Seit Jahrhunderten setzen sich Künstlerinnen und Künstler mit Tod, Vergänglichkeit und der Frage nach dem Ende des Lebens auseinander. In Bamberg steht dieses Thema nun im Mittelpunkt eines eigenen Festivals. Am Freitag, 2. Oktober 2026, um 19 Uhr wird das 1. Bamberger Totentanzfestival im Großen Saal der Volkshochschule Bamberg eröffnet. Veranstaltet wird das Festival von AGIL e. V. Die Eröffnung verbindet kunsthistorische Einblicke mit einem persönlichen Blick auf die Begleitung von Menschen am Lebensende.
Vom Mittelalter bis in die Gegenwart
Den Auftakt bildet der Vortrag ‚Auch du musst in den Reigen – Ausgewählte Totentänze vom Mittelalter bis zum Heute‘. Michael Hanisch, Vorstandsmitglied der Europäischen TotentanzVereinigung Bundesrepublik Deutschland e. V., stellt darin bedeutende Beispiele aus der europäischen Kunstgeschichte vor. Der zeitliche Bogen reicht vom Mittelalter über den Barock bis zur politischen Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich Künstlerinnen und Künstler das Motiv des Totentanzes im Laufe der Jahrhunderte interpretiert haben.
Der Totentanz auf dem Michelsberg
Ein besonderer Blick gilt dabei Bamberg selbst. Die Totentanzdarstellung auf dem Michelsberg gilt als herausragendes Beispiel eines barocken Todesreigens. Das Motiv des Totentanzes begegnet Menschen dabei nicht nur als historische Darstellung. Auch in der Gegenwart greifen Künstlerinnen und Künstler immer wieder die Themen Tod und Vergänglichkeit auf. Dabei können ganz unterschiedliche Gefühle im Mittelpunkt stehen. Kunst kann helfen, Trost zu finden, Trauer auszudrücken oder auch Wut und andere Emotionen sichtbar zu machen.
Palliativmedizin als zweite Perspektive
Einen ganz anderen Zugang zum Thema eröffnet Dr. med. Eva Nießen, Chefärztin des Hospiz- und Palliativzentrums Christine Denzler-Labisch Haus SAPV. Ihr Impulsvortrag trägt den Titel ‚You’ll never walk alone – Palliativmedizin als Begleitung an der Lebensgrenze‘. Im Mittelpunkt steht dabei die Begleitung von Menschen am Lebensende. Damit verbindet der Eröffnungsabend zwei Perspektiven: Während der kunsthistorische Vortrag zeigt, wie sich Menschen über Jahrhunderte hinweg mit Tod und Vergänglichkeit auseinandergesetzt haben, richtet der Impulsvortrag den Blick auf die konkrete Begleitung am Lebensende.
Musik begleitet die Festivaleröffnung
Eröffnet wird der Abend von Ulrike Siebenhaar, Referentin für Kultur, Welterbe und Tourismus. Anschließend stellt Dr. Jost Lohmann, 1. Vorsitzender von AGIL e. V., die Partner des Festivals vor. Für die musikalische Gestaltung sorgt die Städtische Musikschule Bamberg. Ein Blechbläser-Trio begleitet die Veranstaltung. Zum Ensemble gehören Hermine Müller-Bergh am Waldhorn, Vincent Eckert an der Trompete und Conrad Morcinek an der Posaune. Einstudiert wurde das musikalische Programm von Jochen Neurath in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften Alexander Hertel, Sebastian Hensiek und Fabian Usleber.
Festival beleuchtet Tod und Vergänglichkeit
Die Eröffnung ist nur der Auftakt des 1. Bamberger Totentanzfestivals. Weitere Veranstaltungen widmen sich dem Thema Tod und Vergänglichkeit aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei soll das Thema nicht allein aus kunsthistorischer Sicht betrachtet werden. Vielmehr bringt das Festival verschiedene Zugänge zusammen und beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung der Umgang mit Tod und Vergänglichkeit in Kunst, Gesellschaft und im persönlichen Leben hat.
Höhepunkt im Oktober und November
Ein besonderer Höhepunkt des Festivals sind die Aufführungen von ‚Totentanz – 125 Jahre Bamberg‘. Die Aufführungen finden am 30. und 31. Oktober sowie am 1. November 2026 statt. Damit reicht das Festival über mehrere Wochen und bietet verschiedene Möglichkeiten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Programm online abrufbar
Wer sich für die einzelnen Veranstaltungen interessiert, findet das vollständige Programm des 1. Bamberger Totentanzfestivals online. Der Programmflyer mit allen Veranstaltungen ist unter der Kursnummer 0503 des Eröffnungsabends auf der Internetseite der Volkshochschule Bamberg zu finden. Der Festivalauftakt am 2. Oktober verbindet damit Kunstgeschichte, Musik und Palliativmedizin und eröffnet einen mehrwöchigen Blick auf ein Thema, das Menschen seit Jahrhunderten beschäftigt.
















