Bamberg hat eine neue Partnerstadt: In einer feierlichen Sitzung des Stadtrats am Mittwoch, 28. Januar 2026, wurde die Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Mukatschewo offiziell besiegelt.
Mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde wächst das internationale Netzwerk der Stadt auf nun sieben Partnerstädte – und sendet zugleich ein deutliches politisches und menschliches Signal.
Klares Bekenntnis zur Solidarität
Oberbürgermeister Andreas Starke betonte in seiner Ansprache im Hegelsaal der Konzert- und Kongresshalle die Bedeutung der neuen Partnerschaft: „Mit der heutigen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde setzen wir ein klares Signal: Bamberg steht fest an der Seite der Menschen in Mukatschewo, wir stehen an der Seite all jener, die für ihre Freiheit und ein friedliches Miteinander in Europa kämpfen.“ Vor Gästen aus Politik und Gesellschaft sowie einer Delegation aus Mukatschewo unterstrich Starke, dass Frieden und Wohlstand keine Selbstverständlichkeit seien. Gerade angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine dürfe man sich nicht an Bilder von Zerstörung und Leid gewöhnen. Bamberg wolle weiterhin alles dafür tun, um Solidarität zu zeigen und Hoffnung zu vermitteln.
Ukrainische Delegation zu Gast in Bamberg
An der Festsitzung nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter aus Mukatschewo teil, darunter Vizebürgermeisterin Julia Taips sowie Vizebürgermeister Swjatoslaw Tuz. Taips bezeichnete die neue Partnerschaft als starkes Zeichen europäischer Verbundenheit: „Die Zusammenarbeit ist für uns von großer Bedeutung, da sie nicht nur institutionelle, sondern auch menschliche Brücken baut.“
Alltag im Schatten des Krieges
Mukatschewo liegt im Westen der Ukraine und damit nicht direkt an der Front. Dennoch ist der Krieg auch dort allgegenwärtig. Die rund 85.500 Einwohner große Stadt hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs zahlreiche Binnenvertriebene aufgenommen. Zudem wurde Mukatschewo im August 2025 von einem Raketeneinschlag getroffen. „Sicherheitsfragen, humanitäre Hilfe und soziale Unterstützung sind zu zentralen Aufgaben geworden“, schilderte Taips den Alltag in ihrer Heimatstadt. Trotz der enormen Belastungen zeigten die Menschen große Resilienz und Solidarität.
Bamberg engagiert sich seit Jahren für die Ukraine
Seit 2022 zeigt sich Bamberg solidarisch mit den Menschen in der Ukraine. Deutschlandweit haben sich bereits rund 200 Kommunen und Landkreise in einem Partnerschaftsnetzwerk zusammengeschlossen, das unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Präsident Wolodymyr Selenskyj steht. Auch im Bamberger Stadtrat wuchs der Wunsch, diese Solidarität durch eine feste Städtepartnerschaft zu vertiefen – ein Wunsch, der nun mit Mukatschewo Realität geworden ist.
Gemeinsame Wurzeln verbinden die Städte
Die Verbindung zwischen Bamberg und Mukatschewo reicht weiter zurück, als es auf den ersten Blick scheint. Bereits im 18. Jahrhundert siedelte Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn Bauern, Handwerker und Holzfäller aus Oberfranken im damaligen Oberungarn an. Noch heute finden sich in der Region um Mukatschewo typisch deutsche Familiennamen.
Viele Parallelen in Gegenwart und Struktur
Auch heute weisen Bamberg und Mukatschewo zahlreiche Gemeinsamkeiten auf. Beide Städte haben eine vergleichbare Einwohnerzahl, verfügen über ein historisches Zentrum und sind Städte der Wissenschaft und Kultur. Zudem prägt jeweils ein Fluss – in Mukatschewo die Latorica – das Stadtbild. Beide Städte besitzen eine Universität sowie einen Bischofssitz.

Partnerschaft mit Blick in die Zukunft
Die neue Städtepartnerschaft ist langfristig angelegt und soll den Krieg überdauern. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur, Jugendaustausch und Gesundheitswesen. Auch Themen wie Digitalisierung und nachhaltige Stadtentwicklung spielen perspektivisch eine Rolle. „Das Ziel der Städtepartnerschaft ist es, langfristige freundschaftliche Beziehungen aufzubauen, den gegenseitigen Austausch zu stärken und gemeinsam Projekte umzusetzen, die zur Stabilität, zum Wiederaufbau und zur europäischen Integration beitragen“, so Vizebürgermeisterin Taips.
Mukatschewo auf einen Blick
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Einwohnerzahl: ca. 85.500
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Region: Oblast Transkarpatien
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Fluss: Latorica
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Besonderheiten: Burg Palanok (14. Jahrhundert), Stadttheater, Kathedrale
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Wirtschaft: Bier-, Wein-, Tabak-, Textil-, Möbel- und Lebensmittelindustrie

Foto: Julia Taips
Ein Zeichen, das bleibt
Mit der Partnerschaft zwischen Bamberg und Mukatschewo wird nicht nur der internationale Austausch gestärkt, sondern auch ein deutliches Zeichen für Solidarität, Frieden und europäische Verantwortung gesetzt. Eine Verbindung, die auf gemeinsamen Werten basiert – und in die Zukunft gerichtet ist.
















