Drei Tage lang war der Kinosaal im Odeon bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit dem Projekt ‚Gemeinsam stark – in Stadt und Landkreis Bamberg‘ setzten die Verantwortlichen ein klares Zeichen für Demokratie, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe aus Stadt und Landkreis Bamberg, die gemeinsam einen besonderen Kinotag erlebten. Im Mittelpunkt stand der preisgekrönte Film ‚Sieger sein‘ von Regisseurin Soleen Yusef. Ergänzt wurde jede Vorstellung durch eine moderierte Diskussionsrunde mit dem interkulturellen Trainer und Autor Nevfel Cumart. So wurde aus einem Kinobesuch ein nachhaltiges Bildungsprojekt, das die Jugendlichen nicht nur unterhielt, sondern auch zum Nachdenken anregte.
Ein Film, der bewegt und verbindet
‚Sieger sein‘ erzählt die Geschichte der elfjährigen Mona, die mit ihrer kurdischen Familie aus Syrien nach Berlin flieht. In der neuen Umgebung fühlt sie sich zunächst fremd und ausgeschlossen. Die Sprachbarriere, neue Regeln und unbekannte Mitschülerinnen machen ihr den Start schwer. Doch über ihre Leidenschaft für Fußball findet Mona Anschluss an eine Mädchenmannschaft. Der Sport wird zur Brücke zwischen unterschiedlichen Kulturen und Lebensrealitäten. Schritt für Schritt lernen die Mädchen, Vorurteile abzubauen und Unterschiede als Stärke zu begreifen. Die Themen des Films – Integration, Solidarität, Gleichberechtigung und Teamgeist – treffen den Nerv der jungen Zuschauerinnen und Zuschauer. Besonders eindrucksvoll sind die Szenen, die Monas Flucht und die Situation in Syrien zeigen. Hier wurde es im Kinosaal spürbar still.
Emotionale Momente im Kinosaal
Die Reaktionen der Jugendlichen zeigten, wie sehr sie das Geschehen auf der Leinwand berührte. Bei bewegenden Szenen herrschte konzentrierte Stille. An anderen Stellen wurde laut gelacht, und nach einer mitreißenden Fußballszene brandete sogar Applaus auf. Der Film erreichte die Schülerinnen und Schüler auf mehreren Ebenen. Er sprach Gefühle an, vermittelte Wissen und eröffnete neue Perspektiven. Da auch Kriegserfahrungen und Ausgrenzung thematisiert wurden, war es besonders wichtig, die Inhalte im Anschluss sensibel einzuordnen. Genau hier setzte das pädagogische Konzept des Projekts an.
Austausch auf Augenhöhe: Diskussion mit Nevfel Cumart
Nach jeder Vorstellung kamen die Jugendlichen mit Nevfel Cumart ins Gespräch. In einer offenen Atmosphäre konnten sie ihre Eindrücke teilen, Fragen stellen und eigene Erfahrungen einbringen. Die Beteiligung war groß. Viele Schülerinnen und Schüler meldeten sich zu Wort und bezogen die Filmthemen direkt auf ihren Schulalltag. Dabei ging es um Freundschaft, Ausgrenzung, Mobbing und die Frage, was jede und jeder Einzelne zu einem respektvollen Miteinander beitragen kann. Besonders spannend war die Frage: Was braucht es, damit sich ein Mensch aus einem anderen Land in Deutschland wohlfühlt?
Die Antworten kamen schnell und eindeutig:
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Respekt zeigen
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Niemanden mobben oder ausgrenzen
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Akzeptiert werden
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Freunde finden
-
Unterstützung im Alltag erhalten
In der Gesprächsrunde wurde deutlich, wie wichtig den Jugendlichen Fairness und Zusammenhalt sind. Sie wünschen sich eine Schule, in der Unterschiede selbstverständlich sind und niemand wegen Herkunft, Sprache oder Aussehen benachteiligt wird.
Demokratiebildung, die im Alltag ankommt
Das Projekt ‚Gemeinsam stark‘ zeigt, wie lebendig Demokratiebildung sein kann. Statt trockener Theorie stand eine emotionale Geschichte im Mittelpunkt, die den Zugang zu komplexen Themen erleichterte. Um die Inhalte nachhaltig zu verankern, erhielten die Lehrkräfte zusätzliches Begleitmaterial. So können Themen wie Integration, Vielfalt und demokratische Werte im Unterricht weiter vertieft werden. Die Kombination aus Film, moderiertem Austausch und pädagogischer Nachbereitung macht das Projekt besonders wirkungsvoll. Die Jugendlichen erleben Demokratie nicht nur als abstrakten Begriff, sondern als gelebtes Prinzip im täglichen Miteinander.
Starke Partner für ein starkes Signal
Organisiert wurde die Veranstaltung von mehreren engagierten Akteuren in der Region:
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der Demokratieförderung der Stadt Bamberg (Amt für Inklusion)
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dem Bildungsbüro des Landkreises Bamberg
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der Naturfreunde Ortsgruppe Bamberg e. V.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch die Oberfrankenstiftung. Die Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig kommunale Netzwerke für eine erfolgreiche Bildungsarbeit sind. Wenn Stadt, Landkreis und zivilgesellschaftliche Organisationen gemeinsam handeln, entstehen Angebote, die junge Menschen wirklich erreichen.
Große Resonanz und klarer Auftrag
Die durchweg positive Resonanz bestätigt den Bedarf an solchen Formaten. Das Interesse der Jugendlichen war hoch, ebenso der Wunsch, über gesellschaftliche Themen zu sprechen. ‚Gemeinsam stark‘ ist daher mehr als ein einmaliges Filmprojekt. Es ist ein klares Bekenntnis zu einer offenen, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft in Stadt und Landkreis Bamberg. Weitere Informationen rund um Projekte und Fördermöglichkeiten im Bereich Demokratiethemen finden Interessierte unter: www.bildungsregion-bamberg.de/demokratie. Mit Aktionen wie diesem Demokratiefilm wird deutlich: Zusammenhalt beginnt im Kleinen – im Klassenzimmer, im Verein, auf dem Fußballplatz. Und genau dort wächst die Demokratie von morgen.
Leah
Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.
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