Im Finale des BMW TOP FOUR bezwang das Team von Anton Gavel am Sonntagnachmittag ALBA BERLIN im ausverkauften SAP Garden mit 74:72 (36:37) – und sicherte sich damit den siebten Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Nach dem emotionalen Halbfinal-Triumph gegen die Bayern musste sich Bamberg ins Endspiel hineinbeißen. Es war kein Offensiv-Feuerwerk, sondern ein Spiel der Nerven, der Mentalität – und des unerschütterlichen Glaubens.
Rebound-Duell klar verloren – Spiel trotzdem gewonnen
Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie außergewöhnlich dieser Erfolg ist. Das Rebound-Duell ging mit 44:26 klar an Berlin. Die Hauptstädter hatten dadurch 18 Würfe mehr aus dem Feld. Auch an der Freiwurflinie ließ Bamberg Punkte liegen: 21 von 33 Versuchen bedeuteten nur 64 Prozent Trefferquote. Normalerweise zu wenig für einen Finalsieg. Doch dieses Team definiert sich nicht über perfekte Zahlen, sondern über Charakter. Wie schon so oft in dieser Saison blieben die Bamberger ihrem Gameplan treu, kämpften sich aus schwierigen Phasen zurück – und hatten am Ende knapp, aber verdient die Nase vorne.
Nervöser Auftakt mit frühem Coach’s Challenge
Schon nach 61 Sekunden wurde klar: Dieses Finale würde um jeden Zentimeter gehen. Nach einem Block von EJ Onu entschied das Schiedsrichtergespann zunächst auf Goaltending. Head Coach Anton Gavel zog sofort die Challenge – mit Erfolg. Die Punkte für Berlin wurden zurückgenommen. Dennoch erwischte ALBA den besseren Start. Malte Delow traf früh hochprozentig und brachte sein Team mit 12:5 in Führung. Bamberg blieb jedoch stabil, kam durch Keppeler und Onu wieder heran. Kurz vor Ende des ersten Viertels setzte Berlin noch einmal nach. Ein Dreier von Jack Kayil besiegelte den 15:22-Rückstand nach zehn Minuten.
Rückschläge im zweiten Viertel
Das zweite Viertel begann mit einem Schreckmoment: Austin Crowley verletzte sich am linken Fuß und musste zunächst vom Feld. Gleichzeitig häuften sich die Ballverluste, während Berlin das Offensivrebound-Duell dominierte. Beim Stand von 17:26 zog Gavel die Auszeit. Schritt für Schritt kämpfte sich Bamberg zurück. Crowley kehrte aufs Feld zurück und traf direkt einen wichtigen Dreier. Demarcus Demonia legte ein And-One nach. Zur Halbzeit stand es 36:37 – trotz klarer Rebound-Nachteile war alles offen.
Berlin setzt sich ab – Bamberg bleibt dran
Im dritten Viertel blieb das Spiel intensiv. Ibi Watson brachte Bamberg per Dreier kurzzeitig in Führung, doch ALBA konterte umgehend. Die Berliner nutzten ihre zweiten Chancen konsequent und setzten sich auf 45:53 ab. Doch auch jetzt ließ sich Bamberg nicht abschütteln. Cobe Williams und Demarcus Demonia hielten offensiv dagegen. Mit 52:58 ging es in den Schlussabschnitt. Das Finale war bereit für seinen dramatischen Höhepunkt.
Das letzte Viertel: Glaube, Dreier und ein eiskalter Gamewinner
ALBA startete stark ins vierte Viertel und erhöhte erneut auf acht Punkte Vorsprung. Doch dann kam die Wende. Ein Dreier von Moritz Krimmer, zwei weitere von Richard Balint und EJ Onu – plötzlich war die Halle elektrisiert. 5:52 Minuten vor Schluss hämmerte Onu den Ball zum 66:62 in den Korb. Die rund 1.000 mitgereisten Bamberger Fans tobten. Berlin antwortete noch einmal. Jonas Mattisseck traf aus der Ecke, Demonia konterte. Erneut Mattisseck von draußen – 69:72. Es sollten die letzten Berliner Punkte bleiben. Williams verkürzte per Freiwurf. 81 Sekunden vor dem Ende glich Watson zum 72:72 aus. Ballverluste auf beiden Seiten. 31 Sekunden vor Schluss vergab Mattisseck. Sieben Sekunden vor dem Ende übernahm Demarcus Demonia Verantwortung – 74:72. Der letzte Berliner Wurf wurde von Crowley geblockt. Schlusssirene. Explosion im Bamberger Fanblock.
Demonia glänzt – Onu mit wichtigen Blocks
Bester Werfer der Partie war Malte Delow mit 17 Punkten für Berlin.
Für Bamberg punkteten:
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Demarcus Demonia: 19 Punkte
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EJ Onu: 12 Punkte, 3 Blocks
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Ibi Watson: 10 Punkte
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Zach Ensminger: 8 Assists, 3 Steals
Demonia wurde zum MVP des Finales gewählt – verdient, denn sein Gamewinner schrieb Pokalgeschichte.
Stimmen zum historischen Erfolg
ALBA-Coach Pedro Calles gratulierte fair und lobte die Herangehensweise seiner jungen Mannschaft:
„Ich fand die Herangehensweise meiner jungen Spieler gut, wie sie mit dem Druck umgegangen sind. Es hat sich wieder gezeigt, was wir versuchen, aufzubauen, aber natürlich hätten wir zum Ende hin in der Offense bessere Situationen herausspielen müssen.“
Anton Gavel sprach von einem unglaublichen Erfolg:
„Wir haben heute die Rebounds klar verloren, was uns sehr wehgetan hat wie schon die Spiele zuvor. Wir hatten deutlich weniger Würfe als die Berliner und konnten dann erst im letzten Viertel in Führung gehen. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu, dass man am Ende dann so ein Spiel auch gewinnt, aber wir können sehr stolz auf unsere Truppe sein. Wenn man schaut, wen wir alles ausgeschaltet haben – zunächst eine EuroCup-Mannschaft, dann den aktuellen BBL-Tabellenführer, gefolgt von einer Champions League Mannschaft mit Heidelberg, das EuroLeague-Team der Bayern und jetzt mit ALBA ein weiteres Champions League-Team – das sind schon Kaliber, zu denen wir eigentlich nicht zählen. Umso schöner ist es, dass wir das geschafft haben, dass die Jungs daran geglaubt haben und jetzt sind wir einfach nur unheimlich glücklich.“
Freak City feiert – und schreibt Geschichte
Nach dem Halbfinal-Coup gegen FC Bayern München Basketball nun auch der Finalsieg gegen ALBA BERLIN – Bamberg hat ein Wochenende für die Ewigkeit erlebt. Sieben Sekunden entschieden über Ruhm und Pokal. Doch es war eine Saison voller Entwicklung, Teamgeist und unerschütterlichem Glauben, die diesen Moment möglich gemacht hat.
Leah
Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.
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