Wie aus der aktuellen Jahresstatistik hervorgeht, gehörten zum Jahresende 2025 noch 557.442 Menschen der katholischen Kirche im Erzbistum an. Das sind 17.067 Mitglieder weniger als im Jahr zuvor. Der Rückgang entspricht einem Minus von 3,0 Prozent und liegt damit deutlich über dem Bevölkerungsrückgang im Gebiet des Erzbistums, der im gleichen Zeitraum 1,5 Prozent betrug. Verantwortlich dafür sind neben der demografischen Entwicklung weiterhin zahlreiche Kirchenaustritte.
Austritte gehen weiter zurück
Trotz des deutlichen Rückgangs der Mitgliederzahlen zeigt die Statistik auch eine leichte Entspannung bei den Kirchenaustritten. 8872 Menschen kehrten der Kirche 2025 den Rücken. Damit sank die Zahl der Austritte bereits im dritten Jahr in Folge. Im Jahr zuvor hatten noch 9239 Personen ihren Austritt erklärt. Den bisherigen Höchststand erreichten die Austrittszahlen 2022 mit 15.705 Fällen. Parallel dazu gab es auch positive Entwicklungen: 198 Menschen traten neu in die Kirche ein oder ließen sich wieder aufnehmen. Im Jahr zuvor waren es 185 gewesen.
Mehr Bestattungen als Taufen
Ein weiterer Grund für den Rückgang der Mitgliederzahl ist die demografische Entwicklung. Die Statistik zeigt deutlich, dass die Zahl der Bestattungen weiterhin über der der Taufen liegt. Im vergangenen Jahr wurden 2829 Kinder getauft, während 6174 Bestattungen registriert wurden. Bereits im Vorjahr lag dieses Verhältnis ähnlich: Damals standen 3093 Taufen 6408 Beerdigungen gegenüber. Diese Entwicklung spiegelt den allgemeinen Trend einer alternden Gesellschaft wider.
Erstkommunionen steigen, Firmungen gehen zurück
Bei den kirchlichen Feiern zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Zahl der Erstkommunionen ist leicht gestiegen – von 4185 im Vorjahr auf 4279 im Jahr 2025. Dagegen ging die Zahl der Firmungen zurück. Sie sank von 3296 auf 3133. Auch bei den kirchlichen Trauungen gab es einen kleinen Rückgang: Hier fiel die Zahl von 675 auf 659. Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich das kirchliche Leben weiterhin verändert und teilweise rückläufig ist.
Deutlich weniger Priester im Dienst
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel beim Blick auf das kirchliche Personal. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren im Erzbistum Bamberg noch 175 Priester aktiv im Dienst, darunter 38 Ordenspriester. Ein Jahr zuvor waren es noch 209 Priester, darunter 61 Ordenspriester. Damit ist die Zahl der Geistlichen innerhalb eines Jahres deutlich gesunken. Auch strukturell verändert sich das Erzbistum. Aufgrund von Umstrukturierungen verringerte sich die Zahl der Pfarreien und selbstständigen Seelsorgeeinheiten von 359 auf 339.
Erzbischof Gössl sieht große Herausforderungen
Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl bewertet die Statistik als klares Zeichen für die Herausforderungen, vor denen die Kirche steht. Zwar sei der Rückgang der Kirchenaustritte ein positives Signal, doch gebe es keinen Grund zur Entwarnung. Die sinkenden Zahlen könnten auch darauf hindeuten, dass die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen sowie Reformprozesse innerhalb der Kirche wahrgenommen werden. Gössl betonte: „Unser Auftrag bleibt, den Menschen das Evangelium glaubwürdig zu verkünden und Kirche als lebendige Gemeinschaft erfahrbar zu machen.“ Dort, wo Menschen echte Begegnungen und überzeugende Seelsorge erlebten, könne Vertrauen wachsen oder zurückgewonnen werden.
Engagement der Gläubigen gewinnt an Bedeutung
Besondere Sorge bereitet dem Erzbischof die sinkende Zahl der Priester. Diese Entwicklung stelle das Erzbistum vor große organisatorische und pastorale Herausforderungen. Umso wichtiger sei das Engagement der Gläubigen in den Gemeinden. Viele Frauen und Männer engagierten sich bereits heute ehrenamtlich in den Pfarreien. „Kirche lebt von der gemeinsamen Verantwortung aller Getauften“, betonte Herwig Gössl. Ohne dieses vielfältige Engagement wäre Seelsorge in vielen Bereichen bereits heute kaum noch möglich.
Kirche im Wandel
Die Jahresstatistik wurde zeitgleich von allen katholischen Bistümern sowie der Deutsche Bischofskonferenz und der Evangelische Kirche in Deutschland veröffentlicht. Sie zeigt deutlich: Die Kirchen in Deutschland befinden sich weiterhin in einem tiefgreifenden Wandel. Während Mitgliederzahlen sinken und Strukturen angepasst werden müssen, wächst zugleich die Bedeutung des Engagements der Gläubigen vor Ort.
Leah
Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.
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