Christian Donner ist ein Mann, der seine Wurzeln nie vergessen hat – auch wenn ihn seine Einsätze heute bis auf über 2.000 Höhenmeter führen. Geboren und aufgewachsen in Bamberg, ließ er sich zunächst zum Krankenpfleger, später auch zum Notfallsanitäter ausbilden – Berufe, die sowohl medizinisches Fachwissen als auch psychische und körperliche Belastbarkeit verlangen. Schon früh entwickelte Christian eine tiefe Verbundenheit zur Natur und den Bergen. Heute ist er nicht nur erfahrener Bergretter bei der Bergwacht Oberstdorf, sondern auch Unternehmer und Gastgeber in seiner fränkischen Heimat.
Sein Name steht inzwischen sinnbildlich für Professionalität, Einsatzbereitschaft und Menschlichkeit – Werte, die er nicht nur lebt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auf Leben und Tod unter Beweis gestellt hat.
Eine Nacht, die alles veränderte
Im Februar 2022 wurde die Bergwacht Oberstdorf zu einem dramatischen Nachteinsatz am Geißfußsattel gerufen. Zwei Bergsteiger hatten sich bei winterlichen Verhältnissen verstiegen und saßen in lebensbedrohlicher Lage fest. Die Bedingungen: Sturm, Schneefall, eisige Temperaturen, Lawinengefahr. Kaum Sicht, keine Möglichkeit für eine schnelle Rettung.
Unter diesen Umständen gelang es erst am nächsten Morgen – mit Unterstützung des Rettungshubschraubers @christoph17.de – einen Retter ins Gelände zu bringen. Christian Donner war der erste, der den Notfallort erreichte. Was dann folgte, lässt sich kaum in Worte fassen.
Einsatz unter Extrembedingungen
Es war eine Nacht, wie sie selbst erfahrene Retter selten erleben: Sturm, minus acht Grad, Schneetreiben und Lawinengefahr – und zwei Menschen in akuter Lebensgefahr am Nebelhorn. Als Christian Donner am Morgen als erster Retter den Notfallort erreichte, waren beide Bergsteiger noch am Leben, aber in einem kritischen Zustand: schwer unterkühlt, entkräftet und kaum ansprechbar.
„Ich habe versucht, ihnen die Angst zu nehmen“, erzählt Donner später.“
Stundenlang blieb er bei den Verunglückten, versorgte, stabilisierte und schützte sie – unter widrigsten Bedingungen und mit einfachsten Mitteln. Erst als die Bergung möglich wurde, konnte der Einsatz fortgesetzt werden. Trotz aller Bemühungen überlebte einer der beiden nicht. Der andere wurde in eine Klinik gebracht – schwer verletzt, aber lebend.
Auszeichnung für Menschlichkeit und Ausdauer
Für genau diesen Einsatz wurde Christian Donner nun mit dem „Grünen Kreuz“ des Deutschen Alpenvereins (DAV) ausgezeichnet – eine der höchsten Ehrungen im deutschen Bergrettungswesen. Die Auszeichnung würdigt nicht nur den fachlichen Einsatz, sondern vor allem den Mut, die mentale Stärke und das Mitgefühl, das Donner in dieser dramatischen Nacht gezeigt hat.
„Wenn jemand so viel leistet und dabei die eigene Sicherheit zurückstellt, dann ist das der Inbegriff eines Einsatzes, wie wir ihn mit dem Grünen Kreuz würdigen wollen.“
– Dr. Olaf Juschus, DAV-Vizepräsident
Diese Anerkennung ist mehr als nur eine Medaille – sie steht symbolisch für das, was Rettungskräfte leisten, oft unbemerkt, oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens.
Die Bergwacht Oberstdorf würdigte Donner mit den Worten:
„Christian Donners außergewöhnlicher Einsatz, sein Durchhaltewille, seine Ruhe und Professionalität in einer Situation, die an die Grenzen des Machbaren ging, bleiben unvergessen.“
Mehr als Bergretter: Naturpädagoge und Gastgeber
Was viele nicht wissen: Christian Donner engagiert sich auch abseits der Bergwacht mit vollem Herzen für den Zugang zur Natur und das Erleben im Freien – ganz besonders für junge Menschen und Familien.
In Veilbronn bei Heiligenstadt betreibt er gemeinsam mit einem engagierten Team den Kletterwald Veilbronn – ein Naturerlebnispark, der auf nachhaltige Weise Abenteuer und Bewegung verbindet. Direkt daneben lädt das gemütliche Naturfreundehaus Veilbronn zu entspannten Tagen in der Fränkischen Schweiz ein – inklusive regionaler Küche, Lagerfeuerromantik und Naturerfahrung pur.
Diese Orte spiegeln wider, wofür Christian Donner steht: Natur erleben, Grenzen spüren und Menschen verbinden. Seine Arbeit in Veilbronn ist dabei nicht weniger bedeutsam als sein Einsatz in den Bergen – beides ist Ausdruck einer tiefen Verbundenheit zur Natur und einer starken sozialen Haltung.
Ein Mensch, der inspiriert
Die Geschichte von Christian Donner ist mehr als eine Heldengeschichte. Sie ist ein Plädoyer für Zivilcourage, für Professionalität und für Mitmenschlichkeit. In einer Welt, in der Hektik und Eigeninteresse oft dominieren, zeigt sein Handeln: Es gibt sie noch – die Menschen, die einfach tun, was getan werden muss.
Seine Auszeichnung mit dem Grünen Kreuz ist deshalb nicht nur ein persönlicher Verdienst, sondern auch ein Zeichen des Respekts gegenüber allen Einsatzkräften, die Tag für Tag – bei jedem Wetter, zu jeder Uhrzeit – bereitstehen, um Leben zu retten.















