Am 9. und 10. Mai 2026 öffnet das Werkstatttheater in der Grafensteinstraße seine Türen für ein besonderes Ereignis: das Theaterpädagogik Festival.
Zwei Tage lang stehen Theaterpädagogik, Austausch und praktische Erfahrungen im Mittelpunkt. Das Ensemble lädt pädagogische Fachkräfte, Studierende sowie theaterinteressierte Besuchende ein, Klassenzimmerstücke hautnah zu erleben. Im Fokus steht Theater als Erfahrungsraum. Die Stücke verbinden Emotion, Bildung und Interaktion und schaffen damit einen Zugang zu Themen, die Kinder und Jugendliche unmittelbar betreffen. Der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis und ermöglicht einen offenen Zugang für alle Interessierten.
Theaterpädagogik als Brücke zwischen Bühne und Alltag
Das Festival zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig Theaterpädagogik wirken kann. Die Klassenzimmerstücke sind speziell darauf ausgerichtet, direkt in Schulen aufgeführt zu werden. Sie holen Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt ab und schaffen Gesprächsanlässe, die über den Theaterraum hinausreichen. Im Anschluss an jede Aufführung findet eine Nachbereitung oder Fragerunde statt. Dadurch entsteht ein geschützter Raum, in dem Themen reflektiert und verarbeitet werden können. Die Verbindung aus Spiel, Emotion und Dialog macht die besondere Stärke dieses Ansatzes deutlich.
Samstag: Theaterpädagogik für Kinder ab 4 Jahren
Der Samstag richtet sich an jüngere Kinder und eröffnet einen spielerischen Zugang zu wichtigen Alltagsthemen. Bereits ab 10:00 Uhr beginnt das Programm mit Einlass und Begrüßung. Im Verlauf des Tages werden mehrere Stücke gezeigt, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Humor, Figuren und Geschichten machen komplexe Inhalte verständlich und kindgerecht.
Verkehr, Umwelt und Werte spielerisch erklärt
Ein Höhepunkt des Tages ist das Stück „Tiger & Bär im Straßenverkehr“, das Kindern auf unterhaltsame Weise Verkehrsregeln vermittelt. Direkt danach folgt „Professor Kleinstein und der Rußdrache“, das den Klimaschutz thematisiert und zeigt, wie auch Kinder einen Beitrag leisten können.
Weitere Stücke wie „König Justus“ vermitteln demokratische Grundwerte, während „Ja zum Nein“ Kinder darin stärkt, eigene Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren. Diese Formate verbinden Unterhaltung mit nachhaltigem Lernen.
Themen der kindlichen Entwicklung im Fokus
Am Nachmittag widmet sich das Stück „Teenitus“ den Herausforderungen der Pubertät. Körperliche und emotionale Veränderungen werden sensibel und verständlich aufgegriffen.
Der Tag endet mit Networking-Möglichkeiten für Fachkräfte und einem offenen Austausch im Foyer. So entsteht ein Raum, der nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene wertvolle Impulse liefert.
Sonntag: Theaterpädagogik für Jugendliche ab 11 Jahren
Der zweite Festivaltag richtet sich an ältere Kinder, Jugendliche und pädagogische Fachkräfte. Die Themen werden komplexer und greifen gesellschaftlich relevante Herausforderungen auf. Der Einlass beginnt erneut um 10:00 Uhr, gefolgt von einer kurzen Einführung in den Tagesablauf.
Digitale Welt, Medien und soziale Herausforderungen
Das Stück „#forreal“ behandelt Themen wie Cyber Grooming, Deepfakes, Hasskommentare und Gruppenzwang. Dabei wird deutlich, wie stark digitale Räume das Leben junger Menschen beeinflussen können.
Im Anschluss zeigt „Limit“ die Risiken von exzessivem Alkoholkonsum, ohne moralisch zu belehren. Stattdessen werden Reflexion und eigene Entscheidungen in den Mittelpunkt gestellt.
Psychische Gesundheit und gesellschaftliche Verantwortung
Mit „Mona fühlt’s nicht“ wird ein sensibler Blick auf Angst und Depression im Jugendalter geworfen. Das Stück vermittelt erste Strategien im Umgang mit psychischen Belastungen.
Danach folgt „Respekt“, das sich mit Gewalt, Diskriminierung und demokratischen Werten beschäftigt. Die zentrale Frage lautet: Wie kann ich selbst aktiv zu einer respektvollen Gesellschaft beitragen?
Den Abschluss bildet „Nur ein Pulli“, das sich mit Suchterkrankungen im familiären Umfeld beschäftigt und betroffenen Kindern Mut und Orientierung gibt.
Klassenzimmerstücke als pädagogisches Werkzeug
Die im Festival gezeigten Klassenzimmerstücke sind ein zentraler Bestandteil der theaterpädagogischen Arbeit. Sie werden direkt in Schulen gespielt und sind speziell auf den schulischen Kontext zugeschnitten. Dabei geht es nicht nur um das Zuschauen, sondern um aktives Erleben. Kinder und Jugendliche werden emotional eingebunden und anschließend in Gespräche geführt, die das Gesehene reflektieren. Diese Form der Theaterpädagogik unterstützt Lernprozesse, fördert Empathie und stärkt soziale Kompetenzen nachhaltig.
Für wen sich das Festival besonders lohnt
Das Theaterpädagogik Festival richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen. Besonders angesprochen sind pädagogische Fachkräfte, die neue Methoden für ihren Unterricht kennenlernen möchten. Ebenso profitieren Studierende aus den Bereichen Theaterpädagogik, Sozialpädagogik oder Lehramt. Auch kreative Menschen, die sich für Schauspiel oder projektbezogene Theaterarbeit interessieren, finden hier spannende Einblicke. Das Festival bietet die Möglichkeit, Teil eines Ensembles zu werden oder sich über Honorartätigkeiten zu informieren. Durch die offene Struktur können Besuchende flexibel entscheiden, ob sie einzelne Stücke oder das gesamte Programm erleben möchten.
Rahmenbedingungen und Teilnahme
Der Eintritt ist bewusst niedrigschwellig gestaltet und erfolgt auf Spendenbasis. So wird sichergestellt, dass möglichst viele Menschen Zugang zu den Inhalten erhalten. Das Foyer bleibt während des gesamten Tages geöffnet und bietet Raum für Austausch und Pausen. Ein kleines Buffet mit veganen und vegetarischen Speisen steht ebenfalls auf Spendenbasis zur Verfügung. Bei hoher Auslastung wird ein Rotationsprinzip angewendet, um möglichst vielen Gästen den Zugang zu den Aufführungen zu ermöglichen.
Ein Wochenende, das Theater neu erlebbar macht
Das Theaterpädagogik Festival zeigt eindrucksvoll, wie Theater mehr sein kann als reine Unterhaltung. Es wird zum Lernraum, zum Dialogort und zum Spiegel gesellschaftlicher Themen. Die Kombination aus Aufführungen, Nachgesprächen und Begegnungen schafft eine besondere Atmosphäre. Besuchende erleben nicht nur Stücke, sondern werden Teil eines offenen Prozesses, der Fragen stellt und Perspektiven erweitert.
Ein Impuls für Bildung, Kreativität und Austausch
Das Theaterpädagogik Festival 2026 macht deutlich, wie wichtig kreative Bildungsformate in einer sich wandelnden Gesellschaft sind. Theater wird hier zum Werkzeug, um Themen sichtbar zu machen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Ob als Fachkraft, Studierende oder interessierte Privatperson – dieses Wochenende bietet die Gelegenheit, Theaterpädagogik unmittelbar zu erleben und neue Impulse für die eigene Arbeit oder den eigenen Blick auf Gesellschaft mitzunehmen.















