Ab Mittwoch, 14. Januar 2026, ist in der Teilbibliothek 4 der Universität Bamberg die Ausstellung ‚Gedichte der Stille‘ zu sehen.
Bis Sonntag, 15. März 2026, können Besucherinnen und Besucher dort ausgewählte Beispiele experimenteller Poesie aus dem Frühwerk des tschechischen Künstlers Jiří Kolář entdecken.
Visuelle Poesie als künstlerisches Experiment
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Zyklus ‚Gersaints Aushängeschild‘, der als originalgetreue Nachbildung der Erstfassung vollständig präsentiert wird. Jiří Kolář porträtiert darin bekannte bildende Künstler wie Brâncuși, Calder oder Malevič auf ungewöhnliche Weise: Charakteristische Motive der Künstler entstehen ausschließlich aus den Buchstaben ihres Namens. Der Name wird dabei selbst zum Kunstwerk und zum visuellen Zeichen.
Originalausgaben und seltene Buchkunst
Neben dem zentralen Zyklus sind in Vitrinen weitere Originalausgaben der visuellen Poesie Jiří Kolářs ausgestellt. Darunter befindet sich auch die Buchpublikation aus dem Jahr 1966, die einen wichtigen Meilenstein seines künstlerischen Schaffens darstellt.
Zwischen Literatur und bildender Kunst
Jiří Kolář (1914–2002) war sowohl Dichter als auch bildender Künstler. In seinem Werk verschmelzen Literatur und bildende Kunst auf einzigartige Weise. Besonders in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren entwickelte er zahlreiche intermediale Techniken, darunter Analphabetogramme und dreidimensionale Tiefengedichte, mit denen er neue Formen ästhetischer Wahrnehmung und Kommunikation erforschte.
‚Sprachlose Gedichte‘ als ästhetisches Konzept
Kolářs visuelle Poesie kann im Sinne des französischen Schriftstellers Stéphane Mallarmé als „verschwiegene Gedichte“, „Gedichte der Stille“ oder „sprachlose Gedichte“ verstanden werden. Die Ausstellung lädt dazu ein, Poesie jenseits gesprochener oder geschriebener Sprache zu erleben.
Ausstellungseröffnung mit Einführung
Die feierliche Eröffnung der Ausstellung findet am Mittwoch, 14. Januar 2026, um 19 Uhr statt. Nach der Begrüßung durch Dr. Fabian Franke, Direktor der Universitätsbibliothek, folgen Grußworte von Prof. Dr. Kai Fischbach, Präsident der Universität Bamberg, und Prof. Dr. Kai Nonnenmacher, Dekan der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Prof. Dr. Jeanette Fabian, Professorin für Slavische Kunst- und Kulturwissenschaft.
Kostenfreier Besuch für alle Interessierten
Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten der Bibliothek in der Teilbibliothek 4, Heumarkt 2, 96047 Bamberg, geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung sowie zur Eröffnung ist kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
















