Mit einem Augenzwinkern beschrieb Landrat Johann Kalb die Entwicklung der Beziehungen: „Verlobung beim dritten Date!“ Gemeint ist die geplante Partnerschaft zwischen dem Landkreis Bamberg und dem Bezirk Villach-Land in Kärnten.
Am 9. März 2026 unterzeichneten Kalb und Bezirkshauptmann Dr. Bernd Riepan eine entsprechende Absichtserklärung – ein wichtiger Schritt hin zu einer langfristigen Zusammenarbeit. Nach mehreren Treffen beider Seiten wird damit der Grundstein für eine offizielle Partnerschaft gelegt, die weit über symbolische Gesten hinausgehen soll.
Bestehende Verbindungen als Ausgangspunkt
Die Initiative für die neue Partnerschaft geht maßgeblich auf die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Bamberg und Villach zurück. Seit über 50 Jahren pflegen die beiden Städte enge Beziehungen, die nun auf regionaler Ebene erweitert werden sollen. Für Landrat Kalb ist diese Entwicklung ein logischer nächster Schritt. Ziel ist es, bestehende Verbindungen zu vertiefen und neue Netzwerke zwischen Institutionen, Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern zu schaffen.
Europa im Fokus der Zusammenarbeit
Im Zentrum der Partnerschaft steht ein klares Bekenntnis zu Europa. Gerade in politisch herausfordernden Zeiten betonen beide Seiten die Bedeutung von Zusammenhalt und Kooperation über Landesgrenzen hinweg.
Für Kalb sind europäische Partnerschaften ein entscheidender Faktor für:
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Frieden und Stabilität
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Wirtschaftliche Stärke
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Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Die Zusammenarbeit zwischen Bamberg und Villach-Land soll dazu beitragen, diese Werte aktiv zu fördern und mit Leben zu füllen.
Erste Begegnungen stärken Vertrauen
Die nun unterzeichnete Absichtserklärung ist das Ergebnis mehrerer persönlicher Treffen. Den Auftakt bildete ein Besuch des Bamberger Landrats beim Kirchentag in Villach im August 2025. Bereits wenige Monate später folgte der Gegenbesuch aus Österreich: Vertreter des Bezirks Villach-Land, darunter Bezirkshauptmann Dr. Bernd Riepan und weitere Delegationsmitglieder, reisten ins Bamberger Land, um die Beziehungen weiter auszubauen. Diese gegenseitigen Besuche haben das Vertrauen gestärkt und die Grundlage für die nun geplante Partnerschaft geschaffen.
Konkrete Themen im Fokus
Die Zusammenarbeit soll nicht nur auf politischer Ebene stattfinden, sondern konkrete Projekte und fachlichen Austausch umfassen. Bereits beim jüngsten Treffen wurden zentrale Themenfelder definiert.
Katastrophenschutz und Krisenmanagement
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem Austausch bewährter Verfahren im Bereich Katastrophenschutz. Geplant sind gemeinsame Fachdialoge sowie Kooperationen bei Prävention, Einsatzkoordination und Ausbildung.
Tourismus und Regionalentwicklung
Auch im Bereich Tourismus wollen beide Regionen voneinander lernen. Themen wie nachhaltige Strategien, Besucherlenkung und die Vermarktung regionaler Besonderheiten stehen dabei im Mittelpunkt.
Moderne Verwaltung und Digitalisierung
Ein weiterer Fokus liegt auf der Verwaltungsmodernisierung. Beide Seiten wollen Einblicke in ihre Organisationsstrukturen geben und Erfahrungen zu Digitalisierungsprojekten sowie Bürgerservices austauschen.
Zusammenarbeit zwischen Gemeinden
Besonders wichtig ist die direkte Vernetzung auf kommunaler Ebene. Geplant sind Fachbesuche, Netzwerktreffen sowie Kooperationen zwischen Schulen, Vereinen und Gemeinden.
Mehr als nur Politik: Gesellschaft im Mittelpunkt
Die geplante Partnerschaft zielt nicht nur auf institutionelle Zusammenarbeit ab. Vielmehr soll sie auch die Menschen in beiden Regionen näher zusammenbringen. Durch gemeinsame Projekte und Begegnungen sollen neue Kontakte entstehen und bestehende Beziehungen vertieft werden. Der Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern wird dabei als zentraler Bestandteil gesehen.
Ein langfristiges Projekt mit Perspektive
Mit der Absichtserklärung ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, doch der eigentliche Aufbau der Partnerschaft steht erst am Anfang. In den kommenden Monaten sollen konkrete Projekte entwickelt und weitere Treffen organisiert werden. Langfristig könnte die Zusammenarbeit zu einer festen Partnerschaft zwischen dem Landkreis Bamberg und dem Bezirk Villach-Land führen – mit nachhaltigen Vorteilen für beide Regionen.
Wenn Europa vor Ort beginnt
Die Initiative zeigt eindrucksvoll, dass europäische Zusammenarbeit nicht nur auf großer politischer Bühne stattfindet, sondern auch im Alltag der Regionen beginnt. Partnerschaften wie diese machen Europa greifbar und erlebbar. Bamberg und Villach-Land setzen damit ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Austausch und gemeinsame Zukunftsperspektiven – ganz im Sinne eines Europas, das von seinen Regionen lebt.















