Zehn Jahre ist es her, dass Stadt und Freistaat Bayern sich darauf verständigten, das Ankerzentrum in Bamberg bis spätestens 31. Dezember 2025 zu schließen.
Doch wenige Monate vor Fristende liegt lediglich eine unverbindliche Zweckerklärung der Stadt vor. Für die CSU Bamberg ist das ein Offenbarungseid – sie spricht von einem ‚Symbol-Manöver‘ statt echter Planung.
Späte Erklärung, schwache Position
Die Stadt reklamiert das Gelände seit Jahren für Wohnungsbau und Stadtentwicklung. Trotzdem wurde der konkrete Erwerb der Fläche bisher nicht aktiv vorangetrieben. Laut CSU habe das Rathaus dadurch wichtige Verhandlungsspielräume verspielt – und öffne gleichzeitig politischem Druck aus München Tür und Tor. Innenminister Joachim Herrmann hatte kürzlich eine Verlängerung des Betriebs über 2025 hinaus ins Spiel gebracht. Für die CSU ist klar: Ohne entschlossenes Handeln könnte das Realität werden.
Der Preis: Belastung für den Bamberger Osten
Besonders hart trifft diese Entwicklung die Bürgerinnen und Bürger im Bamberger Osten. Dort spürt man die Auswirkungen des Zentrums am stärksten – sei es in Bezug auf soziale Infrastruktur, Wohnraumbedarf oder öffentliche Wahrnehmung. Die CSU kritisiert in diesem Zusammenhang auch das Fehlen eines Konzepts zur dezentralen Unterbringung Geflüchteter. Seit Jahren fordere man entsprechende Lösungen – bislang jedoch vergeblich.
Forderungskatalog der CSU: Klar, verbindlich, umsetzbar
Um den Stillstand zu beenden, hat die CSU Bamberg vier konkrete Forderungen formuliert. Ziel ist es, bis Jahresende verbindliche Perspektiven zu schaffen und die weitere Entwicklung transparent und bürgernah zu gestalten:
Nr. | Forderung | Frist |
---|---|---|
1 | Zeit- und Maßnahmenplan zum Flächenerwerb inkl. Wertermittlung | bis 30.09.2025 |
2 | Detailliertes Konzept zur dezentralen Unterbringung mit Wohnstandorten & Kosten | bis 16.10.2025 |
3 | Transparenz bei Verhandlungen mit BImA und Freistaat | laufend |
4 | Garantieklausel gegen Verlängerung ohne Bürgerbeteiligung und Ratsbeschluss | sofort umzusetzen |
Vertrauen wiederherstellen – statt neue Zweifel säen
Für die CSU Bamberg steht fest: Wenn die Stadt jetzt nicht handelt, verliert sie die letzte Chance, das Areal des Ankerzentrums aktiv und im Sinne der Bürger zu gestalten. Gleichzeitig werde das Vertrauen der Öffentlichkeit zunehmend belastet – durch zögerliches Verhalten, fehlende Transparenz und ausbleibende Alternativen. Nur ein klarer Kurs könne den Bamberger Osten entlasten – und das politische Versprechen von 2015 glaubwürdig erfüllen.