Was in der ukrainischen Stadt Mariupol über viele Jahre entstanden war, wurde durch den Krieg innerhalb kürzester Zeit zerstört.
Auch die dortigen Malteser verloren Gebäude, Ausrüstung und gewachsene Strukturen. Viele haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mussten fliehen. Einige von ihnen fanden in Winnyzja eine neue Heimat und begannen dort, die Malteser-Arbeit neu aufzubauen. Dabei erhalten sie künftig Unterstützung aus Bamberg. Der Malteser Auslandsdienst der Erzdiözese Bamberg startet eine langfristig angelegte Partnerschaft mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen.
Erste-Hilfe-Ausbildung und Rettungsdienst im Mittelpunkt
Gemeinsam sollen in Winnyzja tragfähige Strukturen für Erste-Hilfe-Ausbildung, Rettungsdienst, Ehrenamt und humanitäre Hilfe entstehen. Die Stadt im Zentrum der Ukraine liegt rund 250 Kilometer südwestlich von Kiew und bildet den Auftakt für den neuen Auslandsdienst der Malteser in der Erzdiözese Bamberg. Perspektivisch sollen weitere internationale Partnerschaften folgen. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke, die Menschen vor Ort dauerhaft zu stärken und ihnen zu ermöglichen, selbst Verantwortung für ihre Gemeinschaft zu übernehmen. „Die Menschen in Winnyzja brauchen nicht nur Unterstützung für den Moment, sondern Perspektiven für die Zukunft“, erklärt Yulia Shafran, Referentin für den Auslandsdienst der Malteser in der Erzdiözese Bamberg.
Ukrainerin koordiniert das Projekt
Shafran bringt für ihre neue Aufgabe nicht nur berufliche Erfahrung, sondern auch eine persönliche Verbindung zur Ukraine mit. Die gebürtige Ukrainerin lebt seit vielen Jahren in Deutschland und kennt die Situation in ihrer Heimat aus der Zusammenarbeit mit den ukrainischen Maltesern. Zuletzt leitete sie das Projekt ‚Malteser Qualifizierung und Beschäftigung‘ (MQB). Dabei wurden ukrainische Kriegsgeflüchtete auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt begleitet. Nun setzt sie ihre Erfahrung und ihre Kontakte für den Aufbau des neuen Auslandsdienstes ein. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit den Partnern in Winnyzja Strukturen zu entwickeln, die auch langfristig Bestand haben.
Menschen für Krisen ausbilden
Geplant ist unter anderem der Aufbau einer modernen Trainingsinfrastruktur. Hinzu kommen praxisorientierte Erste-Hilfe-Kurse und die Qualifizierung von Rettungsteams. Auch das Ehrenamt soll gezielt gefördert werden. Möglichst viele Menschen sollen in die Lage versetzt werden, in Notfällen kompetent zu helfen und ihre Gemeinden besser auf Krisensituationen vorzubereiten. Langfristig soll so ein leistungsfähiges lokales Hilfesystem entstehen, das von den Menschen vor Ort mitgetragen und weiterentwickelt wird.
Viele Helfer haben selbst alles verloren
Besonders beeindruckt zeigt sich Shafran vom Engagement der ukrainischen Partner. Viele von ihnen hätten selbst schwere Verluste erlebt und dennoch nicht aufgehört, anderen Menschen zu helfen. „Viele von ihnen haben selbst alles verloren. Trotzdem engagieren sie sich unermüdlich für andere Menschen“, sagt Shafran. Dieses Verantwortungsbewusstsein verdiene nicht nur Anerkennung, sondern auch konkrete Unterstützung. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen dabei, wie wichtig funktionierende Hilfsstrukturen gerade in Krisenzeiten sind. Mit Ausbildung, ehrenamtlichem Engagement und einem gut aufgestellten Rettungsdienst soll Winnyzja langfristig besser für Notlagen gerüstet sein.
Partnerschaft als Zeichen europäischer Solidarität
Für die Malteser in Bamberg ist die Zusammenarbeit mehr als ein klassisches Hilfsprojekt. Die Partnerschaft soll ein Zeichen gelebter Solidarität sein und gleichzeitig einen Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Zukunft leisten. Aus den Erfahrungen von Krieg, Flucht und Verlust soll gemeinsam mit den Menschen in Winnyzja etwas Neues entstehen: belastbare Strukturen, gegenseitiges Vertrauen und langfristige Perspektiven. Dabei steht nicht allein die Hilfe von außen im Vordergrund. Entscheidend ist vielmehr, dass die Menschen vor Ort selbst befähigt werden, ihre Gemeinschaft zu stärken und Hilfsangebote weiterzuentwickeln.
Unterstützung für den Neustart in Winnyzja
Damit der neue Auslandsdienst seine Arbeit aufnehmen und die geplanten Strukturen aufbauen kann, sind die Malteser auf Unterstützung angewiesen. Spenden sollen dabei helfen, den Grundstein für die langfristige Partnerschaft zu legen und den Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe umzusetzen.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann an den Malteser Hilfsdienst e.V. spenden:
IBAN: DE 32 3706 0120 1201 2030 11
Verwendungszweck: „Auslandsdienst Bamberg“
So kann aus den Erfahrungen von Krieg und Zerstörung Schritt für Schritt etwas Neues wachsen: Hoffnung, Selbstständigkeit und eine Zukunftsperspektive für die Menschen in Winnyzja.















