Seit 55 Jahren verbindet die Städtepartnerschaft zwischen Bamberg und Rodez die Menschen in Oberfranken und Südfrankreich.
Dieses besondere Jubiläum wurde nun in Rodez mit einem festlichen Programm gefeiert. Eine Bamberger Delegation unter der Leitung von Oberbürgermeister Andreas Starke reiste dafür in die Partnerstadt. Neben Vertreterinnen und Vertretern aus Stadtrat, Verwaltung, Universität, Schulen, der Firma Bosch sowie Mitgliedern der Deutsch-Französischen Gesellschaft waren auch Bürgerinnen und Bürger Teil der Reisegruppe. Oberbürgermeister Andreas Starke dankte in seiner Rede für „die Lebendigkeit der Beziehung zu unseren französischen Freunden, die uns wieder einmal herzlich und liebevoll empfangen haben.“
Eine Partnerschaft mit Geschichte
Die Verbindung zwischen Bamberg und Rodez begann in den 1960er-Jahren durch Mitarbeitende der Robert Bosch Werke beider Städte. Aus diesem privaten Engagement entwickelte sich bald ein offizieller Austausch der Rathäuser, der 1969 in einer formellen Städtepartnerschaft mündete. Besonders hervorzuheben ist der seit 1967 bestehende Schüleraustausch, der bis heute großen Zuspruch findet. Auch beim diesjährigen Besuch waren sowohl ehemalige Austauschschüler als auch aktuelle Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums Teil der Delegation – ein lebendiger Beweis für die Beständigkeit dieser Freundschaft.
Begegnung mit Geschichte und Emotionen
Beim feierlichen Empfang im Rodezer Rathaus, das eigens beflaggt wurde, betonte Bürgermeister Christian Teyssedre, wie außergewöhnlich aktiv die Partnerschaft bis heute sei. Viele Zeitzeugen erinnerten sich an die Anfänge und berichteten von persönlichen Erlebnissen und Begegnungen. Teyssedre hatte die Bamberger Delegation bewusst am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, eingeladen – ein symbolischer Tag, um gemeinsam die Einheit Europas und die Freundschaft zwischen den Nationen zu feiern.
Freundschaft als Fundament Europas
Die beiden Stadtoberhäupter Teyssedre und Starke trafen in diesem Jahr bereits zum dritten Mal zusammen. In ihren Reden betonten sie den europäischen Geist der Partnerschaft. Oberbürgermeister Starke hob hervor: „„Die Städtepartnerschaft, die auf der Grundlage des Elysee-Vertrages entstanden ist, hat aus ehemaligen Feinden in der Mitte Europas Freunde gemacht. Sie möge auch in Zukunft einen Beitrag dazu leisten, dass dies so bleibt und der europäische Einigungsprozess vorankommt.“
Auch Schulen, Vereine und Institutionen auf beiden Seiten haben sich über Jahrzehnte hinweg eingebracht, um den Austausch lebendig zu gestalten. So wurde aus einer formalen Verbindung eine echte Freundschaft, die auf gegenseitigem Respekt und kulturellem Verständnis beruht.
Auszeichnung und Dank für langjähriges Engagement
Als Zeichen der Anerkennung überreichte Bürgermeister Teyssedre seinem Amtskollegen Andreas Starke die Ehrenmedaille der Stadt Rodez. Damit würdigte er dessen langjähriges Engagement für die Städtepartnerschaft. Ebenfalls geehrt wurden Brigitte Riegelbauer, Beauftragte für internationale Beziehungen der Stadt Bamberg, sowie Martine Bringuier, Präsidentin des Partnerschaftskomitees Rodez. Beide setzen sich seit Jahren dafür ein, dass die Verbindung zwischen den Städten lebendig bleibt und weiterwächst.
Parkbänke als Symbol der Freundschaft
Zum Jubiläum überreichte die Bamberger Delegation ein besonderes Gastgeschenk: Zwei Parkbänke in der Nähe des Rodezer Rathauses, gewidmet den Bürgerinnen und Bürgern von Rodez. Sie sollen an die Freundschaft zwischen den beiden Städten erinnern und zugleich ein Ort der Begegnung und des Innehaltens sein.
Die Bamberger Gäste zeigten sich zudem beeindruckt vom Museum Soulages, das dem international bekannten Künstler Pierre Soulages, einem Sohn der Stadt, gewidmet ist. Die dort ausgestellten Werke boten den Besucherinnen und Besuchern einen eindrucksvollen Einblick in die französische Gegenwartskunst.
Gemeinsam in die Zukunft
Die 55-jährige Partnerschaft zwischen Bamberg und Rodez ist mehr als nur eine formale Verbindung – sie ist ein lebendiges Beispiel für Völkerverständigung und europäische Freundschaft. Beide Städte wollen den Austausch in Zukunft weiter vertiefen, insbesondere im Bildungs- und Kulturbereich. So bleibt die Städtepartnerschaft ein Symbol dafür, wie Freundschaft, Offenheit und Dialog Grenzen überwinden können – damals wie heute.
















