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News Bamberg

Vorsicht vor irreführenden Schreiben zum Stromzähler-Tausch in Bamberg

Stadtwerke Bamberg klären auf: Für die meisten Privathaushalte besteht keine Pflicht zum Einbau eines Smart Meters

Leah Von Leah
04.September.2026 | 16:13 Uhr
in Bamberg
Symbolbild

Symbolbild

Eine dubiose Postwurfsendung zum angeblich notwendigen Austausch von Stromzählern sorgt derzeit bundesweit für Verunsicherung.

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Auch in Bamberg und Hallstadt landet das offiziell wirkende Schreiben in zahlreichen Briefkästen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher fragen sich deshalb, ob sie ihren Stromzähler nun schnellstmöglich gegen einen sogenannten Smart Meter austauschen lassen müssen. Die Stadtwerke Bamberg geben Entwarnung: Für die meisten privaten Haushalte besteht aktuell keine generelle Pflicht, den bisherigen Stromzähler durch ein intelligentes Messsystem zu ersetzen.

Kein Installationstermin mit dem Absender notwendig

Bei den Stadtwerken Bamberg häufen sich derzeit die Nachfragen. Auslöser ist ein Schreiben der DMG Deutschen Messwesen GmbH, das mit einer kostenlosen Installation eines Smart Meters wirbt. Die Verbraucherzentralen stellen klar, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nicht verpflichtet sind, einen Installationstermin mit dem Absender der Werbung zu vereinbaren. Wer ein solches Schreiben erhält, sollte sich deshalb nicht unter Zeitdruck setzen lassen und zunächst prüfen, ob überhaupt eine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau eines Smart Meters besteht.

Wann ist ein Smart Meter tatsächlich vorgeschrieben?

Für die meisten privaten Haushalte ist ein Austausch derzeit nicht verpflichtend. Es gibt allerdings bestimmte Fälle, in denen der Einbau eines intelligenten Messsystems vorgeschrieben sein kann.

Dazu gehören beispielsweise Haushalte,

  • die mehr als 6.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchen,
  • die seit 2024 steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen betreiben,
  • oder die eine Photovoltaikanlage mit mehr als sieben Kilowatt Leistung beziehungsweise vergleichbare Anlagen betreiben.

In diesen Fällen werden die betroffenen Haushalte vom zuständigen Messstellenbetreiber kontaktiert.

Für Bamberg und Hallstadt sind grundsätzlich die Stadtwerke Bamberg als grundzuständiger Messstellenbetreiber Ansprechpartner. Wer tatsächlich zum Einbau eines Smart Meters verpflichtet ist, muss deshalb nicht eigenständig einen Termin mit einem fremden Anbieter vereinbaren.

Kostenloser Einbau – aber laufende Kosten im Kleingedruckten

Besonders aufmerksam sollten Verbraucherinnen und Verbraucher beim Blick auf die Kosten sein. In dem aktuellen Werbeschreiben wird prominent mit einer kostenlosen Installation des Smart Meters geworben. Die Verbraucherzentralen weisen allerdings darauf hin, dass sich die laufenden Kosten erst im Kleingedruckten finden. Demnach werden 99 Euro pro Jahr für den Betrieb des intelligenten Messsystems genannt. Damit kann das Angebot für viele Haushalte deutlich teurer ausfallen als die Versorgung über den örtlichen grundzuständigen Messstellenbetreiber.

Stadtwerke dürfen maximal 50 Euro verlangen

Für den grundzuständigen Messstellenbetreiber gelten gesetzliche Preisobergrenzen. Die Stadtwerke Bamberg dürfen für den Betrieb eines Smart Meters demnach maximal 50 Euro pro Jahr verlangen. Auch der Einbau eines intelligenten Messsystems ist im Rahmen des sogenannten Smart Meter Roll-outs durch die Stadtwerke Bamberg kostenlos. Damit sollten Verbraucher genau hinschauen, bevor sie ein Angebot eines privaten Anbieters annehmen. Eine kostenlose Installation bedeutet nicht automatisch, dass auch der langfristige Betrieb kostenlos oder besonders günstig ist.

Was ist eigentlich ein Smart Meter?

Bei einem Smart Meter handelt es sich um ein intelligentes Messsystem zur Erfassung des Stromverbrauchs. Es besteht aus einem digitalen Stromzähler und einer Kommunikationseinheit. Der Stromverbrauch kann damit automatisch und in kurzen Zeitabständen erfasst und sicher an den Messstellenbetreiber übermittelt werden. Eine manuelle Ablesung des Zählerstands ist dadurch nicht mehr in gleicher Weise erforderlich. Im Vergleich zu herkömmlichen Stromzählern können Smart Meter dadurch einen wesentlich genaueren Überblick über den eigenen Energieverbrauch ermöglichen.

Intelligente Zähler bieten verschiedene Vorteile

Smart Meter sollen nicht nur den Verbrauch erfassen. Sie können auch dabei helfen, das Stromnetz besser auf die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien und elektrischer Verbraucher vorzubereiten.

Unter anderem ermöglichen intelligente Messsysteme:

  • eine detailliertere Übersicht über den eigenen Stromverbrauch,
  • die Nutzung variabler Stromtarife,
  • eine bessere Integration von Photovoltaikanlagen,
  • die Einbindung von Batteriespeichern,
  • sowie eine bessere Steuerung und Integration von Elektroautos und anderen Verbrauchern.

Damit spielen Smart Meter eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung des Energiesystems.

Verbraucher sollten Schreiben genau prüfen

Die aktuelle Postwurfsendung zeigt gleichzeitig, wie wichtig es ist, Werbeschreiben rund um den Stromzähler genau zu prüfen. Ein offiziell wirkendes Schreiben bedeutet nicht automatisch, dass ein Anbieter im Auftrag des örtlichen Messstellenbetreibers handelt. Wer unsicher ist, ob ein Austausch des eigenen Stromzählers tatsächlich erforderlich ist, sollte sich direkt an den zuständigen Messstellenbetreiber wenden. Für Haushalte in Bamberg und Hallstadt gilt daher: Nicht unter Druck setzen lassen, Kleingedrucktes lesen und die Kosten vergleichen.

Kein Grund zur Eile für die meisten Haushalte

Die Stadtwerke Bamberg wollen mit ihrer Information vor allem eines erreichen: Verbraucherinnen und Verbraucher sollen sich nicht unnötig sorgen. Für die große Mehrheit der privaten Haushalte besteht derzeit keine generelle Pflicht, den vorhandenen Stromzähler kurzfristig gegen einen Smart Meter auszutauschen. Wer tatsächlich zum Einbau verpflichtet ist, wird vom zuständigen Messstellenbetreiber entsprechend informiert. Ein eigenständiger Installationstermin mit einem Anbieter, der lediglich per Werbeschreiben auf sich aufmerksam macht, ist für die meisten Haushalte daher nicht erforderlich.

Genau hinschauen lohnt sich

Smart Meter können wichtige Bausteine für ein modernes und flexibles Stromnetz sein. Beim aktuellen Werbeschreiben sollten Verbraucher jedoch zwischen einem sinnvollen technischen Fortschritt und einer kostenpflichtigen Vertragsanbahnung unterscheiden. Wer ein entsprechendes Schreiben erhält, sollte deshalb nicht vorschnell handeln. Ein Blick auf die Bedingungen und Preise sowie gegebenenfalls eine Nachfrage beim eigenen Messstellenbetreiber können helfen, unnötige Kosten und Missverständnisse zu vermeiden.

Quelle: Stadtwerke Bamberg
Leah


Leah

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