Die oberfränkische Polizei warnt aktuell eindringlich vor einer Vielzahl betrügerischer Telefonanrufe.
Nach bisherigem Kenntnisstand wurden heute bereits mehr als 30 entsprechende Anrufe registriert. Ein Schwerpunkt liegt derzeit in der Stadt und im Landkreis Hof sowie im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Auch aus anderen Teilen Oberfrankens melden Bürgerinnen und Bürger entsprechende Anrufe. Die Polizei geht von unterschiedlichen Betrugsmaschen aus und bittet darum, bei unerwarteten Anrufen besonders aufmerksam zu sein.
Angeblich schwer erkrankter Angehöriger
Eine derzeit besonders häufig auftretende Variante setzt auf die Angst um einen nahestehenden Menschen. Die Anrufer behaupten, ein naher Angehöriger sei schwer erkrankt und benötige dringend Geld für eine medizinische Behandlung. Dabei erzählen die Täter beispielsweise von einer angeblich notwendigen Chemotherapie in der Schweiz. Mit der erfundenen Notlage versuchen sie, ihre Gesprächspartner emotional unter Druck zu setzen. Anschließend fordern sie die Opfer dazu auf, Geld zu überweisen oder Bargeld zu übergeben.
Auch falsche Bankmitarbeiter rufen an
Daneben treten weiterhin bekannte Betrugsmaschen auf. So geben sich die Anrufer beispielsweise als Mitarbeiter einer Bank aus. In einem solchen Szenario behaupten die Betrüger etwa, die Bankkarte des Angerufenen sei nach einem vermeintlichen Verlust gesperrt worden. Hinter solchen Geschichten steckt das Ziel, an persönliche Daten, Bankinformationen oder Zugangsdaten zu gelangen. Teilweise versuchen die Täter auch, direkt an die Bankkarte ihrer Opfer zu kommen.
Betrüger passen ihre Geschichten an
Die Betrugsmaschen sind nicht auf einzelne Szenarien beschränkt. Die Täter verändern ihre Vorgehensweise immer wieder und passen ihre Geschichten an. Sie können sich unter anderem als Angehörige, Bankmitarbeiter, Polizeibeamte oder andere Vertrauenspersonen ausgeben. Häufig setzen sie dabei gezielt auf Zeitdruck. Die Betroffenen sollen möglichst schnell reagieren und keine Gelegenheit bekommen, die Angaben des Anrufers in Ruhe zu überprüfen.
Unerwartete Geldforderungen sind ein Warnsignal
Die Polizei weist darauf hin, dass auch andere Geschichten als die derzeit bekannten Varianten verwendet werden können. Entscheidend ist deshalb nicht allein, welche konkrete Geschichte ein Anrufer erzählt. Unerwartete Geldforderungen oder die Aufforderung zur Herausgabe persönlicher Daten sollten grundsätzlich misstrauisch machen. Wer sich unsicher ist, sollte das Gespräch beenden und die behaupteten Informationen selbst überprüfen.
Polizei gibt wichtige Tipps
Die oberfränkische Polizei empfiehlt, sich am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen. Im Zweifel sollte das Gespräch beendet werden.
Wichtig sind insbesondere folgende Hinweise:
- Geben Sie niemals Informationen über finanzielle Verhältnisse, Bargeld, Wertgegenstände oder Bankdaten heraus.
- Überweisen Sie aufgrund eines solchen Anrufs kein Geld.
- Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.
- Polizei, Staatsanwaltschaft und andere Behörden fordern am Telefon keine Bargeld- oder Wertgegenständübergabe zur Verwahrung.
- Geben Sie keine PIN, TAN, Passwörter oder sonstigen Zugangsdaten weiter.
- Überprüfen Sie angebliche Notlagen von Angehörigen selbst über eine bekannte Telefonnummer.
- Wenden Sie sich im Zweifel an die örtliche Polizei oder wählen Sie den Polizeinotruf 110.
- Nutzen Sie dabei nicht die Rückruffunktion und keine Telefonnummer, die Ihnen der Anrufer genannt hat.
- Sprechen Sie insbesondere mit älteren Angehörigen und Bekannten über aktuelle Betrugsmaschen.
Auch die angezeigte Telefonnummer kann gefälscht sein
Besondere Vorsicht ist auch dann geboten, wenn auf dem Display eine vermeintlich bekannte Telefonnummer erscheint. Betrüger können die angezeigte Rufnummer technisch manipulieren. Dadurch kann beispielsweise der Eindruck entstehen, dass tatsächlich eine Bank, die Polizei oder eine andere vertrauenswürdige Stelle anruft. Eine bekannte Nummer auf dem Display ist deshalb kein Beweis dafür, dass der Anruf tatsächlich von der angegebenen Stelle stammt.
Was tun nach einem Betrugsanruf?
Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte das Gespräch beenden und die Polizei verständigen. Wurde bereits Geld oder ein Wertgegenstand übergeben, sollte umgehend die Polizei kontaktiert werden. Wurden sensible Bankdaten preisgegeben, sollte zusätzlich schnellstmöglich die eigene Bank informiert werden. Auch wenn kein finanzieller Schaden entstanden ist, können Hinweise zu verdächtigen Anrufen für die Polizei wichtig sein.
Gemeinsam gegen die Betrugsmaschen
Die aktuellen Fälle zeigen, dass Telefonbetrüger ihre Geschichten immer wieder verändern. Mal geht es um eine angebliche Erkrankung eines Angehörigen, mal um eine vermeintlich gesperrte Bankkarte oder andere erfundene Probleme. Das Ziel bleibt jedoch gleich: Die Täter wollen ihre Opfer zur Herausgabe von Geld, Wertgegenständen oder persönlichen Daten bewegen. Wer bei unerwarteten Anrufen ruhig bleibt, sich nicht unter Druck setzen lässt und Angaben selbst überprüft, kann Betrugsversuche frühzeitig erkennen. Gerade ältere Menschen sollten regelmäßig über die aktuellen Maschen informiert werden. Auch Angehörige und Freunde können dazu beitragen, dass verdächtige Anrufe schneller erkannt und gemeldet werden.










