Wie Landwirtschaft und Naturschutz erfolgreich Hand in Hand gehen können, zeigte eine Veranstaltungsreihe der Öko-Modellregion Bamberger Land in den vergangenen Wochen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ökologische Landwirtschaft aktiv zum Schutz bedrohter Feldvogelarten beitragen kann. Die Initiative geht auf ein Förderprojekt des BUND Naturschutz, Kreisgruppe Bamberg, zurück und kombinierte theoretische Fachvorträge mit einer praxisnahen Exkursion auf landwirtschaftliche Flächen.
Fachvortrag in Kirchschletten eröffnet die Reihe
Den Auftakt bildete eine Informationsveranstaltung in der Abtei Kirchschletten. Dort informierte Dr. André Maslo von der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken über die aktuelle Situation heimischer Feldvögel. Besondere Aufmerksamkeit galt Arten wie Feldlerche, Rebhuhn und Kiebitz, deren Bestände in vielen Regionen seit Jahren rückläufig sind. Gleichzeitig stellte der Referent verschiedene Maßnahmen vor, mit denen Landwirte wertvolle Lebensräume erhalten und fördern können. Dazu gehören strukturreiche Feldränder, gezielte Rückzugsflächen sowie angepasste Bewirtschaftungszeiten, die den Vögeln während der Brutzeit mehr Schutz bieten.
Exkursion zeigt erfolgreiche Maßnahmen in der Praxis
Ende Mai wurden die theoretischen Inhalte bei einer Exkursion im Frensdorfer Ortsteil Abtsdorf vertieft. Gemeinsam mit Öko-Landwirtinnen und Öko-Landwirten besichtigten die Teilnehmer verschiedene landwirtschaftliche Flächen und tauschten Erfahrungen aus. Dabei zeigte sich, dass viele Maßnahmen bereits erfolgreich umgesetzt werden und sichtbare Ergebnisse liefern. Besonders erfreulich war die Beobachtung zahlreicher Vogelarten, darunter Feldlerchen, Schafstelzen, Rohrweihen und Dorngrasmücken. Die Exkursion machte deutlich, dass gezielte Naturschutzmaßnahmen auch im laufenden landwirtschaftlichen Betrieb praktikabel sein können.
Bewirtschaftungsruhe schützt Gelege und Jungvögel
Ein zentrales Thema war der Schutz von Brutplätzen während der sensiblen Fortpflanzungszeit. Als besonders wirksam gilt eine Bewirtschaftungsruhe von Anfang April bis mindestens Ende Mai. Wer notwendige Arbeiten bereits vor Beginn der Brutzeit erledigt, kann dazu beitragen, dass Gelege und Jungvögel ungestört bleiben. Vor allem die Feldlerche profitiert von solchen Maßnahmen erheblich. Mit vergleichsweise geringem Aufwand lassen sich dadurch die Überlebenschancen des Nachwuchses deutlich erhöhen.
Landwirtschaft und Naturschutz als gemeinsame Aufgabe
Patrick Nastvogel, Manager der Öko-Modellregion Bamberger Land, zog nach der Exkursion ein positives Fazit. Die Veranstaltung habe gezeigt, dass viele der vorgestellten Maßnahmen in der Praxis gut umsetzbar seien und bereits Wirkung entfalten. Gleichzeitig betonte er, dass erfolgreiche Naturschutzarbeit auf die Unterstützung der gesamten Gesellschaft angewiesen sei. Landwirte leisteten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt, der oftmals zu wenig wahrgenommen werde.
Mehr Verständnis für nachhaltige Landwirtschaft gefordert
Die Teilnehmer der Veranstaltungsreihe waren sich einig, dass der Schutz von Feldvögeln nur durch Zusammenarbeit gelingen kann. Neben der Landwirtschaft sind auch Politik, Naturschutzverbände und Verbraucher gefragt, nachhaltige Bewirtschaftungsformen zu unterstützen. Die Veranstaltung machte deutlich, dass gegenseitiges Verständnis und ein enger Austausch wichtige Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und den Erhalt der biologischen Vielfalt sind. Denn der Schutz von Feldlerche, Rebhuhn und Co. beginnt nicht erst auf dem Feld – sondern bei der gemeinsamen Verantwortung für unsere Kulturlandschaft.
















