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News Bamberg

Denkmalhauptstadt Bamberg: 10.000 Menschen entdecken verborgene Schätze

Bundesweite Eröffnung des Tags des offenen Denkmals lockte zahlreiche Besucher in die Welterbestadt

Leah Von Leah
14.September.2026 | 16:01 Uhr
in Bamberg, Freizeit, Geschichte, Gesellschaft, Kultur
Großer Andrang am Zentraljustizgebäude: Die Besucherinnen und
Besucher mussten teilweise Geduld mitbringen. / Foto: Stadt Bamberg, Ronald Rinklef

Großer Andrang am Zentraljustizgebäude: Die Besucherinnen und Besucher mussten teilweise Geduld mitbringen. / Foto: Stadt Bamberg, Ronald Rinklef

Bamberg stand am Sonntag, 13. September 2026, ganz im Zeichen des Denkmalschutzes.

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Zum ersten Mal fand die bundesweite Eröffnung des Tags des offenen Denkmals® in der Welterbestadt statt. Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, historische Gebäude, verborgene Orte und besondere Schaubaustellen zu entdecken. Unter dem Motto ‚NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur‘ öffneten in Bamberg rund 56 historische Orte ihre Türen. Bundesweit beteiligten sich mehr als 7.000 Denkmale an Deutschlands größtem Kulturevent.

Offizieller Auftakt auf dem Maxplatz

Der zentrale Treffpunkt des Aktionstags war der Maxplatz. Dort gaben Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier, Staatssekretär Martin Schöffel, die Vorstände der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Dr. Juliane Parys und Dr. Steffen Skudelny sowie die Bamberger Denkmaleigentümer Katharina und Kilian Schumm mit dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes den offiziellen Startschuss. Oberbürgermeister Niedermaier betonte dabei, dass der Aktionstag vor allem dazu einlade, Bamberg aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Neben bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Dom oder St. Michael gebe es zahlreiche kleinere Denkmale und versteckte Ecken, die vielen Menschen bislang nicht bekannt seien. Die Eröffnung wurde von Florian Buchmaier moderiert und musikalisch begleitet. Unter anderem sorgten die Bamberger Stadtpfeifer und das Ensemble ‚Doloctemble‘ für die passende Atmosphäre.

Rund 56 Denkmale öffneten ihre Türen

Insgesamt konnten Besucherinnen und Besucher in Bamberg rund 56 historische Orte erkunden. Auf dem Programm standen Führungen, Spaziergänge, Schaubaustellen und zahlreiche weitere Angebote. Auch bekannte Bamberger Sehenswürdigkeiten waren dabei. Die Alte Hofhaltung, die Neue Residenz, das Alte Rathaus, St. Michael und die Altenburg konnten aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt werden. Besonders reizvoll waren jedoch auch jene Gebäude, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. Der Aktionstag bot damit die Gelegenheit, hinter Türen zu schauen, an denen viele Menschen im Alltag achtlos vorbeigehen.

Historische Gebäude werden zu Erlebnisorten

Am Maxplatz erwartete die Gäste ein umfangreiches Programm. Neben einem ‚Markt der Möglichkeiten‘ gab es künstlerische Darbietungen sowie verschiedene Kultur- und Mitmachangebote. Am Nachmittag standen unter anderem die inklusive Tanzgruppe ‚Wankelkontakt‘ und die Bamberger Kultband ‚Bambägga‘ auf der Bühne. Damit wurde deutlich, dass Denkmalschutz nicht nur mit historischen Gebäuden und vergangenen Zeiten verbunden ist. Vielmehr können historische Orte auch heute als Treffpunkte für Kultur, Austausch und gesellschaftliches Miteinander dienen.

Denkmalhauptstadt Bamberg: 10.000 Menschen entdecken verborgene Schätze 1
Am Markt der Möglichkeiten lässt sich Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier in die Kunst der Steinbearbeitung einführen. / Foto: Stadt Bamberg, Ronald Rinklef

Denkmalschutz zum Anfassen

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Schaubaustellen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Dort konnten Interessierte unmittelbar erleben, wie historische Bausubstanz untersucht, restauriert und langfristig erhalten wird. Am barocken Wohnhaus am Michelsberg waren Restaurierungsarbeiten vor Ort zu sehen. Auch im ehemaligen Domherrenhof in der Oberen Karolinenstraße und im ehemaligen Gärtneranwesen in der Siechenstraße wurde anschaulich vermittelt, welche Herausforderungen mit dem Erhalt historischer Gebäude verbunden sind. Für die Besucher wurde damit sichtbar, wie viel Fachwissen, Handwerk und Aufwand notwendig sind, um historische Bauten für kommende Generationen zu bewahren.

Verborgene Bamberger Geschichten

Der Tag des offenen Denkmals bot außerdem Gelegenheit, Gebäude mit einer ganz persönlichen Geschichte neu zu entdecken. So besuchte Thomas Göller das Haus zum Kranich in der Generalsgasse. Vor rund 40 Jahren hatte er dort das ‚Downstairs‘ besucht. Für ihn war die Öffnung des Hauses deshalb auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. „Es ist total schön, dass man an diesem Tag in Gebäude kann, wo man sonst nicht reinkommt“, berichtete Göller. Auch Angelika Russ nutzte die Gelegenheit und zeigte Freunden aus Haßfurt das Haus zum Benedikt. Das Gebäude liegt unscheinbar in einer Nebengasse der Austraße. Im Inneren erwarteten die Besucher jedoch besondere Einblicke in islamische Kunst. Gerade diese Geschichten machten deutlich, welchen besonderen Reiz der Aktionstag ausmacht: Hinter bekannten Fassaden oder unscheinbaren Türen verbergen sich oftmals Geschichten, die im normalen Stadtalltag kaum wahrgenommen werden.

‚NetzWERKE‘ verbindet Geschichte und Zukunft

Das diesjährige Motto ‚NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur‘ richtete den Blick nicht ausschließlich auf die Vergangenheit. Vielmehr ging es auch um die Frage, welche Bedeutung historische Räume heute haben und wie sie in Zukunft genutzt werden können. Dazu gab es verschiedene Formate, die traditionelle Denkmalpflege mit modernen Technologien und aktuellen gesellschaftlichen Fragen verbanden Bei „Kirchenräume neu erleben“ kam beispielsweise VR-Technik zum Einsatz. Das Gesprächsformat ‚Wer lebt im Denkmal? Soziale Räume in Bamberg‘ beschäftigte sich mit der heutigen Nutzung historischer Gebäude. Im Bürgerlabor ‚NetzWERKE: Was Bamberg zusammenhält‘ ging es wiederum um die Frage, welche Orte und Strukturen für das gesellschaftliche Miteinander wichtig sind.

Universität zeigt moderne Denkmalforschung

Auch die Otto-Friedrich-Universität Bamberg beteiligte sich am Aktionstag. In der ehemaligen Dominikanerkirche erhielten Besucherinnen und Besucher Einblicke in moderne Methoden der Denkmalforschung. Damit wurde eine weitere Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft sichtbar. Historische Gebäude sind nicht nur Zeugnisse vergangener Epochen, sondern auch Forschungsobjekte, Lernorte und Ausgangspunkte für neue wissenschaftliche Fragestellungen. Im Zentrum Welterbe beschäftigte sich die Ausstellung ‚Welterbe und Nachhaltigkeit‘ zudem mit der Frage, welche Impulse historisches Bauen für eine nachhaltige Zukunft liefern kann.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz sieht besondere Verbindung zu Bamberg

Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, hob bei der Eröffnung die besondere Bedeutung Bambergs für den Denkmalschutz hervor. Die Stadt mache die Bedeutung historischer Bausubstanz besonders eindrucksvoll erlebbar. Gleichzeitig spiele Bamberg durch die Ausbildung an der Otto-Friedrich-Universität auch für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eine wichtige Rolle. Die bundesweite Eröffnung in Bamberg bezeichnete Skudelny deshalb als eine Art „Nachhausekommen“.

Kulturreferentin zieht positive Bilanz

Auch vonseiten der Stadt fiel die Bilanz positiv aus. Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar bezeichnete die bundesweite Eröffnung als großen Erfolg. Der Aktionstag habe das Bamberger Welterbe einer breiten Öffentlichkeit aus vielen unterschiedlichen Perspektiven nähergebracht. Gleichzeitig dankte sie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für das Vertrauen sowie den zahlreichen privaten und öffentlichen Eigentümerinnen und Eigentümern, die ihre Gebäude für die Besucher geöffnet hatten. Ohne deren Bereitschaft wäre ein solch umfangreiches Programm nicht möglich gewesen.

Podcast läutete den Denkmaltag bereits am Vorabend ein

Bereits am Samstagabend begann das Programm rund um den Tag des offenen Denkmals. Im Alten E-Werk wurde der Livepodcast „Der Rest ist Geschichte“ aufgezeichnet. Deutschlandfunk-Moderator Jörg Biesler sprach dort mit den Historikern Dr. Muriel Gonzales Athenas und Prof. Dr. Reinhold Reith über Geschichte und Gegenwart des Handwerks. Dabei ging es auch um die Frage, welche Folgen es hat, wenn traditionelle Handwerksberufe verschwinden. Bei einer Abstimmung im Publikum waren sich mehr als zwei Drittel der Besucherinnen und Besucher einig, dass dadurch wichtige Fähigkeiten verloren gehen.

Bamberg zeigt, wie lebendig Denkmalschutz sein kann

Der Tag des offenen Denkmals hat in Bamberg eindrucksvoll gezeigt, dass Denkmalschutz weit mehr bedeutet als den Erhalt alter Gebäude. Historische Orte können Geschichten erzählen, Erinnerungen wecken, Forschung ermöglichen und gleichzeitig Raum für Kultur und Begegnung schaffen. Mit rund 10.000 Besucherinnen und Besuchern war das Interesse an der bundesweiten Eröffnung groß. Besonders die Kombination aus bekannten Sehenswürdigkeiten, normalerweise verschlossenen Gebäuden, praktischer Denkmalpflege und modernen Vermittlungsangeboten machte den Aktionstag zu einem besonderen Erlebnis. Bamberg konnte damit einmal mehr zeigen, warum die Stadt als Welterbestadt eine besondere Stellung einnimmt – und dass Geschichte dann besonders lebendig wird, wenn Menschen sie selbst entdecken können.

Quelle: Stadt Bamberg
Leah


Leah

Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.

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