Nach dem emotionalen und bis zur letzten Sekunde umkämpften Duell im BBL-Pokal rechneten viele Beobachter beim erneuten Aufeinandertreffen der BMA365 Bamberg Baskets und der MLP Academics Heidelberg mit einer ähnlich engen Partie.
Doch die Realität am 10. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga sah ganz anders aus. Vor 4.747 Zuschauern in der BROSE ARENA präsentierte sich das Team von Head Coach Anton Gavel vor allem defensiv in beeindruckender Form und feierte einen am Ende hochverdienten 80:69-Heimsieg.
Starker Start und frühe Intensität
Von Beginn an war spürbar, dass die Bamberger nach der letzten Heimniederlage eine Reaktion zeigen wollten. Mit viel Energie, hoher Konzentration und aggressiver Verteidigung starteten sie in die Partie. Besonders Cobe Williams setzte früh Akzente und erzielte beim Stand von 7:2 bereits fünf Punkte für sein Team. Heidelberg, das im Vergleich zum Pokalspiel wieder auf DJ Horne und Paul Zipser zurückgreifen konnte, fand jedoch nach einigen Minuten besser ins Spiel. Nach Punkten von Michael Weathers und einem Dreier von Kevin McClain gingen die Gäste zwischenzeitlich sogar erstmals in Führung. Bamberg blieb jedoch ruhig, konterte prompt und sicherte sich dank starker Defensivarbeit eine knappe 20:18-Führung nach dem ersten Viertel.
Bamberg zieht im zweiten Viertel davon
Im zweiten Abschnitt nahm die Intensität weiter zu. Die Partie wurde körperlicher, die Zweikämpfe härter, doch die Bamberger behielten den kühleren Kopf. Ein 9:1-Lauf sorgte erstmals für eine zweistellige Führung (34:24) und brachte die Gastgeber klar auf Kurs. Angeführt von einem sehr spielstarken Zach Ensminger auf der Point-Guard-Position kontrollierte Bamberg nun das Geschehen. Zwar verkürzten die Heidelberger kurz vor der Pause noch einmal auf zehn Punkte, doch eine Auszeit von Anton Gavel zeigte Wirkung. Ein furioser Schlussspurt mit einem Dreier von Ensminger und einem spektakulären Buzzerbeater von Cobe Williams sorgte für eine komfortable 48:32-Halbzeitführung.
Defensive Dominanz nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Die Verteidigung der Bamberger stand weiterhin stabil, was unter anderem drei Blocks von EJ Onu eindrucksvoll unterstrichen. Offensiv lief der Ball gut durch die eigenen Reihen, und erneut war es Cobe Williams, der mit einem Dreier die Führung erstmals auf 20 Punkte ausbaute. Symbolisch für die Überlegenheit der Gastgeber war eine Szene Mitte des dritten Viertels, als ein geblockter Heidelberger Dreier von keinem Academics-Spieler gesichert wurde und Demarcus Demonia den Ball aufnahm und direkt verwandelte. Bamberg agierte gedankenschneller, entschlossener und deutlich effizienter. Kurz vor Ende des dritten Viertels wuchs der Vorsprung auf 27 Zähler, beim Stand von 70:43 ging es in den Schlussabschnitt.
Nachlässigkeiten im Schlussviertel
Der letzte Spielabschnitt verlief aus Bamberger Sicht deutlich holpriger. Offensiv verfiel das Team zunehmend in Einzelaktionen, auch defensiv ließ die Konzentration spürbar nach. Heidelberg nutzte diese Phase, um Ergebniskosmetik zu betreiben und den Rückstand zu verkleinern. Head Coach Anton Gavel zeigte sich währenddessen sichtlich unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft im Schlussviertel. Am klaren Ausgang der Partie änderte dies jedoch nichts mehr. Trotz eines verlorenen vierten Viertels gewannen die BMA365 Bamberg Baskets am Ende ungefährdet mit 80:69.
Ausgeglichenes Scoring als Schlüssel zum Erfolg
Ein entscheidender Faktor für den Sieg war die mannschaftliche Geschlossenheit der Bamberger. Fünf Spieler erzielten zweistellig, angeführt von Cobe Williams mit 18 Punkten. Neben ihm überzeugten unter anderem Richard Balint, Ibi Watson und Zach Ensminger, der zusätzlich mit 5 Assists und 3 Steals glänzte. Bei den Gästen aus Heidelberg erreichten lediglich Mateo Seric (12 Punkte) und Samuell Williamson (10 Punkte) eine zweistellige Ausbeute. Insgesamt fand die Offensive der Academics kaum Mittel gegen die aggressive und gut organisierte Bamberg-Verteidigung.
Stimmen zum Spiel
Cobe Williams (Bamberg):
„Wir sind sehr glücklich, denn es ist immer gut, ein Spiel zu gewinnen. Vor allem nach unserem letzten Heimspiel gegen Rostock tut das gut und natürlich ist es immer besonders schön, zuhause vor den eigenen Fans zu gewinnen. Natürlich wollten wir vier starke Viertel spielen und so dann eben auch das Spiel stark zu Ende bringen, aber nun müssen wir schauen, was wir im Schlussviertel falsch gemacht haben, müssen unsere Energie und uns auch selbst hinterfragen und das dann mit Blick aufs nächste Spiel verbessern.“
Danny Jansson (Heidelberg):
„Wir haben uns bereit gefühlt für dieses Spiel, aber ganz offensichtlich irgendwie konnten wir in der Offensive nichts gegen die Bamberger Verteidigung zustande bringen. Wir hatten einen klaren Plan, was wir machen wollten, doch irgendwie kam dann ein wenig Frust über unsere Offensive ins Spiel, vielleicht gab es auch noch einen anderen Faktor, der uns frustriert hat und so waren wir dann auf einmal auch in der Verteidigung nicht mehr so fokussiert.“
Anton Gavel (Bamberg):
„Wir haben defensiv über drei Viertel ein sehr gutes Spiel gemacht. Auch in der Offensive war das okay. Dann aber haben wir dieses Gefühl im letzten Viertel mit unserem eigensinnigen und desaströsen Verhalten vor allem in der Offensive, aber auch defensiv, total zerstört. Wir führen mit 27 Punkten und gewinnen am Ende mit 11. Wer weiß, wie uns das am Ende womöglich noch in den Hintern beißen kann.“
Blick nach vorn: Volles Programm vor den Feiertagen
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den BMA365 Bamberg Baskets nicht. Bereits am Samstag, den 20. Dezember, steht das nächste Auswärtsspiel bei Science City Jena in der Sparkassen Arena an. Tip-Off ist um 18:30 Uhr. Das nächste Heimspiel folgt kurz nach Weihnachten: Am 27. Dezember empfängt Bamberg ratiopharm ulm in der BROSE ARENA. Auch hier beginnt die Partie um 18:30 Uhr – mit der Hoffnung, an die starke Leistung der ersten drei Viertel gegen Heidelberg anzuknüpfen.















