Erstmals seit 1956 hat der Bayerische Landtag eine neue Regelung zu den Ladenöffnungszeiten beschlossen.
Die Novelle des Ladenschlussgesetzes bringt spürbare Veränderungen – vor allem für Städte wie Bamberg, die durch attraktive Innenstadtevents gegen den Onlinehandel bestehen wollen. Das Stadtmarketing Bamberg begrüßt die Entscheidung ausdrücklich und sieht darin eine Stärkung des stationären Handels.
Acht Einkaufsnächte – ohne Anlassbindung
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Einkaufsnächte: Bis zu acht Mal pro Jahr dürfen Kommunen künftig nächtliche Öffnungen bis 24 Uhr genehmigen – und das ohne Anlassbindung. Für Klaus Stieringer, Geschäftsführer des Stadtmarketings Bamberg, ist die Neuerung ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Onlinehandel:
„Die erweiterte Freiheit für Einkaufsnächte ist ein Quantensprung für unsere Innenstadt.“
Vier individuelle Spätöffnungen je Geschäft
Neben den kommunalen Einkaufsnächten dürfen Einzelhändler zusätzlich vier individuelle Spätöffnungen pro Jahr (20–24 Uhr) anbieten. Auch diese Regelung erhöht den Gestaltungsspielraum für lokale Betriebe, insbesondere in belebten Quartieren oder bei besonderen Aktionen wie Late-Night-Shopping.
Kritik: Anlassbindung bei Sonntagsöffnungen bleibt
Weniger erfreut zeigt sich das Stadtmarketing über die Entscheidung, die Anlassbindung bei verkaufsoffenen Sonntagen beizubehalten. Zwar bleiben bis zu vier Sonntagsöffnungen pro Jahr erlaubt – doch sie müssen weiterhin mit einem konkreten Anlass verknüpft sein. „Vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr sind ausreichend, doch das Festhalten am Anlasszwang bleibt ein Unsicherheitsfaktor“, kritisiert Stieringer. Er fordert klare, rechtssichere Regelungen – eine Forderung, die auch vom Berufsverband City- & Stadtmarketing Bayern (AKCS) geteilt wird, dessen Präsident Stieringer ebenfalls ist.
Rund-um-die-Uhr: Mini-Supermärkte ohne Personal
Ein weiterer Baustein des Gesetzes betrifft die Nahversorgung im ländlichen Raum: Personallose Kleinstsupermärkte mit bis zu 150 m² dürfen künftig rund um die Uhr öffnen. Diese digitalen Selbstbedienungsläden könnten laut Stadtmarketing auch in Bamberger Ortsteilen ohne Vollsortimenter einen echten Mehrwert bieten – vor allem ohne zusätzlichen Personaleinsatz.
Neue Chancen für Innenstadt und Einzelhandel
Für Bamberg eröffnen sich durch die Gesetzesänderung neue Perspektiven zur Belebung der Innenstadt. Durch längere Öffnungszeiten, abwechslungsreiche Events und persönliche Beratung könnten Kaufkraft gebunden und der Erlebnischarakter gesteigert werden. Gerade im Wettbewerb mit dem Onlinehandel sieht das Stadtmarketing hier große Chancen.
Stadtmarketing will Planung schnell vorantreiben
Klaus Stieringer kündigt an, zeitnah Gespräche mit Stadtverwaltung, Einzelhandel und Gastronomie zu führen, um geeignete Termine für die acht möglichen Einkaufsnächte in Bamberg zu ermitteln.
„Die Einkaufsnacht und der verkaufsoffene Sonntag bleiben unsere schärfsten Schwerter gegen die digitale Konkurrenz. Wir sehen in der Gesetzesreform deutlich mehr Chancen als Risiken – ein echter Lichtblick für Bamberg.“