Im Rahmen des Projekts ‚Demokratie gestalten‘ setzten sich Mädchen und Jungen im Alter von 7 bis 11 Jahren auf kreative Weise mit gesellschaftlicher Mitbestimmung auseinander. Dabei stand nicht trockene Theorie im Mittelpunkt, sondern aktives Mitmachen: Die Kinder entwickelten eigene Ideen, gestalteten Projekte und lernten spielerisch, was Demokratie im Alltag bedeutet.
Kreative Ideen rund um Wahlen und Mitbestimmung
Ein zentrales Element des Projekts war eine eigene ‚Wahlkampagne‘. Die Kinder entwarfen Plakate für eine fiktive Wahl zur Kinderbürgermeisterin oder zum Kinderbürgermeister. So konnten sie nachvollziehen, wie Wahlen funktionieren und welche Rolle Meinungen, Ideen und Präsentation dabei spielen. Zusätzlich gestalteten sie Demonstrationsschilder und beschäftigten sich mit Kinderrechten. Diese kreative Auseinandersetzung half ihnen, wichtige gesellschaftliche Themen besser zu verstehen und eigene Standpunkte zu entwickeln.
Spannender Ausflug in die Stadtgeschichte
Ein besonderes Highlight war der Besuch im Historischen Museum. Dort erhielten die Kinder spannende Einblicke in die Geschichte Bambergs. Sie erfuhren unter anderem, dass in der Alten Hofhaltung einst Kaiser und Päpste residierten und große Feste gefeiert wurden. Die Geschichte wurde dabei nicht nur erzählt, sondern auch kreativ umgesetzt: Die Kinder gestalteten eigene Wappen, kolorierten historische Motive wie die ‚Schöne Pforte‘ und fertigten fantasievolle Collagen aus Skulpturen an.
Eigene Museumsideen entstehen
In der zweiten Ferienwoche ging es um die Zukunft: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten Modelle für ein eigenes Museum für Kinder. Dabei konnten sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen und überlegen, wie ein Museum aussehen sollte, das speziell auf junge Besucher zugeschnitten ist. Die Ergebnisse zeigten eindrucksvoll, wie kreativ und durchdacht die Ideen der Kinder waren.
Höhepunkt: Besuch im Rathaus
Ein ganz besonderer Moment des Projekts war der Besuch im Rathaus. Zur Vorbereitung bastelten die Kinder eigene Amtskette mit individuell gestalteten Wappen. Mit diesen präsentierten sie sich stolz als „zukünftige Bürgermeisterinnen und Bürgermeister“ bei einem Fototermin. Im Rathaus wurden sie vom Dritten Bürgermeister Wolfgang Metzner empfangen, der ihnen die Arbeit der Stadtverwaltung erklärte. Im großen Sitzungssaal durften die Kinder auf den Plätzen der Stadträtinnen und Stadträte sitzen, ihre Wahlplakate vorstellen und zahlreiche Fragen stellen. Auch der Zweite Bürgermeister und Sozialreferent Jonas Glüsenkamp nahm sich Zeit für die Gruppe und gewährte Einblicke in seinen Arbeitsbereich.
Demokratie hautnah verstehen
Der direkte Kontakt mit politischen Verantwortlichen machte Demokratie für die Kinder besonders greifbar. Sie konnten erleben, wie Entscheidungen entstehen und welche Aufgaben eine Stadtverwaltung übernimmt. Durch die offene Fragerunde entstand ein lebendiger Austausch, bei dem die Kinder ihre Neugier ausleben konnten. Diese persönlichen Begegnungen tragen dazu bei, politische Prozesse verständlich und zugänglich zu machen.
Ausstellung der Kunstwerke
Den Abschluss des Projekts bildet eine Ausstellung der entstandenen Kunstwerke. Diese ist aktuell in den Schaufenstern des Café ‚Blaue Frieda‘ in der Schützenstraße zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 17. Mai 2026 und ist Teil der Aktion ‚Bamberg demokratisch. Besucherinnen und Besucher erhalten hier einen eindrucksvollen Einblick in die kreativen Ergebnisse und Gedanken der Kinder.
Gemeinschaftsprojekt mit starker Unterstützung
Organisiert wurde das Projekt vom Verein ‚Freund statt fremd e. V.‘. Die Finanzierung erfolgte über das Bundesprogramm ‚Kultur macht stark‘. Unterstützt wurde die Initiative von mehreren Partnern, darunter die ANKER-Einrichtung Oberfranken, die die Teilnahme von Kindern aus der Einrichtung ermöglichte. Auch der Freundeskreis der Museen rund um den Bamberger Dom, die Jugendkunstschule ‚Kunstkracher‘ sowie das Konversionsamt der Stadt Bamberg waren beteiligt. Diese Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig ein starkes Netzwerk für die Umsetzung solcher Projekte ist.
Bedeutung für die politische Bildung
Projekte wie ‚Demokratie gestalten‘ leisten einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung von Kindern. Sie vermitteln grundlegende Werte wie Mitbestimmung, Verantwortung und Gemeinschaft auf verständliche und altersgerechte Weise. Durch die Verbindung von Kreativität, praktischen Erfahrungen und persönlichen Begegnungen wird Demokratie nicht nur erklärt, sondern erlebbar gemacht.
Frühzeitige Förderung von Engagement
Indem Kinder früh an demokratische Prozesse herangeführt werden, wächst auch ihr Interesse an gesellschaftlicher Beteiligung. Sie lernen, dass ihre Meinung zählt und dass sie selbst etwas bewirken können. Diese Erfahrungen können langfristig dazu beitragen, ein stärkeres gesellschaftliches Engagement zu fördern und demokratische Werte nachhaltig zu verankern.
Wenn Kinder die Zukunft gestalten
Das Ferienprojekt zeigt eindrucksvoll, wie viel Potenzial in jungen Menschen steckt, wenn man ihnen Raum zur Entfaltung gibt. Mit Kreativität, Neugier und Begeisterung haben die Kinder ihre eigenen Vorstellungen von Demokratie entwickelt. Die Ausstellung ihrer Werke lädt dazu ein, diese Perspektiven zu entdecken – und erinnert daran, dass Demokratie von den Ideen und dem Engagement aller lebt, unabhängig vom Alter.















