Darauf haben sich Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier, Baureferentin Annegret Michler sowie Vertreter der Deutschen Bahn bei einem gemeinsamen Gespräch verständigt. Mit dabei waren Nicole Kumpfmüller-Böhm, Leiterin des Großprojekts VDE 8.1 Nürnberg–Bamberg, und Nils Pahl, Leiter Projekte VDE 8.1 Nürnberg–Bamberg. Gemeinsam bekräftigten sie das Ziel, den Bahnknoten fit für die Zukunft zu machen. „Der Bahnausbau ist entscheidend für den ICE-Halt und damit auch für die regionale Wirtschaft“, betonte Oberbürgermeister Niedermaier.
ICE-Halt gewinnt weiter an Bedeutung
Hintergrund des Treffens sind auch aktuelle Entwicklungen im deutschen Fernverkehr. Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass Wettbewerber der Deutschen Bahn künftig auf stark ausgelasteten Strecken einen größeren Anteil der verfügbaren Trassen erhalten sollen. Dadurch könnte sich der Wettbewerb auf der Schiene deutlich verstärken. Von dieser Regelung könnte unter anderem das italienische Bahnunternehmen Italo profitieren, das ab 2028 eine Verbindung von München über Bamberg und Berlin bis nach Hamburg plant. Im Zuge dieser Diskussionen wurde zuletzt auch über künftige ICE-Systemhalte gesprochen. Rückenwind erhält Bamberg dabei vom Bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter, der sich klar gegen eine Ausdünnung des Fernverkehrsangebots in Städten wie Bamberg ausgesprochen hat.
Wichtige Verkehrsdrehscheibe für Nordbayern
Mit durchschnittlich 450 Zügen pro Tag zählt Bamberg bereits heute zu den wichtigsten Bahnknoten in Nordbayern. Die Stadt sieht sich nicht nur als Fernverkehrshalt, sondern auch als zentrale Umsteigestation für die gesamte Region. Nach Ansicht der Stadt ist der Ausbau deshalb weit mehr als ein reines Infrastrukturprojekt. Er soll langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts stärken und die Anbindung an das nationale Fernverkehrsnetz sichern. Auch die Deutsche Bahn unterstrich die Bedeutung des Projekts. Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt sei ein wichtiger Baustein, um die Planungen zügig voranzubringen.
Diese Meilensteine stehen als Nächstes an
Für das Großprojekt wurden bereits die nächsten Schritte festgelegt. Im Herbst 2026 soll der aktuelle Planungsstand dem Bamberger Stadtrat vorgestellt werden. Im Frühjahr 2027 sollen die vollständigen Planunterlagen beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden, damit das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden kann. Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, 2029 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Die Stadt kündigte an, das Verfahren eng zu begleiten und gemeinsam mit der Deutschen Bahn Lösungen zu entwickeln, um Verzögerungen möglichst zu vermeiden.
Lärmschutz und Welterbe im Fokus
Neben dem Zeitplan standen auch die Herausforderungen für die Stadtentwicklung im Mittelpunkt des Austauschs. Ein besonderes Thema ist der Lärmschutz im UNESCO-Welterbe, der sowohl den gesetzlichen Anforderungen entsprechen als auch das historische Stadtbild berücksichtigen soll. Darüber hinaus sollen ein durchdachtes Sperrungs- und Umleitungskonzept sowie die Gestaltung des neuen S-Bahn-Haltepunkts Bamberg-Süd frühzeitig abgestimmt werden. Auch die Bürgerkommunikation soll in den kommenden Jahren intensiviert werden.
Milliardenprojekt für die Zukunft der Schiene
Der Ausbau des Bahnknotens Bamberg ist Teil des Großprojekts Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8 (VDE 8), der Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Berlin. In Bamberg wird die bestehende zweigleisige Strecke auf vier Gleise erweitert. Geplant sind unter anderem die Erneuerung sämtlicher Bahnanlagen, der Neubau von 17 Brücken, rund 61 Kilometer Gleise, etwa 150 Weichen, ein neues elektronisches Stellwerk sowie der neue Haltepunkt Bamberg-Süd. Zusätzlich wird die Strecke mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet. Mit dem Ausbau sollen Kapazität, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Bahnverkehrs deutlich steigen. Gleichzeitig schafft das Projekt die Voraussetzungen dafür, dass Bamberg seine Rolle als bedeutender Fernverkehrs- und Umsteigeknoten langfristig sichern kann.
















