Die Hochschule Coburg, die Universität Bamberg und die Handwerkskammer für Oberfranken bündeln ihre Kräfte für ein innovatives Bildungsprojekt: den neuen Bachelorstudiengang ‚Bauerhalt und traditionelle Werktechniken‘.
Ab dem kommenden Wintersemester verbindet das Angebot handwerkliche Ausbildung mit wissenschaftlichem Studium – eine Kombination, die in dieser Form deutschlandweit bislang einzigartig ist. Ziel der Kooperation ist es, traditionelles Wissen zu bewahren und gleichzeitig an moderne Anforderungen anzupassen. Themen wie nachhaltiges Bauen, Ressourcenschonung und der Umgang mit historischer Bausubstanz stehen dabei im Fokus.
Altes Wissen neu entdecken
Wie wertvoll traditionelle Techniken sind, zeigt das Beispiel historischer Gebäude. In vielen Jugendstilhäusern wurden kunstvolle Wandmalereien nach dem Zweiten Weltkrieg aus Kostengründen überdeckt. Mit ihnen verschwand auch das Wissen über deren Herstellung. Heute erlebt dieses Know-how eine Renaissance. Handwerker wie Kirchenmaler Jens Beland rekonstruieren alte Techniken – oft auf Basis historischer Aufzeichnungen. Genau dieses Wissen soll im neuen Studiengang systematisch erfasst, gelehrt und weiterentwickelt werden.
Verbindung von Theorie und Praxis
Der Studiengang orientiert sich am Vorbild historischer Dombauhütten, in denen verschiedene Gewerke eng zusammenarbeiteten. Studierende erwerben sowohl praktische Fähigkeiten als auch wissenschaftliche Grundlagen. Neben dem Bachelorabschluss können sie parallel einen Gesellenbrief erlangen. Diese Verzahnung eröffnet neue Perspektiven: Absolventinnen und Absolventen sind nicht nur fachlich breit aufgestellt, sondern auch bestens auf Führungsaufgaben oder die Übernahme eines eigenen Betriebs vorbereitet.
Starke Partner, starke Inhalte
Die Hochschule Coburg bringt ihre Erfahrung in praxisnaher Lehre ein, während die Universität Bamberg insbesondere durch das Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien wissenschaftliche Impulse liefert. Bereits bestehende Kooperationen – etwa im Masterstudiengang ‚Digitale Denkmaltechnologien‘ – bilden eine solide Grundlage für das neue Projekt. Durch die enge Zusammenarbeit profitieren Studierende von einem direkten Austausch zwischen Forschung und Handwerk. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden unmittelbar anwendbar, während praktische Erfahrungen neue Forschungsansätze ermöglichen.
Antwort auf den Fachkräftemangel
Ein zentrales Anliegen des Studiengangs ist die Bekämpfung des Fachkräftemangels im Handwerk. Viele erfahrene Fachkräfte gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand – und mit ihnen wertvolles Wissen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Bausektor. Sanierung und Umbau gewinnen angesichts von Klimaschutz, steigenden Baukosten und knappen Ressourcen zunehmend an Bedeutung. Dafür werden Fachkräfte benötigt, die sowohl traditionelles Handwerk als auch moderne Planungs- und Managementkompetenzen beherrschen.
Neue Perspektiven für das Handwerk
Der Studiengang bietet nicht nur eine fundierte Ausbildung, sondern auch unternehmerische Chancen. In Kombination mit dem Gesellenbrief dient der Bachelorabschluss als Grundlage für die Gründung oder Übernahme eines Betriebs. Damit entsteht ein attraktiver Karriereweg für junge Menschen, die handwerkliches Können mit akademischem Wissen verbinden möchten – und gleichzeitig aktiv zum Erhalt kultureller Bausubstanz beitragen wollen.
Wissen bewahren und Zukunft gestalten
Mit dem neuen Studiengang entsteht ein Modell, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Traditionelle Werktechniken werden nicht nur bewahrt, sondern gezielt weiterentwickelt und an aktuelle Herausforderungen angepasst. So wächst eine neue Generation von Fachkräften heran, die historische Baukunst versteht und zugleich innovative Lösungen für die Bauwelt von morgen entwickelt.
Leah
Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.
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