Das Erzbistum Bamberg geht neue Wege in der Seelsorge: Erstmals wurden im Rahmen eines Pilotprojekts acht Ehrenamtliche zu Begräbnisleitungen ausgebildet.
Nach einer mehrmonatigen Qualifizierung erhielten sie bei einer Beauftragungsfeier in der Kirche St. Bonifaz in Nürnberg ihre Urkunden von Erzbischof Herwig Gössl und können ab sofort Trauerfeiern leiten.
Antwort auf veränderte Herausforderungen
Mit dem Projekt reagiert das Erzbistum auf den Rückgang hauptamtlicher Seelsorger bei gleichzeitig steigenden Bestattungszahlen. Ziel ist es, die Pastoralteams in den Gemeinden zu entlasten und eine würdevolle Begleitung von Trauernden auch künftig sicherzustellen. Da Begräbnisleitungen keine Sakramente spenden, können diese Aufgaben nach kirchlichem Recht auch von entsprechend ausgebildeten Ehrenamtlichen übernommen werden.
Umfassende Ausbildung für den sensiblen Dienst
Die Qualifizierung erstreckte sich über mehrere Monate und umfasste Präsenzveranstaltungen, Online-Module sowie Hospitationen. Inhaltlich standen liturgische Grundlagen, rechtliche Fragen, Trauerbegleitung und die Gestaltung von Ansprachen im Mittelpunkt. Darüber hinaus bereiteten praktische Übungen die Teilnehmenden auf reale Situationen vor. Sie arbeiteten an fiktiven Trauerfällen, probten den Ablauf von Trauerfeiern und setzten sich intensiv mit Trauerpsychologie sowie ihrer eigenen Motivation auseinander. Auch nach Abschluss der Ausbildung werden sie von erfahrenen Seelsorgern begleitet.
Persönliche Erfahrungen als Motivation
Eine der neuen ehrenamtlichen Begräbnisleiterinnen ist Sylvia Suppmann aus Nürnberg. Eigene Verlusterfahrungen haben sie dazu bewegt, diesen Weg einzuschlagen. Nach dem Tod ihrer Mutter und später ihres Ehemanns fand sie im Glauben Halt. Heute möchte sie Trauernde begleiten, auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen und ihnen in schweren Stunden Hoffnung schenken.
Erzbistum prüft Ausweitung des Projekts
Ausbildungsleiter Andreas Lurz, Nürnberger Stadtdekan, sieht in den Absolventinnen und Absolventen eine große Bereicherung für die Seelsorge vor Ort. Sie würden ihren Dienst mit hoher Motivation und aus tiefer persönlicher Überzeugung übernehmen. Das Erzbistum Bamberg will das Pilotprojekt nun auswerten. Fallen die Erfahrungen positiv aus, sollen künftig weitere Ausbildungskurse angeboten und das Modell auf andere Regionen ausgeweitet werden.
Erzbischof Gössl würdigt das Ehrenamt
Bei der Beauftragungsfeier hob Erzbischof Herwig Gössl die Bedeutung des Dienstes hervor. Gerade Trauerfeiern seien besonders sensible Momente kirchlichen Handelns, in denen Nähe, Zeit und Hoffnung eine wichtige Rolle spielten. Zugleich betonte Gössl, dass ehrenamtliches Engagement für die pastorale Arbeit heute unverzichtbar sei. Die Bereitschaft, Verantwortung in den Gemeinden zu übernehmen, leiste einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Seelsorge.















