Ein warmer Vormittag im Malerviertel: Als Oberbürgermeister Andreas Starke den Jugendtreff Ost ansteuert, wird er von einem gut gelaunten Jungen mit Wuschelkopf begrüßt.
Der Elfjährige winkt ihm entgegen, zeigt stolz ein altes Foto der beiden und kann es kaum erwarten, seine Anliegen persönlich vorzutragen. Der OB nimmt sich Zeit – und das Gespräch nimmt Fahrt auf.
Politik zum Anfassen: Jugend wird aktiv
Der Spaziergang durch das Viertel ist Teil der Aktion ‚Politik zum Anfassen‘, die vom Verein Innovative Sozialarbeit (iSo e.V.) organisiert wurde. Paulina Schweiger, Leiterin des Jugendtreffs Ost, hatte die Jugendlichen im Vorfeld motiviert, ihre Ideen und Bedürfnisse aufzuschreiben – und nun persönlich vorzutragen. Das Ergebnis: eine engagierte und direkte Begegnung mit der Stadtspitze.
Trinkwasser für alle: Ein konkreter Wunsch
Besonders am Herzen liegt den Jugendlichen ein Trinkwasserbrunnen. Nicht nur am Vorplatz des Stadtteilzentrums Löwenzahn, sondern auch direkt neben dem ‚JO‘ – dem Jugendtreff Ost. OB Starke zeigt sich offen: Im Zuge der anstehenden Generalsanierung im Viertel will er den Bau eines Brunnens prüfen. Bürgermeister Jonas Glüsenkamp macht sich Notizen – und verspricht Rückmeldung.
Mehr Raum für Bewegung: Sportwünsche auf dem Pausenhof
Auch die Freizeitgestaltung kommt zur Sprache. Der Pausenhof der Blauen Schule soll Fußballtore oder einen Basketballkorb erhalten – so der Wunsch des Elfjährigen, der dort zur Schule geht. OB Starke erkennt die Chance: Die Immobilie wird ohnehin bald saniert, und die Ideen der Jugendlichen können noch in die Planung einfließen.
Transparenz schaffen: Stadt will Schüler informieren
Auf Nachfrage wird deutlich: Viele Schüler wissen kaum, was bei den anstehenden Bauarbeiten an ihrer Schule passiert. Das will Starke ändern. Nach den Sommerferien sollen Mitarbeitende der Stadtverwaltung direkt an die Schule kommen und über die geplanten Maßnahmen informieren. Ein weiteres Zeichen für ernst gemeinten Dialog.
Kicken mit Regeln: Spielzeiten statt Verbot?
Fußballspielen im Viertel ist nicht mehr überall möglich – Lärmbeschwerden der Anwohner haben zu Einschränkungen geführt. Die Kinder wünschen sich daher ‚Spielzeitfenster‘, die klar regeln, wann das Kicken erlaubt ist. Auch diesen Punkt nimmt der OB mit und will die Umsetzbarkeit prüfen.
Kleine Geschenke, große Wirkung
Zum Abschluss überreicht Bürgermeister Glüsenkamp zwei neue Fußbälle an die Jugendlichen – als Dank für ihren Einsatz. Der Tag endet mit Selfies, Gesprächen über den FC Barcelona und Werder Bremen und einem guten Gefühl auf beiden Seiten: Die Jugendlichen haben sich gehört gefühlt – und die Stadtspitze hat neue Impulse mitgenommen.