich und verwies auf das Fürstenportal des Doms, an dem lachende Selige abgebildet sind. Diese spiegelten eine tiefe Glaubensfreude wider – eine Freude, die aus der Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus geboren werde. Diese Hoffnung sei es, die auch das Wirken eines Priesters tragen solle.
Ein ungewöhnlicher Lebensweg zum Priestertum
Marco Weis, der aus Eggolsheim stammt, legte einen bemerkenswerten Bildungsweg zurück: Nach seiner Berufsausbildung holte er das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach und studierte anschließend katholische Theologie in Würzburg und Regensburg. Es folgten eine Promotion in Liturgiewissenschaft und ein pastorales Praktikum im Seelsorgebereich Erlangen Nord-West.
Von der Diakonenweihe zur Priesterweihe
Bereits im September 2024 wurde Weis zum Diakon geweiht. Mit der Priesterweihe im Juni 2025 tritt er nun vollständig in den priesterlichen Dienst ein. Der feierliche Gottesdienst im Dom markierte den Höhepunkt dieses Weges – ein Weg, der laut Gössl durch Hoffnung, Freude und die Bereitschaft zum Dienst am Menschen gekennzeichnet ist.
















