Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber überreichte den Preis im Rosengarten hinter der Neuen Residenz und würdigte die Beteiligten als „Pioniere der ökologischen Straßenrandpflege“. Bamberg erhielt den zweiten Preis für sein kommunales Engagement und teilt sich die Auszeichnung mit dem Landkreis Mühldorf am Inn. Der Preis ist mit 4.500 Euro dotiert.
Blütenreiche Straßenränder seit über 25 Jahren
Bereits seit 1999 setzt Bamberg auf eine naturnahe Pflege der Straßenränder entlang des Berliner Rings und vieler angrenzender Straßen. Statt häufiger Mäharbeiten werden die Flächen nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Auf Dünger und Pestizide wird vollständig verzichtet. Durch diese schonende Pflege konnten sich wertvolle Lebensräume für zahlreiche Pflanzen und Insekten entwickeln.
Artenvielfalt deutlich gestiegen
Der Erfolg des Projekts lässt sich auch wissenschaftlich belegen. Die Zahl der nachgewiesenen Farn- und Blütenpflanzen stieg von 320 auf 485 Arten. Besonders erfreulich ist, dass sich die Zahl der Rote-Liste-Arten innerhalb der vergangenen Jahre sogar verdoppelt hat. Zu den seltenen Pflanzen gehören unter anderem das Alpen-Leinblatt und die Violette Königskerze.
Bamberger Modell dient als Vorbild
Die Entwicklung der Grünstreifen wird jedes Jahr dokumentiert. Auf Grundlage dieser Erhebungen werden die Pflegemaßnahmen gezielt angepasst. Das sogenannte ‚Bamberger Modell‘ findet inzwischen auch überregional Beachtung. Gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken wurde bereits ein Praxisleitfaden erstellt, damit andere Kommunen das erfolgreiche Konzept übernehmen können. Zweiter Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp zeigte sich erfreut darüber, dass sich mittlerweile auch Unternehmen entlang der Straßen an der naturnahen Pflege beteiligen und so einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.
















