Mit einem eindrucksvollen Ritual wurde die Kirche St. Michael am Samstagvormittag wiedereröffnet.
Unter den Klängen der Glocken schlug Erzbischof Herwig Gössl dreimal mit seinem Bischofsstab gegen die Pforte – ein traditionsreicher Akt, der die Rückkehr des Gotteshauses zu seiner ursprünglichen Bestimmung markierte. Nach 14 Jahren Sperrung und umfassender Sanierung präsentierte sich die Kirche den Gläubigen in neuem Glanz. Begleitet von einer feierlichen Prozession mit insgesamt 19 Konzelebranten zog der liturgische Dienst in die Kirche ein. Die Segnung des Weihwassers, die Besprengung der Gemeinde sowie das feierliche Beweihräuchern der Wände knüpften bewusst an die jahrhundertealte Tradition der Kirchweihe an. Zu den emotionalen Höhepunkten zählten die Wiederentzündung des Ewigen Lichts sowie die Rückkehr der Reliquie des heiligen Otto.
Ein Ort mit spiritueller und symbolischer Kraft
In seiner Predigt zeigte sich Erzbischof Gössl tief beeindruckt von der sanierten Kirche: „Es ist eine Pracht!“ Gleichzeitig hob er die symbolische Bedeutung des Gotteshauses hervor. St. Michael stehe für die bleibende Zuwendung Gottes zu den Menschen und erinnere daran, wie wichtig Erneuerungsprozesse in Kirche, Gesellschaft und im persönlichen Leben seien. Ein besonderer Fokus lag zudem auf der Verantwortung für die Schöpfung. Der berühmte Himmelsgarten mit seinen 585 Pflanzenmotiven sei ein eindringliches Zeichen dafür, dass die Natur ein schützenswertes Geschenk ist. Der Mensch habe die Aufgabe, diese zu bewahren und achtsam mit ihr umzugehen.
Festakt würdigt jahrelange Sanierungsarbeit
Am Nachmittag folgte ein feierlicher Festakt, der die Wiedereröffnung abrundete. Ein Film veranschaulichte die enormen Herausforderungen der Generalsanierung. Finanz- und Stiftungsreferent Bertram Felix sprach von einem „magischen Meilenstein“ nach 14 Jahren intensiver Arbeit und betonte die Bedeutung des Projekts für die Stadt Bamberg. Auch Oberbürgermeister Andreas Starke blickte in seiner Rede auf die bewegte Geschichte zurück. Auslöser der Sanierung war ein Vorfall im Jahr 2012, als ein zwei Kilogramm schwerer Putzbrocken von der Decke fiel. Dieses Ereignis machte die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Renovierung deutlich.
Millionenprojekt als Gemeinschaftsleistung
Die Sanierung von St. Michael entwickelte sich zu einem der größten Kirchensanierungsprojekte Deutschlands. Rund 43 Millionen Euro wurden investiert, getragen von Bund, Freistaat, regionalen Förderern und zahlreichen Unterstützern. Tausende Beteiligte arbeiteten über Jahre hinweg an der Sicherung dieses bedeutenden Kulturguts. Für Bamberg ist die Kirche weit mehr als ein religiöses Gebäude. Sie gilt als prägendes Wahrzeichen der Stadt und wird oft als „Krone Bambergs“ bezeichnet. Mit der erfolgreichen Sanierung wurde nicht nur ein architektonisches Juwel erhalten, sondern auch ein zentraler Bestandteil des UNESCO-Welterbes gesichert.
Auszeichnungen für besonderes Engagement
Im Rahmen des Festakts wurde Bertram Felix für seinen außergewöhnlichen Einsatz gleich mehrfach geehrt. Er erhielt die Medaille ‚Denkmalstadt Bamberg‘ sowie den Denkmalpreis der Oberfrankenstiftung. Sein Engagement habe maßgeblich zum Erfolg des Projekts beigetragen. Auch Vertreter aus Politik und Denkmalpflege würdigten die Sanierung als wegweisendes Projekt. Besonders hervorgehoben wurde der Ansatz, die historische Substanz möglichst schonend zu erhalten und Eingriffe auf das Notwendige zu beschränken.
Musik, Begegnung und ein Blick in die Zukunft
Musikalisch begleitet wurde die Feier vom Kammermusikensemble der Bamberger Symphoniker mit Werken von Mozart, Haydn und Dvořák. Den Abschluss bildeten die Eintragung ins Goldene Buch der Stadt sowie ein gemeinsamer Empfang der Ehrengäste. Für die Öffentlichkeit öffnet sich die Kirche nun wieder schrittweise. Bereits am Sonntag fand ein erster Gottesdienst für alle Gläubigen statt. Zudem ist für Anfang Mai ein großes Bürgerfest rund um St. Michael geplant.
Ein neuer Anfang für ein jahrhundertealtes Wahrzeichen
Mit der Wiedereröffnung beginnt für St. Michael ein neues Kapitel. Die ursprünglich im Jahr 1015 erbaute Klosterkirche soll künftig wieder ein Ort des Glaubens, der Begegnung und der Identifikation sein. Oder, wie es Oberbürgermeister Starke formulierte: „Die nächsten 1.000 Jahre beginnen jetzt.“
Leah
Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.
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