Der geplante Bau des Tiefensammlers Bamberg Ost zählt zu den zentralen Infrastrukturmaßnahmen der Stadt.
Mit dem Projekt soll die gesetzlich vorgeschriebene Abwasserbehandlung für den östlichen Stadtbereich sichergestellt werden. Die Maßnahme gilt als technisch anspruchsvoll und langfristig angelegt. Die Stadt Bamberg reagiert dabei auf zahlreiche Rückfragen, Anträge und Vorschläge aus der Bürgerschaft mit einem klaren Signal: Der Austausch soll intensiv fortgesetzt werden. „Der Dialog mit der Bürgerschaft ist uns bei dieser bevorstehenden Baumaßnahme besonders wichtig“, betont Oberbürgermeister Andreas Starke.
Mehr Zeit für Austausch und Beteiligung
Im Januar 2026 wurde die Zeitachse des Projekts angepasst. Durch die Verschiebung entsteht zusätzlicher Raum für einen umfassenden Dialog mit Anwohnern, Verkehrsverbänden und weiteren Interessensgruppen. Geplant ist eine Reihe unterschiedlicher Informations- und Beteiligungsformate. Ziel ist es, Hinweise und Erfahrungswerte aus verschiedenen Perspektiven aufzunehmen und – soweit fachlich möglich – in die weiteren Planungen einfließen zu lassen. Die Stadt versteht den gesamten Prozess ausdrücklich als offenen Verständigungsprozess.
Fuß- und Radweg bleibt 2026 frei
Ein wichtiger Punkt für viele Bürgerinnen und Bürger: Der Fuß- und Radweg am Adenauerufer bleibt im gesamten Jahr 2026 ungehindert nutzbar. Diese Entscheidung wird insbesondere von lokalen Akteuren wie den Betreibern des ‚Kiosk Kunni‘ begrüßt. Erst im Oktober 2026 beginnt die sogenannte Baufeldfreimachung im Bereich Margaretendamm, Höhe Feuerwehr und Europabrücke. Die ursprünglich geplante Sperrung des Fuß- und Radweges südlich der Luitpoldbrücke wurde auf das Jahr 2027 verschoben. Auch bei vorbereitenden Maßnahmen, etwa der Einrichtung einer Baustellenzufahrt im Bereich der Heinrichsbrücke, bleibt der Weg weiterhin frei passierbar.
Spaziergänge, Infoabende und Stadtratssitzung
Um konkrete Situationen vor Ort zu betrachten, sind für April 2026 gemeinsame Spaziergänge an neuralgischen Punkten in den Stadtteilen Wunderburg und Bamberg-Nord geplant. Dabei sollen räumliche Gegebenheiten direkt begutachtet und Anregungen aufgenommen werden. Zusätzlich sind Informationsabende bei Bürgervereinen vorgesehen. Diese werden derzeit inhaltlich vorbereitet. Am 29. April 2026 wird das Projekt zudem nochmals ausführlich in öffentlicher Sitzung des Stadtrats vorgestellt. Im Anschluss soll die öffentliche Ausschreibung für die bauvorbereitenden Leistungen erfolgen.
Jugendliche und Freiraumgestaltung im Blick
Auch junge Menschen werden gezielt eingebunden. Im Mai 2026 ist im Bereich der Europabrücke ein Austausch mit Jugendlichen geplant. Thema sind die geplanten Veränderungen an Skater- und Bolzplatzflächen während der Bauphase. Darüber hinaus nutzt die Stadt den Tag der Städtebauförderung am 9. Mai 2026, um über klimaangepasste Freiräume zu informieren. Dabei sollen auch mögliche Perspektiven für die spätere Oberflächengestaltung des Adenauerufers diskutiert werden.

Postkarten-Aktion und digitale Beteiligung
Neben den Vor-Ort-Formaten setzt die Stadt auf zusätzliche Beteiligungsmöglichkeiten. Eine Postkarten-Aktion ermöglicht es, Anregungen und Fragen auch analog einzureichen. Ergänzend stehen das Bürgerlabor in der Hauptwachstraße sowie das Beteiligungsportal www.bamberg-gestalten.de zur Verfügung. Zentrale Projektinhalte, FAQ-Listen und Grafiken sind gebündelt auf www.stadt.bamberg.de/tiefensammler abrufbar und werden laufend aktualisiert. Um die komplexen technischen Inhalte verständlicher zu machen, arbeitet die Stadt an einer anschaulichen grafischen Aufbereitung der Planungen.
Frühzeitige Information für Grundstückseigentümer
Für betroffene Grundstückseigentümer gilt: Eine direkte Kontaktaufnahme erfolgt frühzeitig, sobald der konkrete Baubeginn feststeht. Dazu gehören auch Vorbereitungen für eine Beweissicherung. Nach aktueller Planung ist eine entsprechende Information gegen Ende des Jahres 2026 vorgesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht kein Handlungsbedarf für individuelle Abstimmungen.
Transparenz als Grundlage für Vertrauen
Mit dem Tiefensammler Bamberg Ost steht die Stadt vor einer komplexen Aufgabe. Gleichzeitig eröffnet der intensive Beteiligungsprozess die Chance, unterschiedliche Perspektiven einzubinden und Transparenz zu schaffen. Was 2026 sichtbar wird, sind zunächst vorbereitende Maßnahmen – größere Einschränkungen am Adenauerufer folgen erst später. Die Stadt setzt dabei auf frühzeitige Information, offene Kommunikation und einen kontinuierlichen Dialog mit der Bürgerschaft.















