Auf dem Flugplatz Breitenau in Bamberg ist eine besondere Artenschutzaktion erfolgreich verlaufen.
Dank des schnellen Eingreifens der Naturschutzbehörden und der Unterstützung von Bamberg Service konnten zahlreiche Kreuzkröten und deren Nachwuchs vor dem Austrocknen ihrer Lebensräume bewahrt werden. Die Maßnahme zeigt eindrucksvoll, wie wichtig gezielte Eingriffe für den Erhalt seltener Tierarten sein können – und dass manchmal nur wenige Stunden über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Ein außergewöhnlicher Bewohner der Breitenau
Die Kreuzkröte zählt zu den seltensten Amphibienarten der Region und weist einige Besonderheiten auf. Anders als viele andere Kröten springt sie nicht, sondern bewegt sich laufend fort und kann dabei überraschend schnell werden. Für ihren Lebensraum stellt die Art besondere Anforderungen. Sie bevorzugt offene, warme und weitgehend vegetationsfreie Flächen mit lockeren Sandböden. Solche Bedingungen sind heute nur noch selten zu finden und kommen vor allem in Kiesgruben, Steinbrüchen oder auf speziellen Offenlandflächen wie dem Flugplatz Breitenau vor.
Tümpel sind überlebenswichtig
Für die Fortpflanzung benötigt die Kreuzkröte flache Kleingewässer, die im Laufe des Jahres wieder austrocknen. Diese temporären Wasserstellen bieten einen entscheidenden Vorteil: Fische und andere Fressfeinde können sich dort nicht dauerhaft ansiedeln. Gleichzeitig erwärmt sich das Wasser schneller, was die Entwicklung der Kaulquappen begünstigt. Das Problem: Trocknen die Gewässer zu früh aus, sterben die Larven, bevor sie sich zu Jungtieren entwickeln können.
Naturschutzbehörde schafft bessere Bedingungen
Da die Senken auf dem Flugplatz in den vergangenen Jahren häufig vorzeitig austrockneten, entschied sich die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Bamberg zum Handeln. Vor rund vier Wochen wurden mehrere Tümpel vertieft, um die Wasserhaltefähigkeit zu verbessern. Dabei wurde bis auf die darunterliegende Tonschicht gearbeitet. Die vorhandenen Kaulquappen wurden zuvor vorsichtig in ein tieferes Gewässer umgesetzt, wo sie ihre Entwicklung erfolgreich fortsetzen konnten.
Schnelles Handeln verhindert Verlust des Nachwuchses
Nach den jüngsten Regenfällen nutzten mehrere Kreuzkröten die neu entstandenen Wasserflächen sofort zur Eiablage. Doch schon kurze Zeit später drohte die nächste Gefahr: Eine angekündigte Trockenperiode und sinkende Wasserstände gefährdeten den gesamten Nachwuchs. Um die Überlebenschancen zu erhöhen, wurde der Laich kurzfristig in eine einzige Senke umgesiedelt. Gleichzeitig sprang die Grünanlagenabteilung von Bamberg Service ein und versorgte das Gewässer mit zusätzlichem Wasser. Die Unterstützung kam genau rechtzeitig. Noch am selben Tag wäre die verbliebene Wassermenge vollständig verdunstet und die Kaulquappen wären ausgetrocknet.
Erfolg für den Artenschutz in Bamberg
Die Rettungsaktion wird von den Verantwortlichen als großer Erfolg gewertet. Durch die Umsiedlung konnten bereits zahlreiche junge Kreuzkröten gesichert werden. Dank der zusätzlichen Wasserversorgung sollen nun noch viele weitere Tiere ihre Entwicklung erfolgreich abschließen können. Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp betont zudem die Bedeutung des Flugplatzareals für den Naturschutz. Wo die Kreuzkröte geeignete Lebensbedingungen finde, profitierten auch zahlreiche andere Arten wie Libellen und verschiedenste Insekten.
Gemeinsam für die Artenvielfalt
Die erfolgreiche Rettungsaktion zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Naturschutzbehörden, kommunalen Einrichtungen und Fördergebern ist. Die Kosten der Maßnahme werden von der Regierung von Oberfranken getragen. Für die Kreuzkröte bedeutet der Einsatz eine neue Chance auf eine stabile Population in Bamberg. Gleichzeitig setzt die Aktion ein wichtiges Zeichen für den Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume.














