Der Konflikt innerhalb der CSU Bamberg spitzt sich weiter zu. Nachdem Stadtrat Prof. Dr. Gerhard Seitz die Abspaltung der neuen CSB-Stadtratsfraktion öffentlich massiv kritisiert und von einem „politischen Wortbruch“ gesprochen hatte, reagiert die Gruppe nun mit einer eigenen Stellungnahme und weist zentrale Vorwürfe deutlich zurück.
Gleichzeitig betont die neue Fraktion, weiterhin fest auf dem Wertefundament der CSU zu stehen und den Fokus künftig stärker auf konstruktive Sacharbeit für Bamberg legen zu wollen.
Seitz spricht von „politischem Wortbruch“
Seitz hatte die Gründung der neuen Fraktion als „politischen Wortbruch“ bezeichnet und den beteiligten Stadträten vorgeworfen, vom Erfolg der CSU profitiert zu haben, um sich anschließend von der Partei zu entfernen.
Wörtlich sprach er von einem „schweren Vertrauensbruch gegenüber den Wählerinnen und Wählern“. Zudem kritisierte er die Bildung einer eigenen Fraktion als „nicht normal“, sondern „schäbig“.
Besonders deutlich wurde Seitz auch beim Thema Parteidisziplin. Wer auf der CSU-Liste gewählt worden sei und anschließend gegen die CSU arbeite, müsse mit Konsequenzen rechnen. Ein Parteiausschluss sei daher „nicht überzogen, sondern folgerichtig“.
CSB-Fraktion weist Vorwürfe zurück
Die CSB-Stadtratsfraktion weist diese Darstellung nun entschieden zurück und betont, dass weiterhin eine enge inhaltliche und politische Verbundenheit zur CSU bestehe.
Fraktionsvorsitzende Anne Rudel erklärt: „Mit großem Bedauern müssen wir feststellen, dass der Umgang seitens des CSU-Kreisverbands Bamberg mit uns in den vergangenen Tagen und Wochen alles andere als von echtem Interesse an einer fairen und konstruktiven Lösung geprägt war.“
Nach Angaben der neuen Fraktion habe man eine vom CSU-Kreisvorstand vorgeschlagene Mediation ausdrücklich unterstützt. Anna Niedermaier betont, die Gruppe habe den Vermittlungsversuch „belegbar forciert“. Aufgrund einer kurzen Fristsetzung von nur einer Woche sei jedoch keine tragfähige Lösung mehr zustande gekommen.
Streit um Zusammenarbeit und Vertrauen
Die CSB-Fraktion schildert zudem ihre Sicht auf die Vorgeschichte des Konflikts. In den vergangenen Jahren habe es wiederholt Situationen gegeben, in denen interne Inhalte nach außen getragen worden seien. Außerdem seien Absprachen innerhalb der bisherigen Fraktion mehrfach nicht eingehalten worden.
Dies habe die Zusammenarbeit zunehmend belastet und die inhaltliche Arbeit erschwert.
Stefan Kuhn erklärt dazu: „Wir wollen endlich wieder eine konstruktive inhaltliche Zusammenarbeit, die von Respekt geprägt ist und Lösungen für die Bürgerschaft der Stadt Bamberg bringt.“
Neue Fraktion nach der Wahl gegründet
Die neue Fraktion war nach der Kommunalwahl am 19. März 2026 aus dem freien Mandat heraus gegründet worden. Melanie Huml, Stephan Mühlich, Matthias Grassmann, Prof. Dr. Christian Lange und Prof. Dr. Gerhard Seitz seien der neuen Gruppierung jedoch nicht beigetreten und hätten stattdessen eine eigene Fraktion gebildet.
Peter Neller betont dennoch die Gesprächsbereitschaft: „Dies akzeptieren wir, sind aber für Gespräche offen.“
„Die Werte der CSU bleiben unser Maßstab“
Zugleich weist die CSB-Fraktion den Eindruck zurück, sie habe sich von der CSU entfernt. Vielmehr verstehe man sich ausdrücklich weiterhin als Teil der Partei.
„Die Werte der CSU sind für uns der Maßstab. Wir sind bewusst auf der CSU-Stadtratsliste gewählt und innerhalb dieser Partei eine aktive Gruppe für Bamberg“, so Neller weiter.
Zur neuen CSB-Fraktion gehören nach eigenen Angaben die Frauenunionsvorsitzende Anne Rudel, Anna Niedermaier, die Ortsvorsitzenden Peter Neller und Stefan Kuhn sowie Bürgervereinsvorsitzender Michael Kalb.
Blick nach vorne statt weiterer Eskalation
Michael Kalb versucht den Blick bewusst nach vorne zu richten: „Wir übernehmen Verantwortung und wollen inhaltliche Arbeit weg von Zwietracht hin zu Lösungen mit Zuverlässigkeit, Transparenz, Respekt und Mut.“
Damit bleibt der innerparteiliche Konflikt innerhalb der CSU Bamberg zwar weiterhin ungelöst. Beide Seiten machen jedoch deutlich, dass es ihnen nicht nur um personelle Fragen geht, sondern um das grundsätzliche Verständnis von Zusammenarbeit, Loyalität und politischer Kultur innerhalb der Partei.















