Am Samstag, 9. Mai, steht die Jahnwiese in Bamberg ganz im Zeichen von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe.
Im Rahmen der AOK-Familientage präsentieren sich ab 11 Uhr die ARGE-Selbsthilfegruppen Bamberger Arbeitsgemeinschaft chronisch kranker und behinderter Menschen e.V. sowie der Beirat für Menschen mit Behinderung. Mit ihrem gemeinsamen Auftritt möchten die Initiativen auf die Herausforderungen aufmerksam machen, mit denen Menschen mit Behinderungen im Alltag weiterhin konfrontiert sind.
Zeichen zum Europäischen Protesttag
Der Aktionstag findet anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt, der jedes Jahr rund um den 5. Mai begangen wird. Seit 1992 wird europaweit für mehr Gleichberechtigung, Teilhabe und Barrierefreiheit demonstriert. In Bamberg steht die Veranstaltung unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich zu informieren, miteinander ins Gespräch zu kommen und ein Zeichen für eine inklusive Gesellschaft zu setzen.
Teilhabe noch immer nicht selbstverständlich
Obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention bereits 2008 das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe festgeschrieben hat, erleben viele Betroffene weiterhin Einschränkungen im Alltag. Fehlende Barrierefreiheit, lange Wartezeiten bei Unterstützungsleistungen oder mangelnde Assistenz erschweren oftmals den Zugang zu Bildung, Arbeit und sozialem Leben. Die Veranstalter wollen deshalb deutlich machen, dass Inklusion noch längst nicht überall Realität ist.
Sorge vor politischen Rückschritten
Mit Besorgnis beobachten die Selbsthilfegruppen aktuelle politische Entwicklungen. Aus Sicht vieler Betroffener drohen geplante gesetzliche Änderungen zu Verschlechterungen bei Selbstbestimmung und echter Teilhabe zu führen. Kritisiert wird unter anderem, dass im Behindertengleichstellungsgesetz weiterhin verbindliche Vorgaben für die Privatwirtschaft fehlen. Auch mögliche Einschnitte bei der Kinder- und Jugendhilfe sowie bei Unterstützungsleistungen sorgen für Diskussionen. Zusätzlich steht ein geplantes Gesetz zur Stabilisierung der GKV-Beitragssätze in der Kritik, da dadurch Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen stärker belastet werden könnten.
Austausch und Unterstützung vor Ort
Die ARGE-Selbsthilfegruppen verstehen sich als Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige. Auf den AOK-Familientagen möchten sie informieren, beraten und den Austausch fördern. Neben Gesprächen und Informationsangeboten steht vor allem die gemeinsame Botschaft im Mittelpunkt: Eine inklusive Gesellschaft funktioniert nur, wenn Barrieren konsequent abgebaut und Menschenrechte ernst genommen werden.
Gemeinsam für eine inklusive Zukunft
Mit ihrem Engagement wollen die Veranstalter Mut machen und gleichzeitig auf bestehende Missstände aufmerksam machen. Der Protesttag soll zeigen, dass gesellschaftliche Teilhabe keine Sonderleistung, sondern ein grundlegendes Recht ist. Alle Interessierten sind eingeladen, am 9. Mai auf der Jahnwiese vorbeizukommen und gemeinsam ein Zeichen für Inklusion, Respekt und Gleichberechtigung zu setzen.















