Die Stadt Bamberg treibt gemeinsam mit der örtlichen Wohnungswirtschaft die Wärmewende voran.
Im Rahmen eines Förderprojekts werden für drei ausgewählte Wohngebiete zukunftsfähige und klimafreundliche Strategien für die Wärmeversorgung entwickelt. Beteiligt sind die GEWOBAU Bamberg eG, die Baugenossenschaft für Stadt und Landkreis Bamberg eG sowie die Stadtbau GmbH Bamberg. Zwei der untersuchten Gebiete liegen im Haingebiet, ein weiteres befindet sich in Gaustadt.
Individuelle Lösungen für jedes Quartier
Für jedes der drei Quartiere wird eine eigene Versorgungsstrategie erarbeitet. Dabei wird zunächst die bestehende Versorgungssituation analysiert und anschließend untersucht, welche Möglichkeiten für eine treibhausgasarme und effiziente Wärmeversorgung bestehen.
Im Mittelpunkt stehen dabei mehrere Fragen:
- Wie entwickelt sich der zukünftige Energiebedarf?
- Welche erneuerbaren Wärmequellen können genutzt werden?
- Welche technischen Lösungen kommen infrage?
- Wie wirtschaftlich sind die jeweiligen Varianten?
- In welchem Zeitraum können die Maßnahmen umgesetzt werden?
Auf dieser Grundlage sollen konkrete Handlungsempfehlungen für die jeweiligen Eigentümer entstehen.
Wärmeversorgung noch nicht festgelegt
Ausgewählt wurden die drei Gebiete, weil ihre zukünftige Wärmeversorgung noch offen ist. Dadurch können verschiedene Lösungsansätze miteinander verglichen und auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort abgestimmt werden. Die Untersuchungen sollen den Wohnungsunternehmen eine fundierte Grundlage für kommende Entscheidungen liefern. Dabei geht es nicht um eine einheitliche Lösung für alle Quartiere, sondern um passende Konzepte für die jeweiligen Gebäude und Bewohnerinnen und Bewohner.
Weniger CO₂ und langfristig geringere Abhängigkeiten
Die geplante Umstellung soll dazu beitragen, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas langfristig zu verringern. Auch wirtschaftliche Aspekte spielen bei den Untersuchungen eine wichtige Rolle. Neben der Klimaverträglichkeit werden deshalb auch die Kosten und die möglichen Umsetzungszeiträume betrachtet. „Die Wärmewende gelingt am besten, wenn wir gemeinsam nach Lösungen suchen, die zu den jeweiligen Quartieren und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern passen“, erklärt Zweiter Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp. Die Untersuchungen sollen damit eine Grundlage für Investitionen schaffen, die langfristig sowohl dem Klimaschutz als auch der Versorgungssicherheit dienen.
Wohnungsunternehmen sind bereits aktiv
Die beteiligten Wohnungsunternehmen setzen bereits heute verschiedene Maßnahmen zur Wärmewende um. Dazu gehören unter anderem energetische Sanierungen und die Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme. Das neue Förderprojekt soll diese Aktivitäten ergänzen und eine strategische Grundlage für weitere Maßnahmen schaffen. Auch die Baugenossenschaft für Stadt und Landkreis Bamberg eG sieht darin eine Möglichkeit, die eigene Wärmeversorgung langfristig nachhaltiger aufzustellen. „Die Baugenossenschaft für den Stadt und Landkreis Bamberg e.G. investiert in nachhaltige Energieträger, um weniger CO₂ auszustoßen und ihre Mitglieder langfristig unabhängiger von Öl und Gas sowie deren Preisschwankungen zu machen“, sagt Vorstand Jürgen Rößler.
Detaillierte Analysen für künftige Investitionen
Neben den konkreten Versorgungskonzepten erhalten die beteiligten Wohnungsunternehmen detaillierte Analysen ihrer Liegenschaften. Diese sollen auch über das aktuelle Projekt hinaus genutzt werden können. Insbesondere bei zukünftigen Investitions- und Sanierungsentscheidungen können die gewonnenen Daten und Erkenntnisse als Entscheidungsgrundlage dienen. Damit geht das Projekt über die reine Betrachtung der Heizsysteme hinaus. Die Unternehmen erhalten einen umfassenderen Überblick über den Energiebedarf und mögliche Entwicklungsperspektiven ihrer Gebäude.
Für die Unternehmen entstehen keine Kosten
Die umfangreichen Untersuchungen werden im Rahmen eines Förderprogramms finanziert. Für die beteiligten Wohnungsunternehmen entstehen dadurch keine Kosten. Damit schafft das Projekt die Möglichkeit, verschiedene Optionen detailliert untersuchen zu lassen, ohne dass die Unternehmen die Kosten der Analyse selbst tragen müssen. Die Stadt Bamberg nutzt das Förderprojekt zugleich, um gemeinsam mit den lokalen Wohnungsunternehmen konkrete Schritte für eine klimafreundlichere Wärmeversorgung vorzubereiten.
Gemeinsam zur klimafreundlichen Wärmeversorgung
Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wohnungswirtschaft zeigt, welche Bedeutung gemeinsame Konzepte für die Wärmewende haben können. Gerade bei größeren Wohnquartieren müssen technische, wirtschaftliche und soziale Aspekte zusammen betrachtet werden. Mit den drei Untersuchungsgebieten im Haingebiet und in Gaustadt sollen deshalb individuelle Lösungen entwickelt werden. Die Ergebnisse können anschließend als Grundlage für konkrete Investitions- und Sanierungsentscheidungen dienen. Für Bamberg bedeutet das einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren und langfristig unabhängiger aufgestellten Wärmeversorgung.
















