Wie lässt sich Europa jenseits von politischen Institutionen und geografischen Grenzen erzählen? Welche Geschichten verbinden Menschen über Ländergrenzen hinweg?
Mit diesen Fragen startet am Samstag, 14. November 2026, die erste EUROPIA-Konferenz mit Film Festival in Bamberg. Die Veranstaltung bringt Wissenschaftler und Filmschaffende aus verschiedenen europäischen Regionen zusammen. Veranstaltungsorte sind die Volkshochschule Bamberg Stadt und das Lichtspiel Kino. EUROPIA soll künftig jährlich stattfinden und dabei an wechselnde Orte innerhalb der Europäischen Union führen. Bewusst sollen auch kleinere Städte mit einem reichen historischen Erbe Gastgeber sein.
Europa durch gemeinsame Geschichten verstehen
Im Zentrum von EUROPIA steht die Überzeugung, dass Europa mehr ist als ein Zusammenschluss politischer Institutionen oder eine geografische Einheit. Auch gemeinsame Geschichten, Erinnerungen und kulturelle Erfahrungen prägen das europäische Selbstverständnis. Die Konferenz beschäftigt sich deshalb mit Fragen rund um die europäische Identität. Welche Vorstellungen verbinden Menschen mit Europa? Welche Rolle spielen Geschichte, Religion und Erinnerung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Und wie können neue Erzählungen dazu beitragen, Menschen aus unterschiedlichen Ländern miteinander ins Gespräch zu bringen? EUROPIA möchte einen offenen Raum für Austausch und neue Perspektiven schaffen. Dabei geht es auch darum, unterschiedliche Erfahrungen sichtbar zu machen und gemeinsame europäische Narrative zu entwickeln.
Wissenschaft und Film im gemeinsamen Dialog
Das Programm verbindet wissenschaftliche Auseinandersetzung mit filmischen Erzählformen. Zu den Referierenden gehört unter anderem Constanze Itzel, Leiterin des Hauses der Europäischen Geschichte. Außerdem beteiligen sich Wissenschaftler verschiedener Universitäten und Forschungseinrichtungen. Inhaltlich stehen vor allem europäische Identität, religiöse Narrative und die Kultur des Erinnerns im Mittelpunkt. Die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven sollen dazu beitragen, vertraute Vorstellungen zu hinterfragen und neue Zugänge zu europäischen Themen zu eröffnen. Am Nachmittag und Abend verlagert sich das Programm von der Volkshochschule im Alten E-Werk ins Lichtspiel Kino. Dort werden ausgewählte Filme gezeigt. Im Anschluss können Besucher mit den Regisseurinnen und der Literaturwissenschaftlerin Juliane Prade-Weiss über die Werke und ihre Themen diskutieren. Eine Preisverleihung des Pitch-Awards sowie eine gemeinsame Party runden das Programm ab.
Bamberg als Ort für den europäischen Austausch
Dass die erste EUROPIA-Ausgabe in Bamberg stattfindet, ist auch ein Zeichen für die Bedeutung der Stadt als Ort des kulturellen und gesellschaftlichen Austauschs. Die Dritte Bürgermeisterin Eva Jutzler wird die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnen. Sie sieht in Bamberg einen passenden Ausgangspunkt, um über die Zukunft Europas nachzudenken. „Europa lebt von Menschen, die Brücken bauen, Verantwortung übernehmen und über Grenzen hinweg Gemeinsamkeit schaffen“, erklärt Jutzler. Die Geschichte Bambergs biete einen guten Rahmen, um über ein Europa nachzudenken, das seine Werte bewahrt und gemeinsam weiterentwickelt. Auch die Volkshochschule versteht sich als wichtiger Ort für Begegnung und Diskussion. Thomas Riegg, Fachbereichsleiter Kunst und Kultur an der VHS Bamberg Stadt, betont die Bedeutung offener Räume und unterschiedlicher Perspektiven. Große Fragen benötigten Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen. Die Volkshochschule sei dafür als Haus der Ideen und Begegnung der richtige Ort.
Europäische Partner organisieren die Konferenz
Hinter EUROPIA stehen mehrere Institutionen und Akteure aus Wissenschaft, Kultur und Film. Veranstaltet wird die Konferenz von der Vertretung der Europäischen Kommission in München, dem Center for Religion and Philosophy der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie der vhs Bamberg Stadt. Die Gesamtorganisation liegt bei Ben Brummer. Der Drehbuchautor und Filmproduzent lehrt an der Filmhochschule München im Fachbereich Werbung. Zu den weiteren Kooperationspartnern zählt unter anderem die Hochschule für Fernsehen und Film München. Die Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen unterstreicht den interdisziplinären Ansatz der Veranstaltung: Wissenschaftliche Fragen sollen ebenso ihren Platz finden wie künstlerische Perspektiven und persönliche Geschichten.
EUROPIA soll künftig durch Europa wandern
Die erste Ausgabe in Bamberg ist als Auftakt für ein längerfristiges Projekt gedacht. EUROPIA soll künftig einmal im Jahr an einem anderen Ort in der Europäischen Union stattfinden. Dabei stehen bewusst nicht nur große Metropolen im Mittelpunkt. Auch kleinere Städte mit einer besonderen Geschichte und kulturellen Vielfalt sollen Gastgeber werden. So möchte die Konferenz unterschiedliche europäische Lebenswelten einbeziehen und den Austausch über regionale und nationale Grenzen hinweg fördern.
Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos
Die EUROPIA-Konferenz mit Film Festival findet am Samstag, 14. November 2026, in der Volkshochschule Bamberg Stadt und im Lichtspiel Kino statt. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Europa interessieren und eigene Perspektiven in den Austausch einbringen möchten. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos. Da die Plätze im Großen Saal der Volkshochschule begrenzt sind, wird um vorherige Anmeldung gebeten. Das vollständige Programm und weitere Informationen zur Anmeldung gibt es auf der Internetseite der VHS unter der Kursnummer 0808 sowie unter www.europiaconference.eu. Mit EUROPIA erhält Bamberg eine neue Plattform für europäische Debatten. Wissenschaft, Film und persönliche Geschichten sollen dabei helfen, Europa aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinsame Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.















